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Im Gleichschritt mit Ruth Metzler

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Im Gleichschritt mit Ruth Metzler

Die Freiburgerin Isabelle Chassot ist seit 10 Monaten persönliche Mitarbeiterin von Bundesrätin Metzler

Politik ist ein mörderischer Job. Die meisten neigen zum grenzenlosen Kräfteeinsatz: Auch Isabelle Chassot, die 34-jährige Freiburgerin aus Granges-Paccot, hat wenig Freizeit. Dafür aber sitzt sie am Schalthebel der nationalen und internationalen Politik.

Sie kommen soeben aus den Ferien zurück. Haben Sie sich gut erholt, oder – wenn ich gleich fragen darf – wo erholten Sie sich?

Ich bin weit weg gefahren, nach Australien, drei Wochen. In Australien habe ich meinen ehemaligen Kollegen Alexandre Fasel und seine Familie besucht. Alexandre Fasel – auch ein Freiburger – ist in Australien Botschaftsrat.

Im März wird es ein Jahr sein, seit Sie persönliche Mitarbeiterin sind von Bundesrätin Ruth Metzler. Wie sprechen Sie mit ihr?

Wir sprechen immer französisch.

Also sind Sie gleichzeitig Französischlehrerin?

Ach nein – das braucht sie nicht zu lernen. Klar ist es für Ruth Metzler von Vorteil. So bleibt ihr die französische Sprache präsent. Denn die Dossiers sind alle in Deutsch verfasst. Hier im Stab sind wir eigentlich nur zwei «Romands».

Ruth Metzler haben Sie bereits hier in Freiburg an der Uni kennen gelernt. Sie sind gleich alt wie die Bundesrätin und haben mit ihr zusammen Jus studiert. Also muss Ihr Kontakt mit Frau Metzler ein ganz persönlicher sein.

(Spricht ganz leise) Ja, man sagt sich Du. Dies ist nicht selbstverständlich, kommt aber auch in andern Departementen vor. Eigentlich ändert das Duzen oder Siezen nichts an der Arbeit, höchstens am Arbeitsstil. Ruth Metzler ist ganz einfach die Departementsvorsteherin, und wer an einer Sitzung teilnimmt, die sie leitet, merkt es sofort.

Sie waren bereits vier Jahre persönliche Mitarbeiterin von Bundesrat Arnold Koller. Jetzt «kutschieren» zwei Frauen miteinander. Das muss anders sein.

(Überlegt . . .) Anders ist es. Zwei Dinge mögen den Ausschlag geben. Vielleicht vorab der integrative Führungsstil von Frau Metzler und sicher auch die freundschaftlichen Beziehungen zwischen uns gleichaltrigen Frauen.

Das Büro im Bundeshaus West –
ist es gleichsam Ihr Zuhause?

Generell arbeite ich nur im Büro hier in Bern. So bleibe ich oft auch abends länger hier. Die Tage beginnen morgens um 7.30 Uhr und enden meistens abends um 21.00 Uhr. Aber an den Wochenenden – jedenfalls von Samstagmittag bis Sonntagabend – versuche ich wirklich ganz was anderes zu tun. Da schliesse ich die Tür des Büros und versuche sie auch im Kopf geschlossen zu halten.

So wenig Freizeit, genügt das Ihnen?

Oh! Das ist aber ganz viel. Ich weiss nicht, ob berufstätige Frauen und Mütter anderthalb Tage so ganz für sich beanspruchen können.

Nun zu Ihrer Arbeit – was heisst dies eigentlich, persönliche Mitarbeiterin zu sein?

Grundsächlich gibt es kein allgemeingültiges Pflichtenheft. Jeder Bundesrat setzt seine persönlichen Mitarbeiter nach seinem Gusto ein. Hier im Justizdepartement habe ich die Bundesratsgeschäfte vorzubereiten. Dazu kommt die Vorbereitung von Anlässen, von der Einladung bis zu Begleitung der Bundesrätin. Zuständig bin ich auch für die Kontakte zur Partei. Ich habe an den Fraktionssitzungen, an den Sitzungen der Parteipräsidien, an den Delegiertenversammlungen der CVP teilzunehmen. Zudem kümmere ich mich um die Agenda von Frau Metzler.

Dann sind Sie so eine Art Schutzengel?

(Lacht . . .) Das mag ich nicht so sehr . . . «Je porte la serviette», ja, aber ein Schutzengel? Es ist meine Aufgabe, der Bundesrätin das Leben zu erleichtern.

Schreiben Sie denn auch ihre Reden?

In Französisch schon. Grundsätzlich schreibt man nie eine Rede von A bis Z. Sie entsteht im Gespräch mit der Bundesrätin. Der persönliche Mitarbeiter liefert die Grundgedanken. So muss man das sehen.

Ein typischer Tag für Sie?

Eigentlich bin ich keine Frühaufsteherin. So bin ich etwa um 7.30 Uhr meistens hier. Meinen Espresso hab ich zu dieser Zeit bereits gehabt. Eine erste Sitzung mit dem Generalsekretär haben wir um 8.00 Uhr. Wir schauen den Tag an und setzen die Tagesgeschäfte fest. Eine erste Sitzung mit der
Bundesrätin folgt dann um 9.00
Uhr. Zur Sprache kommen hier vor allem die Geschäfte für den folgenden Tag.

Nach diesen Sitzungen beginnt die eigentliche Arbeit.

Keine Zeit, um die Zeitungen zu lesen?

Doch, doch! Die «Freiburger Nachrichten», bevor ich überhaupt in Bern bin. Die liegen bereits auf dem Frühstückstisch. Die Liberté und die NZZ finde ich in Bern und lese sie über Mittag.

Ist Ruth Metzler orientiert über das, was über sie geschrieben wird?

Der Pressedienst leistet Vorarbeit. Alles, was unser Departement betrifft, wird uns vorgelegt. Ruth Metzler ist vor allem interessiert daran, was über die Sachgeschäfte gesagt wird. Denn es ist ja enorm wichtig zu wissen, ob man verstanden wird oder nicht.

Nun sind Sie bereits fünf Jahre hier. Mitdenken, Mittragen immerzu für andere, ewige Zweite – ob man dessen nicht eines Tages überdrüssig wird?

Ich glaube, es kommt eines Tages der Moment, wo man selber entscheiden und Verantwortung tragen möchte. Auch nach aussen. Es kommt der Tag, wo man es leid ist, die eigene Agenda pausenlos von aussen bestimmt zu haben.

Also schärfen Sie den Blick für anderes?

Mit der Zeit weiss man, was man will

und nicht will.

Zurück nach Freiburg – Kantonspolitik ganz oben?

Die Kantonspolitik interessiert mich. Dass dies kein Geheimnis ist, zeigt mein Grossratsmandat. Eine politische Karriere hängt jedoch von so vielen äusseren Faktoren ab. Umstände, die man selber nicht beeinflussen kann. Meine Devise: Man soll sich nicht zu sehr auf Dinge fixieren, die ausserhalb der eigenen Kompetenzen liegen.

Aber die meisten Männer – vor allem die Politiker – planen und avisieren. Warum denn nicht auch Sie?

Also ich gehöre nicht zu der Sorte, die nur eines sehen und sich dadurch den Blick trüben lassen für anderes.

Etwas Persönliches: Wenn man Ihren Tagesablauf ansieht, die karge Freizeit – da liegt eine Familie wohl nicht mehr drin?

Das ist aber interessant, wie Sie die Frage stellen. Ein Mann hätte ganz anders gefragt.

Wie denn?

Er hätte gefragt: «Haben Sie auf eine Familie verzichtet?» Das ist ein wesentlicher Unterschied. Nun die Antwort: Ich musste mich gar nie entscheiden, weil sich die Frage gar nie so gestellt hat. Wäre es aber so gewesen, so hätte ich mich eindeutig für die Familie entschieden. Ich wäre sicher berufstätig. Aber einen solchen zeitintensiven Posten zu besetzen mit Familie, das wäre ungerecht gegenüber dem Partner und

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