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Grösste Obstbauanlage in Kerzers von Feuerbrand heimgesucht

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Marc KipfeR

«Ich hatte immer grosse Angst davor, dass genau das hier eines Tages passieren wird», sagt Kurt Künzi. Der Friedhofsgärtner hilft für die Gemeinde Kerzers bei der Rodung der vom Feuerbrand befallenen Apfelbäumchen. Ganze 700 Stück sind derzeit von einer Epidemie betroffen und müssen an einer dafür vorgesehenen Stelle im Wald verbrannt werden. «Rund 25 verschiedene Baumsorten sind erkrankt», so Künzi.

«Die ersten Anzeichen sah man vor vierzehn Tagen», erinnert sich Ernst Schwab, auf dessen Obstbauanlage sich die Krankheit ausgebreitet hat. Es hätte keine Chance gegeben, die Bäume noch zu retten, sind sich Schwab und Künzi einig.

Einsatz von Antibiotika nur beschränkt erlaubt

«In vielen Obstanlagen wird das Antibiotikum Streptomycin gegen den Feuerbrand eingesetzt», weiss Schwab, der die Entwicklung der Krankheit seit vielen Jahren verfolgt. Dass er auf Streptomycin verzichtet habe, sei nicht sein Fehler, erklärt Schwab. Da zwischen seiner Anlage und dem nächsten Haus weniger als 50 Meter liegen, hätte er das Mittel nur beschränkt einsetzen dürfen.

Stattdessen hat Schwab seine Bäume in diesem Frühjahr dreimal mit einem biologischen Schutzmittel besprüht. «Genützt hat es nichts», sagt der Obstbauer konsterniert.

In Kerzers folgt nun eine Grosskontrolle

Es ist bei Weitem nicht nur der Betrieb von Ernst Schwab, welcher Kurt Künzi nun ernsthaft Sorgen bereitet. «Die Gemeinde wird eine Grosskontrolle aller Obstbäume im Dorf organisieren, bei der mich eine Forstequipe unterstützt», kündigt er den nächsten Schritt an. Klar ist gemäss Künzi aber schon jetzt, dass in Kerzers auch Quittenbäume in hohem Ausmass befallen sind. «Im August werden dann noch die ebenso gefährdeten Zierpflanzen kontrolliert», so Künzi.

Ertragsausfälle noch nicht bezifferbar

Ernst Schwab sorgt sich derweil vor allem um die Zukunft seines Betriebs. Den finanziellen Schaden kann er im Augenblick nicht beziffern. «Junge Apfelbäume bringen erst ab dem fünften Jahr einen Ertrag ein, der die Kosten deckt», nennt er eine Faustregel. Der für solche Fälle zugesicherte Beitrag von Bund und Kanton wird den immensen Ertragsverlust nicht decken können.

«Es steckt enorm viel Arbeit in dieser Anlage», erzählt Schwab, der im eigentlichen Gemüsedorf Kerzers seit zwölf Jahren auf den Obstanbau setzte.

«Erstmals in diesem Ausmass»

«Die einzige Möglichkeit, den Feuerbrand zu bekämpfen, ist die konsequente Vernichtung aller befallenen Pflanzen», sagteRuggli von der kantonalen Zentralstelle für Obstbau am Mittwoch auf Anfrage. Der aktuelle Fall in Kerzers sei der erste ihm bekannte Befall in diesem Ausmass in einer professionellen Obstbauanlage.

Noch sei allerdings nicht absehbar, ob die Auswirkungen des Feuerbrands im Kanton Freiburg dieses Jahr noch verheerender werden als im bisherigen Rekordjahr 2007. «Viele Schäden werden wohl erst in den nächsten Wochen sichtbar» befürchtet Ruggli.

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