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«Ich war vom ersten Tag an voll im Geschäft»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Ich war vom ersten Tag an voll im Geschäft»

Autor: Regula Saner Bilder Charles Ellena

Wo sind denn all die Möbel, Bilder und Wandteppiche geblieben, die ihr Vorgänger Nicolas Deiss hatte?

Gewisse Möbel gehörten Nicolas Deiss, und die Bilder und Teppiche waren Eigentum des Museums für Kunst und Geschichte, welches diese wieder zurückhaben wollte.

Das Büro des Oberamtmannes ist jetzt viel schlichter; ist das Absicht?

Ich hatte noch keine Zeit, mich um die Einrichtung zu kümmern. Ich möchte aber noch einige Schwarz-weiss-Fotos aufhängen. Mir ist es wichtig, dass das Büro etwas Amtliches ausstrahlt und Tradition, aber eine, in der Bewegung ist.

Haben Sie sonst etwas verändert, etwa bei der Organisation des Oberamtes?

Nein, ich will nicht einfach alles verändern. Die Mitarbeiter sind kompetent und wissen, wie es läuft, es ist ein super Team. In gewissen Bereichen könnte der Austausch aber noch mehr gefördert werden, so zum Beispiel mit der Abteilung für Strafsachen und mit der Verwaltung.

Ist Ihre Arbeit so, wie Sie das erwartet haben?

Ich habe mich im Sommer sehr gut auf mein neues Amt vorbereitet, daher wusste ich ziemlich genau, was mich erwartet. Aber um ehrlich zu sein, es ist fast noch spannender, als ich gedacht habe.

Wie das?

Es ist die Vielfalt der Dossiers. (Geht und zeigt seinen Aktenschrank). Schauen Sie, das sind meine über 30 Dossiers, die mich permanent beschäftigen: Wirtschaft, Raumplanung, Orientierungsschulen, Wasser, Restrukturierung der Bezirke usw. Ich lerne den Bezirk aus allen möglichen Perspektiven kennen.

Das klingt nach viel Arbeit?

Ja, die Arbeit ist sehr zeitintensiv und nicht einfach, aber ich habe mich ja auch schon vorher als Politiker zum Teil mit diesen Geschäften auseinandergesetzt.

Mussten Sie schon mal in der Nacht ausrücken?

Ja, mehrere Male, kürzlich wegen eines Brands in Marly.

Und, wussten Sie, was zu tun ist?

Bei meinem Amtsantritt habe ich Kontakt mit der Polizei und den Feuerwehren aufgenommen. Es wäre nicht gut gewesen, wenn ich zur Brandstelle gekommen wäre, und keiner kennt mich. Die Leute zu kennen, das ist grundlegend, denn Krisenmanagement lernt man nicht an einer Schule. Zudem kann ich auch auf meine politischen und beruflichen Erfahrungen bauen.

Der Gemeindeverband Coriolis Promotion hat das letzte Budget vor der Übernahme durch die Agglo verabschiedet. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es sein wird, die Gemeinden, die nicht Mitglied der Agglo sind, bei der Stange zu halten, wie wollen Sie das tun?

Es gibt ein Vor und ein Nach dem 1. Juni 2008. Mir scheint, den Menschen ist immer bewusster, dass die Agglo nur eine Etappe ist. Den Gemeinden ist klar, dass viele Fragen nur auf Bezirksebene gelöst werden können.

Und wie?

Ich sehe vier Szenarien. Entweder arbeiten wir mit jeder einzelnen Gemeinde Verträge aus, was sehr schwerfällig ist. Oder es werden Konventionen zwischen der Agglo und Gemeindeverbänden abgeschlossen. Im Raum steht zudem noch die Möglichkeit von Fusionen. Und schliesslich könnten wir im Saanebezirk einen regionalen Verband gründen, wie zum Beispiel die Region Sense. Diese Variante würde ich bevorzugen.

Das ist aber ein ehrgeiziges Projekt.

Ja, aber ich gebe Ihnen ein Beispiel: Im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) will die kantonale Wirtschaftsförderung Vereinbarungen mit regionalen Organismen ausarbeiten. Die Wirtschaftsförderung hat klar gesagt, dass sie eine Organisation pro Bezirk als Ansprechpartner will. Der Saanebezirk hat keinen solchen.

Bis wann könnte eine «Region Saane» realisiert werden?

Möglich wäre 2011.

Die Agglo ersetzt verschiedene Gemeindeverbände. Bedeutet das automatisch mehr Demokratie?

Das war zumindest ein Ziel. In der Agglo sind die Politiker in regelmässigem Kontakt, das ist schon ein grosser Unterschied zu den Gemeindeverbänden. (Zögert). Ich war immer voll und ganz für die Agglo. Aber ich habe ein Problem mit der Einführung der Einstimmigkeitsklausel für die Übernahme von neuen Aufgaben. Das bedeutet ein Vetorecht für eine weitere Regionalisierung in anderen Bereichen. Das ist schade.

Welche Ziele haben Sie für die nächsten 100 Tage?

Einerseits muss die tägliche Arbeit erledigt werden. Dann will ich aber auch die Region über den Bezirk hinaus im Blick haben und schauen, wie die Dossiers diesbezüglich zu lenken sind. Und schliesslich will ich auch in Bezug auf die vielen hängigen Rekurse aus der Stadt vorwärts machen. Denn sie sorgen für viel Rechtsunsicherheit, und das ist nicht gut.

Die Einarbeitungszeit ist nun also vorbei?

Die hat es nicht wirklich gegeben. Ich war vom ersten Tag an voll im Geschäft.

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