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Historische Dorfwaage wird trotz Einsprachen abgebaut

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«Die öffentliche Waage in Villarepos ist ein Kulturgut und Zeuge der Zeit nach der vorletzten Jahrhundertwende», sagt Franz Boschung, Einwohner von Villarepos. Schon lange kämpft Boschung für den Erhalt der historischen 101-jährigen Waage und des Waaghauses.

Doch gestern früh rollten im Dorf die Bagger und Lastwagen an. «Plötzlich haben sie mit den Abbauarbeiten angefangen», so Boschung. Noch vor Mittag verfügte Daniel Lehmann, der Oberamtmann des Seebezirks, zwar einen superprovisorischen Baustopp. Einige Stunden später hob der Oberamtmann den Baustopp jedoch wieder auf, und das historische Gebäude wurde dem Erdboden gleichgemacht.

«Die öffentliche Waage in Villarepos ist ein Kulturgut und Zeuge der Zeit nach der vorletzten Jahrhundertwende.»

Franz Boschung

Einwohner von Villarepos

Verschiebung statt Abriss

Bereits vor vier Jahren sollte die historische Dorfwaage im Rahmen eines Valtraloc-Projekts für eine beruhigte Ortsdurchfahrt abgerissen werden. Geplant war, mehr Platz für die Dorfbewohner zu schaffen, weshalb das Waaghaus weichen sollte, wie Guy Billand, Ingenieur des kantonalen Tiefbauamts und zuständig für Valtraloc-Projekte, sagt. «Wir haben uns dagegen gewehrt», so Franz Boschung. Gemeinsam mit dem Gemeinderat fanden die Einwohner eine Lösung, die den Erhalt der Waage garantieren sollte: Eine Verschiebung war geplant. «Die Waage sollte neben den Friedhof kommen», sagt Boschung.

Unbeantwortete Einsprachen

Als das Baugesuch dafür vergangenes Jahr publiziert wurde, legten Boschung und weitere Einwohner jedoch Einsprache dagegen ein. «Der Gemeinderat wollte nicht die ganze Waage verschieben, sondern nur eine dekorative Versetzung vornehmen», so Boschung empört. Laut ihm gab es mindestens sieben einzelne Einsprachen. «Niemand vom Gemeinderat hat uns je geantwortet», sagt Boschung aufgebracht. Umso erstaunter war er, als gestern früh Bagger und Lastwagen ins Dorf fuhren und Arbeiter mit den Abbauarbeiten begannen.

Geschützt oder nicht?

Seit 2016 ist die Waage in Villarepos auf der Liste der geschützten Gebäude der Gemeinde Courtepin aufgeführt. Das Problem: Diese wurde noch nicht genehmigt. «Diese Liste ist noch nicht abgesegnet worden. Das heisst, sie ist noch nicht gültig», sagt Raumplaner Heinz Müller. Laut dem Freiburger Raumplanungsgesetz dürfen bis zur Genehmigung jedoch keine Baubewilligungen erteilt werden. Ausnahmen müssten durch den Oberamtmann bewilligt werden.

Keine Stellungnahme

Gemeindepräsident Martin Moosmann will sich zum laufenden Verfahren nicht äussern: «Das Dossier wurde heute Vormittag durch das Ingenieurbüro an das Oberamt übermittelt, und die Angelegenheit ist hängig», schreibt er den FN. Moosmann bestätigt jedoch, dass der Oberamtmann den Baustopp von Dienstagvormittag kurz vor 15 Uhr aufgehoben hat.

Das Oberamt des Seebezirks will zum Abbau der Waage in Villarepos und zum Schutzstatus ebenfalls keine Auskunft geben, wie es auf Anfrage heisst.

Kulturgut

«Die Waage ist ein Teil von Villarepos»

Seit seiner Gründung setzt sich der Verein Pro Fribourg für den Erhalt des Freiburger Kulturerbes ein. Dazu gehören auch die öffentliche Waage und das Waaghaus in Villarepos. Wie Sylvie Genoud Jungo, Generalsekretärin von Pro Fribourg, den FN sagt, ist die Vereinigung sogar gegen eine Verschiebung des historischen Gebäudes. «Da wird zu viel kaputt gehen, und beim Wiederaufbau wird nicht viel vom Original übrig bleiben», so Genoud Jungo. Für Pro Fribourg ist klar: Das 1919 erbaute Waaghaus soll geschützt werden. «Es hat Charme und ist ein Teil von Villarepos. Das darf man nicht einfach so entfernen», so Genoud Jungo. Auch dass das Gebäude auf der Liste der geschützten Gebäude aufgelistet sei, zeige, dass es wichtig sei, es zu schützen.

Auch der ehemalige Gemeindepräsident von Villarepos, Michel Schafroth, findet es schade, dass die öffentliche Waage abgebaut wurde. «Sie hat zum Bild des Dorfzentrums gehört», sagt Schafroth.

Die Bemühungen von Pro Fribourg kamen jedoch zu spät. Bereits am Dienstagmorgen rollten die Bagger an und rissen das 101-jährige Waaghaus ab.

km

 

 

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