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In Australien gejagt, im Wistenlach gehegt

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Pierre Aufranc und Jolanda Kissling beherbergen im Wistenlach seit einem Jahr eine Känguru-Familie

Wenn eine Familie ein Känguru bei sich halten will, dann sind die administrativen Schritte ähnlich, wie wenn eine Person die Fremdenpolizei darum ersucht, seine Familie aus dem Ausland einreisen zu lassen.

Der zukünftige Halter muss nachweisen, dass genügend Lebensraum in der Stallung und im Gehege vorhanden ist, er muss aufzeigen, wie er die Kängurus ernähren will, und er muss einen Motivationsbrief vorlegen. Das Känguru erhält dann ein Permis B, das heisst, die Aufenthaltsbewilligung muss alle zwei Jahre verlängert werden.
Beim Wistenlacher Pierre Aufranc war das im Brief an den Kantons-Tierarzt angegebene Motiv klar und einfach: «Ich bin ein riesiger Australien-Fan.»
Aufranc ist Bauer von Beruf, und er ist nicht nur von Tieren fasziniert, er weiss auch, wie mit ihnen umzugehen.

Neuseeländer fühlen sich in
der Schweiz heimischer

Literatur zur Känguru-Haltung gibt es zumindest in der Schweiz wenig, doch nach einem Jahr weiss der Wistenlacher, dass Wallaby-Kängurus sehr unkompliziert sind.

«Die finden schon selber zu fressen», sagt Pierre Aufranc. «Sie trinken Wasser und essen Grünes, auch Trockenes. Bloss im Winter gebe ich ihnen manchmal etwas Zusätzliches.» Wenn die Wistenlacher Kängurus nun gesundheitliche Probleme haben sollten, so hat der Kantonsarzt gesagt, wäre der Tierpark Dählhölzli in Bern erster Ansprechpartner. Aber Kängurus seien nicht sehr krankheitsanfällig.
Auch die Einfuhr von Kängurus ist nicht besonders schwierig. Im Gegensatz zu vielen anderen exotischen Tieren sind die Wallabys in ihrer Heimat nicht vom Aussterben bedroht. Im Gegenteil: «Die sind dort wie Unkraut; Jäger erschiessen sie gar. Känguru-Steak wird auch gegessen.»
Hier schränkt allerdings Pierre Aufranc ein, dass seine Wallaby-Kängurus gar nicht aus Australien, sondern aus Neuseeland kommen. «Diese Kängurus sind sich besser an das Schweizer Klima gewohnt.»

Kängurus bleiben Wildtiere

Am Känguru-Gehege im Wistenlach («Schreiben Sie nicht genau wo, sonst haben wir eine rund ums Haus») steht auf einem Schild, man soll die Kängurus nicht füttern und sie nicht berühren. Dies nicht etwa, weil Kängurus beissen (sehr wohl aber boxen), sondern weil der Besitzer nicht will, dass Kinder auf den Zaun klettern. «Man muss nicht immer anrühren. Man kann auch viel mit den Augen machen.»

Wie Aufranc sagt, bleiben Kängurus ausgesprochene Wildtiere und haben einen ausgeprägten Mutter- und Fluchtinstinkt. Der Mutterinstinkt zeigt sich wohl jetzt gerade, denn Pierre Aufranc vermutet, dass die Mutter ein Kind im Beutel hat. Nachschauen kann er aber nicht. Der Mutterinstinkt eben…

Ist ein Hund hinter ihnen her,
hält sie kein Zaun auf

Der Fluchtinstinkt hingegen ist für Pierre Aufranc der fast sichere Grund, warum das Känguru «Crazy» in Täuffelen ausgerissen ist. Alleine würde das Känguru sich nicht auf und davon machen, sie gewöhnen sich auch an die Umgebung. Pierre Aufranc vermutet viel eher, dass sich ein Hund oder ein Fuchs in das Gehege in Täuffelen eingeschlichen hat.

Aus diesem Grund ist auch das Wistenlacher Gehege unten mit einem engen Maschendrahtzaun verstärkt. An die nahe Eisenbahn haben sich die Kängurus schnell gewohnt, aber ein Fuchs im Gehege könnte auch «Speedy», «Skippy» oder «Johnny Boy» in die Flucht treiben. Den Zaun würden die 1 Meter bis 1,2 Meter grossen Kängurus jedenfalls mit Leichtigkeit überspringen.
Damit sich die Tiere rund um die Wistenlacher Arche Noah auch richtig wohl fühlen, will Pierre Aufranc das Tiergehege schon bald noch etwas ausdehnen. Möglicherweise kommt ja der Känguru-Nachwuchs schon bald. Oder dann könnte es ja sein, das sich «Crazy» bei seiner Familie meldet.

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