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«Ich habe nicht übertrieben»

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«Ich habe nicht übertrieben»

Augenschein der Sicherheitslage im Vignettaz-Schulhaus

Eltern, Lehrer und Schuldirektion machen Druck wegen des Zustands der alten Vignettaz-Schulgebäude. Die Baudirektion prüft Sanierungsmassnahmen und die FN schauen sich vor Ort um.

Von CHRISTIAN SCHMUTZ

Ein grosses Stück Verputz fällt von der Fassade vor die Eingangstür der Vignettaz-Schule, die Schuldirektorin holt ein Bundesordner-grosses Stück und zeigt es Generalrat und Presse (FN vom 19. März). Laut Stadtarchitekt und Baudirektor ist alles nur halb so schlimm, und die Eltern sammeln derweil 88 Unterschriften für eine rasche Sanierung dieser Gebäude aus dem Jahre 1949 (FN vom 11. April). Alles drunter und drüber. Höchste Zeit also, sich ein direktes Bild vor Ort zu machen, um zu sehen, was wirklich geschehen ist und wie das Schulhaus aussieht.

Feuchtigkeit als Hauptproblem

«Ich habe nicht übertrieben», sagte Schuldirektorin Marie-Thérèse Maradan Ledergerber. «Ich hatte grosse Angst. Stellen Sie sich vor, wenn es nicht an einem Samstagmorgen heruntergefallen wäre, sondern in der grossen Pause!»

Baudirektor Claude Masset legt Wert darauf, dass nur der Verputz oberhalb eines Fensters runtergefallen sei und kein Betonblock, wie es geheissen habe. Auch habe sich das vorgezeigte Stück gar nicht von selbst abgelöst.

«Das heruntergefallene Stück war wirklich sehr schwer», sagte Maradan. Sie habe ein Stück mitgenommen, weil es ja sonst am Boden zerstückelt wäre. Aber ihr Stück sei höchstens ein Drittel so gross gewesen wie dasjenige, das wirklich heruntergefallen sei. Also gelte das Argument nicht. Es sei ein Problem der damaligen Bautechnik. Auf einen Verputzstreifen oberhalb der Fenster habe man mit Backsteinen weitergebaut. Durch die Feuchtigkeit habe sich der Verputz jetzt aber gelöst, sagte Maradan.

Ein Rundgang durch die Vignettaz-Schule zeigt die Probleme. Die 54-jährigen Gebäude A und B sind noch nie renoviert worden und manche Hausflure haben den Charme einer Militärkaserne in der Weltkriegszeit. Alles ist grau und wenig heimelig. An der Flurdecke sind riesige braune Wasserflecken. «Das Dach ist fast überall undicht», sagt die Gemeinderätin. Wegen des Wassers sei die Substanz der Gebäude schlecht geworden. Alle Reparaturen durch die Abwarte seien da nur Flickwerk. «Das sieht traurig aus», sagt Maradan, «da muss man sich schon fast schämen».

«Velofahrer zahlt Porsche-Unterhalt»

«Es heisst immer, die Schuldirektion mache nichts», ereifert sich Maradan, «dabei ist der Unterhalt der Gebäude Sache des Bauamts». Dort aber habe man zu wenig Verständnis für solche Anliegen und im Budget sei absolut nichts vorgesehen für den Unterhalt der Schulen. Stattdessen seien im Beitrag fürs Forum Freiburg mehr als 100 000 Franken als Reserve für den Unterhalt eingerechnet. «Das kommt mir vor, wie wenn ein Velofahrer für den Unterhalt des Porsches des Nachbarn mitzahlt», sagt Maradan. Die Stadt müsse doch zuerst die allgemeinen Interessen der eigenen Bevölkerung befriedigen. «Ich verstehe, dass die Eltern beunruhigt sind.»

Mit diesen Worten öffnet sie die Tür zur unteren der beiden Turnhallen. Hinter den vergitterten kleinen Fenstern sammelt sich bei starken Regenfällen das Wasser, das sich auch schon den Weg in die Turnhalle gebahnt hat. Die Spuren früherer Überschwemmungen sind nicht zu übersehen: braune Flecken an den Wänden, und der Boden löst sich ab. In Rumänien dürften die Turnhallen schöner sein. «Schon nur etwas Farbe an den Wänden wäre das Minimum», sagt Marie-Thérèse Maradan Ledergerber.

Treffen von Schul- und Baudirektion

«Wir haben noch nie Kredite für die Sicherheit reduziert oder verschoben», versicherte Gemeinderat Masset. Bisher sei einfach noch nichts nötig gewesen. Das Bauamt habe nach dem Vorfall aber kurzfristige Massnahmen getroffen und heute bestehe überhaupt kein Risiko mehr.

Der Gemeinderat hat an seiner Dienstagsitzung die Petition der Eltern thematisiert. Und nächste Woche ist ein Treffen zwischen Schuldirektorin und Baudirektor vorgesehen. Traktandiert: Sanierungsarbeiten in der Vignettaz.

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