Freiburg 14.02.2018

Sogar der kleine Rababou lächelte

Die Wikinger bombardieren die Besucher mit Konfetti.
Konfetti-bunt gesprenkelt war die Strasse von der Bernbrücke bis zur Oberen Matte: Die idealen Wetterbedingungen lockten am Dienstag viele Besucher an den Kinderumzug der Bolzenfasnacht in der Freiburger Unterstadt.

Zahlreich sind sie erschienen: kleine, bezaubernde Mini-Prinzessinnen, Dinos in Grün, und in diesem Jahr besonders viele weiss-rosa Einhörner, dick eingepackt, an diesem kalten Februartag. Geduldig warten sie auf den Kinderumzug der Bolzenfasnacht in der Stadt Freiburg, der pünktlich um 14.39  Uhr startet.

Der kleine Rababou, in diesem Jahr ein freundlich dreinschauender, grüngesichtiger Frankenstein, hat sich in der Tat den schönsten Tag der Unterstädter Fasnacht ausgesucht. Noch wartet er einsam auf dem Platz der Oberen Matte. Es scheint fast, als wisse er nicht, dass er bald verbrannt wird.

Es ist aber nun mal Zeit für den Frühling, und das ist spürbar: Die Leute sind gut gelaunt, Mütter und Väter haben sichtlich Spass daran, sich zu verkleiden, sich bunt anzumalen, etwa in die Rolle eines grimmigen Piraten zu schlüpfen, wenn auch fröhlich lächelnd. Dem Winter soll so richtig der Garaus gemacht werden. Bei schönem Wetter harren über tausend Besucher bereits mehr als eine Stunde hinter den kalten Absperrungen aus. Doch was macht das schon aus, denn sie werden mit Gratis-Schokoladegipfeli und -Fruchtsäften versorgt.

Dann fängt er endlich an, der Umzug, eine überdimensionale bunte Wagenkolonne, die sich durch die Besucher schlängelt. Ein knalliger Rubrik-Würfel leuchtet gegen den blauen Himmel, und ältere Besucher werden kurz in die Achtzigerjahre zurückkatapultiert. Der nordkoreanische Diktator Kim Jon Un sitzt auf einer riesigen Milchflasche und tanzt mit Donald Duck Trump auf der Colaflasche um die Wette. Der eine jagt den anderen, und niemand gibt auf. Begleitet werden die zwei von grossen menschlichen Pappraketen, was sonst. Niemand ist still und schon gar nicht die Guggenmusiken Les Canetons und Les Trois Canards.

Höhepunkt ist aber das Wikingerschiff, das ganz zum Schluss erscheint. Dort sind besonders fette Konfettikanonen im Einsatz, und jedes Mal, wenn die Ladung losgeht, schreien die kleinen und gros­sen Besucher laut auf. Und wer im falschen Moment staunend den Mund offen hat, hat halt Pech gehabt.

Noch weniger Glück hat der kleine Rababou-Frankenstein. Er ist jetzt Schall und Rauch, so wie die Bolzenfasnacht, die nun für ein Jahr wieder Geschichte ist.