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«Ich will die Dinge bewegen können»

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«Ich will die Dinge bewegen können»

Staatsrätin Isabelle Chassot (CVP) kandidiert für eine zweite Amtszeit

Als Erziehungs-, Kultur- und Sportministerin verantwortet Isabelle Chassot gut 40 Prozent des Staatsbudgets. Zudem steht sie rund der Hälfte des Staatspersonals vor. Reizvoller als die Macht ist für sie jedoch die Möglichkeit, Veränderungsprozesse einzuleiten.

Autor: Mit ISABELLE CHASSOT sprach CHRISTOPH NUSSBAUMER

Als Staatsrätin und Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz sind Sie eine vielbeschäftigte Person. Kommt Ihnen da die Wahlkampagne nicht etwas ungelegen?

(Lacht …) Es war eher mein Amtsantritt als EDK-Präsidentin am vergangenen 1. Juli, der mir etwas ungelegen kam. Wir waren da voll in der Vorbereitung des neuen Schuljahres, und das ist jeweils eine sehr strenge Zeit. Abgesehen davon kann jeder Staatsrat sagen, dass ihm die Kampagne ungelegen kommt. Es ist ja nicht so, dass wir unseren Kalender runterfahren, weil wir Wahlen haben. Wir müssen einfach sowohl die Präsenz an Wahlveranstaltungen und die tägliche Arbeit unter einen Hut bringen.

Das EDK-Präsidium verkörpert zusätzliche Macht und Prestige. Sind Sie ein Machtmensch?

Bei meinen Tätigkeiten als Staatsrätin und EDK-Präsidentin steht nicht so sehr die Frage der Macht im Vordergrund. Es ist eher die Möglichkeit, die Dinge zu bewegen. Angesichts des grossen gesellschaftlichen Wandels ist es interessant, an einer Schaltstelle zu sein, wo Veränderungsprozesse eingeleitet werden können.

Apropos Veränderungsprozesse: Ab wann werden auch in den Sekundar- und Primarschulen zweisprachige Klassen eingeführt?

Ich hoffe, dass es 2009 soweit ist. Meine Idee ist es, vorerst auf Sekundarstufe I zu beginnen und die neuen Angebote später auch in den Primarschulen einzuführen.

Und diese zweisprachigen Klassen wären flächendeckend für den ganzen Kanton vorgesehen?

Wir würden vorschlagen, dass es im ganzen Kanton eine solche Möglichkeit geben könnte, so wie wir das in den Gymnasien in Freiburg, Bulle und Payerne bereits anbieten. Und das funktioniert. Damit sprechen wir zwar nicht alle an. Aber wir können Schüler fördern, bei denen das ganze Umfeld stimmt. Diese Chance müssen wir packen!

Auch der Ruf nach Tagesstrukturen zur Kinderbetreuung wächst und damit die Erwartung, dass sich der Staat hier mehr engagieren soll. Sehen Sie das auch so?

Die wichtige Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft nicht bloss die Schule. Zusammen mit der Direktion für Soziales versuchen wir aufzuzeigen, welche Modelle möglich sind. Es gilt zudem zu erwähnen, dass bereits zahlreiche Gemeinden solche Strukturen anbieten, und ich gehe davon aus, dass dies auch eine Gemeindeaufgabe ist. Wir müssen solche Angebote mit der Harmonisierung der Stundenpläne ermöglichen und fördern.

Die Universitäten Freiburg und Bern suchen für ihre Naturwissenschaftlichen Fakultäten nach neuen Formen der Zusammenarbeit. Wird Freiburg da seine bisherige Stellung behaupten können?

Zu einer mittelgrossen Universität wie Freiburg gehört eine Naturwissenschaftliche Fakultät. Unsere Fakultät ist gut – jene von Bern aber auch. Wir haben gesagt, dass alle möglichen Modelle ohne intellektuelle Scheuklappen geprüft werden müssen. Ich bin überzeugt, dass wir die bisher auch wegen den tiefen Studentenzahlen schwachen Punkte stärken können. Wir wollen aber auch da noch besser werden, wo wir bis jetzt schon sehr gut waren. Eine Hochschule, eine Naturwissenschaftliche Fakultät wird nur dann wirklich wahrgenommen, wenn sie die Exzellenz anstrebt.

Sie haben sich von Amtes wegen auch für Kultur und Sport zu interessieren. Was liegt Ihnen da besonders am Herzen?

Auf kultureller Ebene tut sich sehr viel. Wir haben in dieser Legislatur die sogenannten «Partnerschaftsverträge» erfolgreich lanciert. Damit will der Staat das professionelle Kulturschaffen unterstützen. Zugleich wird der Kanton ausserhalb seiner Grenzen über sein Kulturschaffen wahrgenommen. So wird beispielsweise das «Théâtre des Osses» im kommenden Februar erstmals zwei Wochen lang in einem der grössten Theaterhäuser von Paris ein Gastspiel geben. Kultur spielt sich aber jeden Tag auch im ganzen Kanton ab, und auch da müssen wir schauen, dass wir das Engagement in diesem Bereich fördern können. Dasselbe gilt für mich beim Sport: Auch hier hat der Staat zum Beispiel mit der Unterstützung des ausserschulischen Sports eine wichtige Funktion wahrzunehmen. Gleichzeitig freut es mich, dass sich Freiburg jetzt mit den geplanten Sportstätten auf der St.-Leonhard-Ebene auch als Ort der nationalen Sportzentren etablieren kann.

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