Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Im Kampf gegen das Goldrutenkraut

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Du musst die Pflanze tiefer unten anpacken, dann lassen sich auch die Wurzeln besser ausreissen.» Die Fünft- und Sechstklässler der Primarschule Bösingen haben sich gestern der Neophyten-Bekämpfung gewidmet. Entlang der Sense bei Noflen hielten die rund 60 Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihres «Frühlingsputz»-Projekts nicht nur nach achtlos weggeworfenem Müll Ausschau, sondern auch nach der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Goldrute. Dabei hatten sie rasch den richtigen Dreh raus, um der invasiven Pflanze wirksam den Garaus zu machen.

«Unsere Natur profitiert davon»

Beherzt griffen die «Klassengspänli» nach den Goldrutenstengeln und rupften diese aus dem Bösinger Boden. Werkhofmitarbeiter Sascha Udry staunte nicht schlecht über die Pflanzen-Ausbeute seiner jungen Helferinnen und Helfer. «Das macht Ihr ganz prima», lobte er die Mädchen und Jungs. Als Gemeindeverantwortlicher für Problempflanzen kennt sich Udry mit allerlei Neophyten-Arten aus. Den Jugendlichen erklärte er, dass invasive Pflanzen wie der Essigbaum, der japanische Staudenknöterich oder die Goldrute gleich in mehrerlei Hinsicht Probleme verursachen können.

«Sie verdrängen etwa einheimische Pflanzenarten und rauben Lebewesen wie Insekten damit die Nahrungsgrundlage.» So trage die Goldrute im Spätsommer zwar sattgelbe Blüten, die haufenweise Insekten anziehen, führte Udry aus. Weil sich die Pflanze rasend schnell vermehre – pro Spross können sich bis zu 12 000 Flugsamen entwickeln – verdränge sie aber gleichzeitig auch alle anderen Pflanzen aus ihrem Gebiet. «In der Zeit, in der die Goldrute nicht blüht, finden die Insekten dann keine Nahrung mehr und müssen verhungern.»

«Nur gucken, nicht anfassen», hiess es für die Schüler beim ursprünglich aus dem Kaukasus stammenden Riesen-Bärenklau. Udry zeigte auf ein ausgerissenes Exemplar der bis zu drei Meter hohen Staude und erklärte, dass diese fototoxische Wirkung besitze. «Dringt der Pflanzensaft in Eure Haut ein, kann sie sich nicht mehr vor UVA-Strahlen schützen. Wenn Ihr dann an die Sonne geht, kann das zu schlimmen Entzündungen führen. Ihr müsst aber keine Angst haben, dieser Pflanze werdet Ihr heute nicht begegnen.»

Gemeinderat Martin Bäriswyl hat den Frühlingsputz gemeinsam mit dem Werkhof und der Primarschule organisiert. Der Landwirt aus Noflen schätzt die Arbeit der jungen Helfer. «Wir beschäftigen uns in Bösingen seit 13 Jahren mit der Neophyten-Thematik und haben die Angelegenheit mittlerweile gut im Griff. Aber wir müssen immer dranbleiben.» Er halte es für wichtig, dass die Gemeinde den Werkhofmitarbeitern genügend Zeit zur Verfügung stelle, um sich der Neophyten-Bekämpfung zu widmen: «Schliesslich profitieren unsere Natur und wir alle davon.» Damit die invasiven Pflanzen wirkungsvoll bekämpft werden können, müsse aber auch die Bevölkerung ausreichend für die Problematik sensibilisiert sein.

Das sieht auch Gemeinderätin und Primarlehrerin Yvonne Jungo so. Deshalb sei sie froh, dass auch die jüngsten Bösingerinnen und Bösinger sich mit dem Thema beschäftigen: «Zumal sich die Schülerinnen und Schüler freuen, wenn sie gemeinsam etwas in der Natur unternehmen können.» Ist der Kampf gegen die Goldrute sogar besser als Schulunterricht? «Ja», meinte eine Gruppe Schülerinnen und Schüler unisono. Täglich möchte er die Schulbank zwar nicht gegen die Arbeit am Waldrand tauschen, erklärte ein Jugendlicher und rupfte dabei munter weiter. «Aber so zweimal in der Woche – warum nicht?»

«Frühlingsputz»

Schüler weisen Bevölkerung auf Littering hin

Anlässlich des «Frühlingsputz»-Projekts hat sich die Primarschule und der Kindergarten Bösingen in den letzten Wochen mit dem Thema Littering auseinandergesetzt. Rund 200 Kinder und Jugendliche haben sich im Rahmen der Aktion «Küder ghört i Chübu» kreativ betätigt und bunte Plakate gestaltet. Von jeder Klasse wurde nun ein Bild ausgewählt und durch die Gemeinde auf eine wetterbeständige Tafel gedruckt. «Diese Tafeln werden nun zur Sensibilisierung der Bevölkerung im Gemeindegebiet aufgestellt», erklärt der für Umwelt, Entsorgung und Gewässer zuständige Gemeinderat Martin Bäriswyl. Zum Abschluss des Projekts beteiligten sich gestern alle Klassen am «Frühlingsputz» in der Gemeinde.

mz

Mehr zum Thema