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Hermann Schöpfer,Freiburg

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Am 1. Juli 2020 hat uns eine Persönlichkeit verlassen, die das kulturelle Leben Deutschfreiburgs während Jahrzehnten wesentlich mitgeprägt hat. Der am 15. Februar 1939 im Entlebuch geborene Hermann Schöpfer war 1963 an die Universität Freiburg gekommen, wo er 1972 mit einem Doktorat in Kunstgeschichte abschloss. Verheiratet mit Verena Stauffer, Tochter des Milchhändlers der Neustadt, stellte er sich in den Dienst der soeben gegründeten kantonalen Denkmalpflege, für die er dann fast 30 Jahre lang als Inventarisator der «Kunstdenkmäler» tätig war. Diese schweizerische Buchreihe umfasste damals erst drei Bände zur Baugeschichte der Stadt Freiburg. Als Nächstes gab die Kantonsregierung dem zweisprachigen und bi-konfessionellen Seebezirk den Vorzug. Hermann Schöpfer präsentierte 1989 Band 4 mit den französischsprachigen Gemeinden, im Jahr 2000 Band 5 mit dem Murtenbiet und der Pfarrei Gurmels. Von Beginn seiner Tätigkeit an fühlte sich Hermann Schöpfer nicht etwa zum Wirken im Elfenbeinturm, sondern zur aktiven Teilnahme an der Baukulturpflege im weitesten Sinn aufgerufen. Die Mitarbeit in der Denkmalpflegekommission ergänzte er während Jahren mit dem Amt des Präsidenten und gleichzeitig Redaktors des Deutschen Geschichtsforschenden Vereins.

Natürlich kam der Seebezirk dabei nicht zu kurz. Neben der systematischen Darstellung der Siedlungen, Kirchen, Landsitze und Bürgerhäuser fand er in den Archiven immer wieder überraschende Spuren des täglichen Lebens. Nebst den vielen wandernden Bauhandwerkern brachten auch «Komödianten und Musikanten» Farbe ins Leben des beschaulichen Landstädtchens Murten. So gelang dem seriösen Wissenschaftler auch mancher Seitenblick auf Freuden und Leiden des Volkes in den von ihm dokumentierten vergangenen Zeiten. Seine eigene Herkunft von einem Bergbauernhof mag dabei mitgewirkt haben.

Die katholische Sakrallandschaft östlich der Saane stellte er im Kunstführer Sensebezirk von 1980 vor. Zielstrebig baute der Kunsthistoriker die Dokumentationsstelle und die Bibliothek der damaligen Denkmalpflege – heute Amt für Kulturgüter – auf, die er kurz vor seinem Ableben grosszügig mit 1500 Kunstbänden aus seinem Privatbesitz ergänzt hat. Die Gründung der Zeitschrift «Freiburger Kulturgüter / Patrimoine fribourgeois» geht ebenfalls wesentlich auf seine Initiative zurück.

Im Rahmen der Expo 0.2 übernahm Schöpfer nach seiner Pensionierung Konzept und Leitung der Publikation über das Panorama der Murtenschlacht. Bis zum Endes seines Lebens beschäftigte er sich mit einem weiteren Lieblingsthema, den historischen Tapeten, einem Forschungsgegenstand, der zur intensiven Zusammenarbeit mit den Museen Rixheim (Elsass) sowie Prangins und Mézières und mit der Zürcher Denkmalpflege geführt hat.

Seine klare Stimme und sein helles Lachen, der kritische Blick aus strahlenden Augen, sein markanter, oft mit einer Baskenmütze bedeckter Kopf, seine Tiefsinnigkeit und der untrügliche Sinn für Ästhetik hinterlassen in uns das unvergessliche Porträt eines brillanten Geistes.

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