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Innenleben einer Gemeinschaft

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Bildband über Mönche und Kloster Altenryf

Autor: Von ANTON JUNGO

Nach seiner Pensionierung im Frühjahr 2002 wandte sich der 62-jährige, ehemalige Bankfachmanne Paul Joos der Schwarz-Weiss-Fotografie zu. Im Rahmen eines Langzeitprojekts wollte er Menschen in einem besonderen Umfeld dokumentieren – eine Lebensform aufzeigen, die andern Menschen unbekannt ist. Das Leben der Mönche im Kloster Altenryf, das er von einem Kurzaufenthalt her kannte, erschien ihm als ideales Motiv.

Die Uhren gehen anders

Dass in einem Kloster andere Gesetze gelten als ausserhalb der Mauern, erfuhr Paul Joos gleich selbst, als er sich um die Erlaubnis für die Realisierung seines Projekts bemühte. Die positive Zusage aus Altenryf traf sieben Monate nach der Anfrage ein. «Die sieben Monate waren für mich eine Lektion im Üben von Geduld», meinte er gestern bei der Vorstellung seines Werks im Kloster Altenryf. Doch was sind sieben Monate ge- gen die 21 Jahre, die der Regisseur des Films «Die grosse Stille» auf eine Antwort warten musste? Wie aus dem Vorspann des Films hervor-geht, hatte Philip Gröning nach dieser langen Wartezeit die Erlaub- nis erhalten, das Leben der Kar-thäuser-Mönche in der Grande Chartreuse bei Grenoble zu dokumentieren.

Mönche sind fotoscheu

«Unsere Gemeinschaft hat es nicht gern, fotografiert oder gar gefilmt zu werden», hielt der Altenryfer Abt Mauro-Giuseppe Lepori fest. Mit einem Probebild habe Paul Joos ihn aber überzeugt, die Erlaubnis zu erteilen. «Und ich wurde nicht enttäuscht», betonte er. «Er arbeitete leise und diskret, ohne uns zu stören.» Der Bildband sei das Zeugnis einer Begegnung. «Er hält vergängliche Augenblicke im Bild fest. Wünsche nach Ewigkeit und Dauer bewegen alle Menschen, auch die Mönche», meinte er.Sowohl der Abt wie auch Anton Scherer, Direktor des Paulusverlages, hoffen, dass der Bildband viele Menschen dazu anregt, in ihrem von Stress geprägten Leben, auch anderen als nur materiellen Werten Geltung zu verschaffen. Der Verlagsdirektor ist aber auch überzeugt, dass der Band eine wichtige Stätte hiesiger Kultur, eine Stätte des Gebets und der Stille dokumentiert.

Vertrauen der Mönche gewonnen

Mit seinen Bildern versucht Paul Joos einen Einblick in das Innenleben der 22 Zisterzienser-Mönche von Altenryf zu vermitteln. Er will den Betrachter aber auch den Geist dieser Gemeinschaft spüren lassen. Man sieht die Mönche beim Ge- bet, bei liturgischen Feiern, bei ihrer Arbeit in den verschiedenen handwerklichen, geistigen und künstlerischen Tätigkeiten, beim gemeinsamen Essen, aber auch in ihrer Freizeit. Doch auch die einmalige Architektur der Klosteranlage wird gezeigt.Der Einstieg in das Projekt sei schwierig gewesen, betonte der Fotograf. Zuerst ging es darum, die Mönche und ihren Tagesablauf kennenzulernen und gegenseitig Vertrauen aufzubauen. Anfänglich stand ihm ein Mönch als Ratgeber und Begleiter zur Seite. Mit ihm wurde das jeweilige Programm besprochen und er zeigte ihm die verschiedenen Örtlichkeiten. «Später durfte ich mich völlig frei bewegen», zeigte sich Paul Joos erfreut.Er war sich aber auch immer bewusst, dass man sich als Aussenstehender, der sich in der Klausur bewegt, als Eindringling und Störefried vorkommt. «Es war mir wichtig, mit Respekt zu arbeiten und hie und da ein gutes Bild nicht zu machen, wenn die Störung zu gross gewesen wäre», hielt er fest. Zu diesem Respekt gehörte auch, dass er mit einer leisen Kamera arbeitete und auf das Blitzgerät verzichtete.Paul Joos weilte im Verlauf von drei Jahren fünfzehnmal im Kloster Altenryf meist für zwei, drei Tage, einmal für eine ganze Woche.

Ein Fenster auf die Schönheit

Die Bilder werden ergänzt durch acht Texte. Mönche des Klosters berichten über die Geschichte des Zisterzienser-Ordens und des Klosters Altenryf, schildern, was die Spiritualität des Zisterzienser-Ordens beinhaltet, was für sie das Leben als Mönch bedeutet. Es kommen aber auch Laien zu Wort, die regelmässig in Altenryf Einkehr halten, um geistige Nahrung zu tanken.«Das Buch – Bilder und Texte – zeigen die Schönheit eines Klosters, einer Lebensgemeinschaft», hielt Pater Jean-Marie fest, der die Textbeiträge vorstellte. «Das Buch kann zu einem offenen Fenster auf die ewige Schönheit, die Gott selbst ist, werden», ist er überzeugt. «Schönheit wird die Welt erlösen», zitierte er den russischen Dichter Fjodor Dostojewski.«Leben im Kloster Hauterive» erscheint in zwei Auflagen: Deutsch im Paulusverlag und auf Französisch in den Editions La Sarine. Es umfasst 128 Seiten, 104 Schwarz-Weiss-Bilder. Preis 44 Franken. Es ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.

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