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Individuelle Begleitung für Menschen, die am Ende ihres Lebens stehen

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Autor: Imelda Ruffieux

Eine Studie des Bundesamtes für Gesundheit hat ergeben, das viele Menschen so lange wie möglich selbstständig in den eigenen vier Wänden leben wollen. 75 Prozent möchten auch zu Hause sterben, nur 15 Prozent können dies tatsächlich auch. Im Kanton Freiburg wird nur im Spital in Châtel-St-Denis eine Abteilung für palliative Pflege angeboten. Eine Abteilung für Deutschsprachige soll bald im Spital Merlach entstehen. Die palliative Medizin und Pflege hat zum Ziel, unheilbar kranken Menschen eine bessere Lebensqualität anzubieten. Dies geschieht durch gezielte Symptomlinderung oder durch eine Begleitung im psychologischen, sozialen oder auch spirituellen Bereich.

Besondere Kompetenzen

Aber auch Pflegeheime haben den Auftrag, unheilbar Kranke am Ende des Lebens zu begleiten. «Wir haben festgestellt, dass die Betreuung von Schwerkranken im letzten Stadium besondere Kenntnisse erfordert», sagt Rose-Marie Rittener, Geschäftsführerin der Freiburger Gesundheitsligen.

Als Beispiel nennt sie den richtigen Einsatz von Schmerzmitteln. Der Patient soll so wenig Schmerzen wie möglich haben, aber doch nicht unter den Nebenwirkungen von starken Schmerzmitteln leiden. «Um die Lebensqualität eines solchen Menschen am besten zu fördern, sind medizinisch-pflegerische Kompetenzen in palliativer Pflege notwendig», sagt sie.

Fünfköpfiges Team

Aus diesen Gründen wurde im Rahmen des Projekts Voltigo (verbesserte psychosoziale Unterstützung für Krebskranke und deren Angehöriger im Kanton Freiburg) ein sogenanntes Mobiles Palliativ Care Team aufgebaut. Das fünfköpfige Team besteht zurzeit aus einem Projektleiter, einem Palliativmediziner und drei spezialisierten Pflegefachfrauen. Dieses Team kann von Pflegeheimen, der Spitex, im ambulanten Bereich tätigen Pflegenden und von Hausärzten zugezogen werden. Es ist aber auch möglich, dass sich Patienten und ihre Angehörige direkt beim Mobilen Palliativ Care Team melden. «Das Team kommt dann zum Zug, wenn sich der Gesundheitszustand eines Patienten schnell verschlechtert und Krankheitsmerkmale wie Schmerzen, Angst, Übelkeit und Atemnot einzeln oder kombiniert auftreten», sagt Rose-Marie Rittener. Eine Vernetzung ist wichtig. Nur durch eine gut funktionierende Zusammenarbeit von Hausärzten, Heimleitungen, Pflegepersonal der Langzeitinstitutionen, Spitex, Sozialarbeiter, Psychologen, Seelsorger und der freiwilligen Helfer gelingt es, die Ziele der Patienten umzusetzen und die pflegenden Angehörigen zu unterstützen.

Das Leben setzt Grenzen

Die Dauer der Unterstützung des Mobilen Palliativ Care Teams kann von punktuellen Beratungen, Begleitungen über wenige Stunden bis zu mehreren Monaten dauern. Sobald die Situation wieder stabil ist, zieht sich das Mobile Palliativ Care Team zurück. «Manchmal bewirken Kleinigkeiten grosse Veränderungen, aber nicht immer kann das Mobile Palliativ Care Team alle Bedürfnisse und Wünsche erfüllen», sagt Rose-Marie Rittener. «Manchmal setzen die Natur und das Leben eine Grenze – aber ein Versuch zur Verbesserung der Situation ist immer möglich.»

Viel Fingerspitzengefühl

Das Angebot werde von den Familien sehr geschätzt, gerade, wenn der Wunsch des Kranken bestehe, zu Hause sterben zu dürfen, sagt die Geschäftsleiterin der Freiburger Gesundheitsligen. «Da das Zulassen des Sterbens zu Hause nicht jedermanns Sache ist, können ursprünglich ungewollte Spitaleinweisungen nicht immer verhindert werden», sagt sie. «Oft ist sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt.» Etwa bei der Frage, welchem Bedürfnis nun mehr Rechnung getragen werden soll: Dem des Patienten, der gerne zu Hause sterben möchte oder dem der Angehörigen, die die Situation nicht mehr aushalten und sich nur noch Entlastung durch eine Platzierung in einer Pflegeinstitution wünschen. «Das sind sehr komplexe Gespräche, die das Mobile Palliativ Care Team führen muss.»

Viele todkranke Menschen haben den Wunsch, zu Hause sterben zu dürfen.Bild Charles Ellena/a

Erste Bilanz: Angebot nun auch für Deutschfreiburg

In anderen Kantonen gibt es diese Mobilen Palliativ Care Teams schon seit längerem. Im Kanton Freiburg begann die heute tätige Gruppe in einem Pilotprojekt im April 2011 mit der Patientenbetreuung. Sie war vor allem im Süden des Kantons tätig und betreute französischsprachige Patienten. Trotz dieser regionalen Beschränkung bekam das Team bereits im ersten Betriebshalbjahr über 60 Anmeldungen. «Diese Tatsache zeigt auf, dass das Angebot einem grossen Bedürfnis entspricht. Es deckt sich voll und ganz mit den Erfahrungen der Krebsliga», sagt Rose-Marie Rittener.

Durch die deutschsprachigen Wurzeln einer der im Team tätigen Pflegefachfrauen, Monique Sailer Schramm, nimmt das Team auch Anmeldungen aus dem See- und dem Sensebezirk an und kann somit das ganze Kantonsgebiet abdecken. Eine Aufstockung der Stellenprozente geschieht entsprechend der Nachfrage.

Finanziert wird der Einsatz des Mobilen Palliativ Care Teams während der zwei Pilotjahre 2011 und 2012 durch die Krebsliga Freiburg, die Krebsliga Schweiz, das Freiburgerspital, den Kanton Freiburg und die Loterie Romande. Danach soll es voll vom Staat übernommen werden. Das Budget für 2012 beläuft sich auf 370000 Franken. im

«Oft ist sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt.»

Autor: Rose-Marie Rittener

Autor: Geschäftsführerin der Freiburger Gesundheitsligen

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