Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Gutenberg»-Gebäude werden verkauft

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Gutenberg»-Gebäude werden verkauft

Die Stadt Freiburg hat beim Konkursamt eine Offerte eingereicht

Für die Gebäude des konkursiten Gutenberg-Museums wird ein Käufer gesucht. Am Samstag hat das kantonale Konkursamt zur Offerteneingabe aufgerufen. Die Stadt Freiburg ist interessiert.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Wer das alte Korn- und das alte Zollhaus am Freiburger Liebfrauenplatz kaufen will, kann bis Ende Juli seine Offerte einreichen. Mit vielen Interessenten rechnet man beim kantonalen Konkursamt aber nicht: «Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz, deshalb kann man mit ihnen nicht viel machen», sagt der zuständige Sachbearbeiter Adrian D. Bühler.

Ein Angebot allerdings liegt bereits vor, nämlich von der Stadt Freiburg. Dieser liegt die Zukunft der beiden mittelalterlichen Gebäude mitten im Burgquartier am Herzen. Als sie sie dem Museum seinerzeit für einen symbolischen Franken überliess, hatte sie sich ein Rückkaufsrecht ausbedungen. Dieses ist inzwischen hinfällig geworden, weil man versäumt hat, den Anspruch ins Grundbuch eintragen zu lassen (FN vom 19. April).

Neuer Standort für Bibliotheken?

Das Interesse der Gemeinde besteht aber nach wie vor, wie Ammann Dominique de Buman auf Anfrage bestätigte: «Wir haben mit der Kantonalbank das Gespräch über die Höhe des Kaufpreises gesucht und beim Konkursamt eine Offerte eingereicht.» Über die Höhe des Angebots will der Syndic zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen: «So lange die Verhandlungen laufen, bleiben wir zurückhaltend.» Die Hypothekarschuld liegt bei 2,3 Millionen Franken, der Brandversicherungswert der beiden Gebäude beträgt 8,7 Millionen Franken.

«Wir sind guter Hoffnung, dass das Konkursamt unsere Offerte akzeptiert und wir die Gebäude wieder übernehmen können», so de Buman. Was dann damit passiere, habe der Gemeinderat noch nicht definitiv entschieden. Sicher sei, dass man das Museum nicht weiterbetreiben werde; die Kosten hierfür seien viel zu hoch. Eine Idee ist, die deutsche und die französische Bibliothek, die im Alten Bürgerspital mit Platzproblemen kämpfen, im Korn- und Zollhaus unterzubringen. «Auf diese Weise würde der Geist des Buches in den Gebäuden bleiben», sagte de Buman.
Derweil hat die Eigentümerin des Museumsfundus, die Gesellschaft der Freunde des Gutenberg-Museums, die Hoffnung noch nicht aufgegeben, das Museum am Liebfrauenplatz erhalten zu können. «Leider haben wir bisher trotz aller Bemühungen keine Lösung gefunden», bedauert Anton A. Schudel, Präsident der Gutenberg-Freunde. «Jemand müsste die Gebäude kaufen und sie uns zur Verfügung stellen.»

Depot droht

Wird die Liegenschaft hingegen an jemanden verkauft, der – wie die Stadt Freiburg – das Museum nicht weiterführen will, droht den wertvollen Ausstellungsstücken die Lagerung in einem Depot. Noch sind alle Exponate hinter den verschlossenen Museumstüren untergebracht, wo der fachgerechte Unterhalt gewährleistet ist. Die Kosten hierfür dürften dereinst der Gesellschaft der Gutenberg-Freunde in Rechnung gestellt werden.

«Funkstille beim Konkursamt»

Die Gesellschaft hat beim Konkursamt auch eine Offerte für die Übernahme von Einrichtungsgegenständen, Büromaterial und Multimediaanlagen eingereicht. Darauf habe man aber noch keine Reaktion erhalten, sagt Schudel. «Beim Konkursamt herrscht absolute Funkstille.» So bald wie möglich wolle man eine gesamtschweizerisch getragene Nachfolge-Gesellschaft der mit dem Konkurs aufgelösten Stiftung Gutenberg gründen, so Schudel weiter. Diese Gesellschaft soll das Museum in Zukunft betreiben – an welchem Standort auch immer.
Ein finanzielles Abenteuer

Das schweizerische Museum der grafischen Industrie und der Kommunikation wurde im November 2000 in Freiburg eröffnet, obwohl die Finanzierung schon damals nicht gesichert war. Mit Schulden in Höhe von 2,3 Millionen Franken und einem Betriebsdefizit von 200 000 Franken im Jahr 2002 war der Stiftungsrat Ende 2002 gezwungen, bei Kanton, Stadt und privaten Institutionen finanzielle Hilfe zu suchen. Der Staatsrat wäre zwar bereit gewesen, ein zinsloses Darlehen von 70 000 Franken zu gewähren, nicht aber die Stadt und die Burgergemeinde.

Im Januar 2003 musste das Gutenberg-Museum geschlossen werden. In den darauf folgenden Monaten wurde fieberhaft nach Wegen gesucht, um es zu retten. Noch im September 2003 sah es so aus, als könne mit den beiden Branchenverbänden Viscom (Drucker) und Schweizer Presse (Verleger) eine Lösung gefunden werden. Dann aber machte Schweizer Presse überraschend einen Rückzieher.

Freiwilliger Konkurs

Dem Stiftungsrat blieb nur noch der Gang in den freiwilligen Konkurs, um wenigstens die Sicherheit der historischen Gebäude zu garantieren. Der Konkurs wurde im vergangenen Dezember ausgesprochen; seither läuft das Verfahren.

Eine gute Nachricht hatte die Gesellschaft der Freunde des Gutenberg-Museums im April zu vermelden: Nachdem sie monatelang versucht hatte, genug Geld aufzubringen, um wenigstens Bibliothek und Exponate des Museums zu retten, stellte die Gesellschaft fest, dass ihr der Fundus bereits gehörte. Grund hierfür war ein Versäumnis bei der Redaktion der Stiftungsurkunde, in der als Anfangsvermögen lediglich die Geldwerte vermerkt wurden, nicht aber das Ausstellungsgut. cs

Mehr zum Thema