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Groupe E stellt Weichen für Gaskraftwerk

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: URS HAENNI

Während die Konzernleitung der Groupe E gestern im alten Gaskraftwerk Cornaux das Projekt Cornaux II den Medien präsentierte, war unmittelbar daneben das Dossier in 24 Kartons auf einem Tisch aufgereiht.

Dieses Dossier deponierte die Groupe-E-Führung um 9 Uhr morgens bei der Gemeindeverwaltung Cornaux (NE) als Baugesuch. Fünf Jahre hatte die Planung gedauert, nun ist das Projekt eines neuen Gaskombikraftwerks unmittelbar westlich der bestehenden Anlage technisch bereit.

Ein Gaskombikraftwerk ist es deshalb, weil die neue Anlage aus importiertem Gas zwei Energieformen produzieren soll: Elektrizität und Wärme. Groupe E bevorzugt allerdings eine Bezeichnung ohne den Energieträger Gas und spricht von einer Energiezentrale.

Ersatz für Atomkraft

Tatsächlich stellte der scheidende Generaldirektor von Groupe E, Philippe Virdis, das Projekt gestern in Zusammenhang mit der Energiestrategie 2050 des Bundesrates. In dieser Strategie ist der Bau eines Schweizer Gaskombikraftwerkes bis 2020 vorgesehen. Ungefähr dann soll mit Mühleberg auch das erste Atomkraftwerk vom Netz. Groupe E möchte mit Cornaux gerne diese Lücke füllen.

«Wir sind verpflichtet, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten», sagte Virdis. Wenn sein Unternehmen das Projekt eines Gaskombikraftwerks zu diesem Zeitpunkt vorstelle, so sei dies keinesfalls opportunistisch. Vielmehr hätten die Fachleute sehr ausführliche Vorstudien gemacht, sei es im technischen, wirtschaftlichen, finanziellen oder auch ökologischen Bereich.

Für den Konzernchef ist der Standort Cornaux alleine schon durch seine bereits bestehenden Anlagen für das Projekt prädestiniert. Unmittelbar neben Strassen-, Eisenbahn- und Schiffsverbindungen gelegen, sind alle notwendigen Infrastrukturen schon vorhanden: Gasleitung, Hochspannungsleitungen, Zisternen für Reservetreibstoff sowie eine Transformatorenstation.

Knackpunkt CO2-Ausstoss

Bei der Präsentation machte Projektleiter Laurent Ducrest auf die Umweltfaktoren aufmerksam, die im Zusammenhang mit dem Projekt geprüft wurden: Luft, Lärm, Wasser und Strahlen. «Man muss alle gesetzlichen Normen einhalten, und das Projekt hält alle Richtwerte ein», so Ducrest. «Bezüglich Sicherheit sind keine zusätzlichen Massnahmen nötig.»

Knackpunkt bleiben die 700000 Tonnen CO2-Ausstoss pro Jahr. Gemäss Ducrest müssen 100 Prozent dieser Emissionen kompensiert werden, 50 Prozent im Ausland und 50 Prozent in der Schweiz. Während die Kompensationen im Ausland gut erfüllbar sind, wird der Vertrag über die nationalen Kompensationen noch in Bern ausgehandelt. Gemäss heutiger Gesetzgebung hat Groupe E 20 Prozent der nationalen Kompensationen gesichert. Direktor Philippe Virdis zog folgenden Vergleich: «700 000 Tonnen CO2 entsprechen dem Ausstoss von zwei Airbussen, die täglich zwischen Zürich und New York hin- und herfliegen.»

Von den CO2-Kompensation hängt auch die Rentabilität des geplanten Kraftwerks ab. Gemäss Virdis sind die CO2-Abgaben fast so hoch wie der Preis für das Gas. Virdis versichert aber, dass Cornaux II den Betrieb nur aufnimmt, wenn es mindestens kostendeckend ist.

Groupe-E-Direktor Philippe Virdis (r.) zeigte auf, welchen Platz Cornaux in der künftigen Energieversorgung einnehmen wird.Bild Corinne Aeberhard

Zahlen und Fakten

Investitionen von 450 Millionen geplant

Das Projekt eines neuen Gaskombikraftwerks in Cornaux sieht Investitionskosten von 450 Millionen Franken vor. Dazu wird eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Cornaux gegründet. Die Groupe E ist Hauptaktionärin, daneben wollen sich Romande Energie und die BKW mit je rund 20 Prozent beteiligen.

Das Kraftwerk soll 70 Prozent des importierten Erdgases in Energie und Wärme umwandeln können. Damit würde es sich durch einen sehr hohen Wirkungsgrad auszeichnen. Groupe E rechnet mit einer Produktion von 2 bis 2,5 Terawattstunden. Derzeit produziert Groupe E drei Terawattstunden; die Schweiz konsumiert 60 Terawattstunden. Für die Prüfung des Baugesuchs rechnet der Konzern mit zwei Jahren, das Einholen der Offerten und der Bau sollen je zwei weitere Jahre dauern. Die Inbetriebsetzung ist im besten Fall 2018 möglich. uh

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