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Hildebrand und der Cola-Wettbewerb

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Helene Soltermann

Wallenried Der Gastredner der gestrigen Wallenried-Gespräche freute sich über den Applaus des Publikums, als ihm Gastgeber Heinz Pfander das Wort übergab. Er habe sich als Verleger und Chefredaktor der Weltwoche daran gewöhnt, dass er mit seiner Berichterstattung nicht nur Applaus ernte, erklärte Roger Köppel seine Freude. Applaus und Lob für die Journalisten hält Köppel bei seiner täglichen Arbeit als Journalist jedoch für gerechtfertigt, denn seine Devise lautet: Bei jedem Thema gibt es Schattenseiten, und über diese gilt es, zu berichten.

Gegen Bush, für Obama

Den Schweizer Zeitungen stellt Köppel ein schlechtes Zeugnis aus. «Es gibt keine Medienvielfalt, sondern eine Medieneinfalt», resümierte er. Und lieferte Beispiel um Beispiel: Über die Gentechnologie etwa sei in den Neunzigerjahren durchs Band weg nur negativ berichtet worden, über den EWR-Beitritt nur positiv. Als George W. Bush an die Macht kam, hätten die Schweizer Zeitungen vom ersten Tag an negativ berichtet, beim Amtsantritt von Obama seien die Journalisten zum «fahnenschwenkenden Fanklub» der amerikanischen Regierung geworden.

Zu Unrecht werde ihm vorgeworfen, dass er immer eine kritische Position zum Mainstream einnehme. Kritisch berichten sei eine wichtige Kernfunktion der Medien in der Demokratie. Köppel verglich die Journalisten mit Unternehmern. «Auch bei Unternehmen ist der gefährlichste Moment dann, wenn alle gleicher Meinung sind.» Als Chef müsse man eine kritische Stimmung am Sitzungstisch zulassen. Nur so könne sich die Firma weiterentwickeln.

Er würde es wieder tun

An den Wallenried-Gesprächen erklärte Roger Köppel auch, wie er als Weltwoche-Chef mit Geheimnissen umzugehen pflegt. Obschon er nach der Hildebrand-Affäre als «miserable Figur» und vielen anderen Schimpfwörtern betitelt worden ist, würde er den Artikel, der den Nationalbankpräsidenten Philipp Hildebrand zu Fall gebracht hat, noch einmal in seinem Blatt abdrucken. Köppel begründete seine Überzeugung mit einem Wettbewerb, wie er oft auf Coca-Cola-Fläschchen zu finden ist. «Mitarbeiter von Coca-Cola dürfen bei einem Cola-Wettbewerb auch nicht mitmachen», erklärte er. Wie bei der Firma Coca Cola seien bei der Nationalbank die Mitarbeiter Mitveranstalter und dürften sich auf keinen Fall ins Spiel einmischen.

Zu Gast bei den Wallenried-Gesprächen: Roger Köppel.Bild Anton Bruni

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