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Historische Pläne neu online verfügbar

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Seit der Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs im Jahr 1912 ist die Vermessung eine gesetzlich verankerte amtliche Aufgabe. Vorher war die Dokumentation der Lage und der Form von Grundstücken jedem Kanton überlassen. «Schon 60 Jahre vor Inkrafttreten des Zivilgesetzbuchs nahm der Kanton Freiburg diese Aufgabe vorbildlich wahr. Er erstellte Pläne in einer ausgezeichneten Qualität», sagt Olivier Buchs, Verantwortlicher für historische Pläne beim kantonalen Amt für Vermessung und Geomatik, gegenüber den FN.

Seit letzter Woche sind die ältesten dieser von Geometern erstellten Pläne auf dem Internetportal des kantonalen Amts verfügbar. Wer immer diese Pläne verwenden will, kann sie online anschauen und auch herunterladen.

Entwicklung des Territoriums

«Wir stellen der Öffentlichkeit ein Stück Kulturerbe zur Verfügung», sagt Olivier Buchs. «Die Pläne zeigen die Freiburger Bausubstanz der Vergangenheit und ihre Entwicklungen bis heute.» Wer will, kann zum Beispiel schauen, wie die eigene Wohnparzelle vor 150 oder 100 Jahren aussah, wem sie gehörte und wie die damaligen Flurnamen lauteten. Aber auch über die Entwicklung der Techniken in der amtlichen Vermessung geben die Pläne Aufschluss.

Es sei eine rund zweieinhalb Jahre dauernde Arbeit gewesen, erklärt Buchs. Bisher waren die Originalpläne in verschiedenen Archiven gelagert. Die Vorbereitungsarbeit bestand darin, die Pläne möglichst zusammenzuführen. Sie wurden inventarisiert und einer Firma in Matran zum Scannen gegeben. Insgesamt sind so über 10 000 Pläne zusammengekommen. Das Projekt wurde im Rahmen des ordentlichen Budgets des Amts realisiert.

Es handelt sich dabei um die ersten Grundbuchpläne des Kantons. Je nach Erstellungszeitraum wurden sie auf Papier, Karton oder Aluminiumplatten aufgetragen. Auf dieser Grundlage wurden dann Reproduktionen in dreifacher Anfertigung für die Gemeinden, das Grundbuchamt und den Kanton hergestellt.

Älteste Pläne fast komplett

Mit rund 8000 Plänen stellen die «Original Minuten» den umfangreichsten und auch wertvollsten Teil dieser Digitalisierung dar. Sie entstanden ab 1850 und wurden von den damaligen Geometern direkt im Feld auf 50 mal 70 Zentimeter grossen, dicken Papierbogen gezeichnet. Die «Original Minuten» zeigen die Grundbuchsituation zur Zeit der Erfassung und wurden nie nachgeführt. «Diese 8000 Pläne decken fast das ganze Kantonsgebiet aus dem vorletzten Jahrhundert ab», sagt Buchs. Eine grosse Herausforderung sei es gewesen, auf den Plänen Referenzpunkte zu bestimmen, um sie mit den interaktiven digitalen Karten des Portals zu verknüpfen. So können sie per Mausklick direkt angewählt werden.

Formfestes Aluminium

Eine zweite Gruppe bilden rund 1500 Pläne, die ebenfalls von Geometern zwischen 1940 und 1995 im Feld erstellt wurden. Das 70 mal 100 Zentimeter grosse Papier wurde auf 2,8  Kilo schwere Aluminiumplatten aufgeklebt. Die Aluminiumplatten hatten den Vorteil, dass sich die Pläne nicht verformten. Solche Platten sind nur von einem kleinen Teil der Freiburger Gemeinden vorhanden.

Der dritte Hauptteil der nun geleisteten Digitalisierungsarbeiten betrifft die «Nomenklatur 1935». Sie stellt die Lokalnamen und die Perimeter gemäss den topografischen Plänen von 1935 dar und deckt den grössten Teil des Kantons ab. Es fehlen einzelne Blätter, insbesondere aus dem Glanebezirk. Zudem gibt es digital auch den «Übersichtsplan». Das ist ein zwischen 1975 und 2010 erstellter topografischer Plan mit der Darstellung von Gelände, Vegetation, Bauwerken, Höhenkurven und Ortsnamen. Davon gibt es die Varianten 1:10 000 und 1:5000, die im Original auf Film geschaffen wurden.

Auch nach Abschluss dieses Projekts gehe für das Amt für Vermessung und Geomatik die Arbeit weiter, betont Buchs. So gelte es, die «Minuten-Pläne» von 1912 bis 1940 in das Portal aufzunehmen. Auf Grundbuchämtern gibt es noch viele historische Pläne, die bis zuletzt von Hand aktualisiert wurden. Auch sie sollen digitalisiert und auf dem Webportal zur Verfügung gestellt werden.

https://map.geo.fr.ch/?lang=de&data Theme=Cartes%20historiques

«Wir stellen der Öffentlichkeit ein Stück Kulturerbe zur Verfügung.»

Olivier Buchs

Amt für Vermessung und Geomatik

Zur Organisation

Für die amtliche Vermessung

Das Amt für Vermessung und Geomatik ist für die operationelle Leitung und die technische Kontrolle der Arbeiten der amtlichen Vermessung verantwortlich. Es ist der Finanzdirektion unterstellt und arbeitet in Partnerschaft mit den Grundbuchämtern und den offiziellen Geometerbüros unter Oberaufsicht der eidgenössischen Vermessungsdirektion. Das Amt ist unterteilt in amtliche Vermessung, GIS-Kompetenzzentrum und Administration. Für territoriale Daten des Kantons stellt es Karten auf einem Webportal zur Verfügung.

uh

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