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Intensiv wie Salzsäure

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«Boys don’t cry» in Freiburg angelaufen

Autor: Von MARKUS GERTEIS

Nach diesem Film wird man eines ganz bestimmt nicht tun, und zwar über das Wetter reden, denn «Boys don’t cry» strotzt vor Intensität und beschönigt nichts. Die Regisseurin Kimberly Pierce hat nach ausführlichen Recherchen zusammen mit Andy Bienen das Buch für diesen Film verfasst, der dem Leben der 21-jährigen Teena Brandon nachspürt, die Ende 1993 in Falls City, Nebraska, erschossen wurde. Teena ist eine junge Frau aus der Unterschicht und wünscht sich nichts sehnlicher, als ein Mann zu sein. Durch Abbinden der Brüste, kurze Haare und entsprechende Kleidung versucht sie, dies auch zu leben, und ist bereit, für ihren Traum alles zu riskieren.

Jener Abend in einer Bar, als Teena sich als Beschützer der jungen Candace aufspielt und nach einer Schlägerei zusammen mit deren beiden Freunden John und Tom das Weite sucht, wird zum Wendepunkt in Teenas Leben. Er (!) schliesst sich der Clique der beiden an, schlägt sich die Nacht mit männlichen Mutproben und Risikospielchen um die Ohren und fühlt sich zum ersten Mal so richtig als Mann. Umso mehr, als sich zwischen Lana, der Ex-Freundin von John, und ihm eine zarte Liebe anbahnt. Zum ersten Mal wird er als Brandon ernst genommen und bedingungslos geliebt.
Als jedoch der Schwindel auffliegt, bricht die heile Welt jäh zusammen und die Ereignisse überstürzen sich. Niemand in Falls City kann so recht mit der neuen Erkenntnis umgehen, und Brandon wird zum Sündenbock für so manche aufgestaute Frustration, was schliesslich gar zu seinem Tod führt. Einzig Lana hält bis zuletzt zu Brandon, und Pierce gibt der Beziehung der beiden in ihrem Film zu Recht sehr viel Raum. Sie ist wie der kleine, schöne Traum in einem riesigen, ausweglosen Albtraum. Einen Grossteil seiner Glaubwürdigkeit verdankt der Film Hilary Swank, die ihren Oscar wirklich verdient hat. Würde man ihr – insbesondere auch vom Äusseren her – den jungen Mann nicht abnehmen, dann wäre der Streifen wohl schnell zur Farce geworden.

Authentisch und vielschichtig

Was aber «Boys don’t cry» von der Masse der üblichen Transsexuellenfilme abhebt, ist seine Authentizität und Vielschichtigkeit. Auch die anderen Darsteller (Chloe Sevigny, Peter Sarsgaard oder Brendan Sexton) glänzen durch herausragende Leistungen, die den Kleinstadtmief und die letztlich zukunftslosen Charaktere äusserst plastisch erscheinen lassen. Von der Ambiance her erinnert der Streifen an Werke wie «American Graffitti» oder «Gas Food Lodging» – ein bisschen dreckig, etwas sandig, eben alles andere als hochglanzpoliert. Und ähnlich wie etwa beim britischen Movie «Naked» setzt der Film auf die Psychologie seiner Figuren und hinterlässt beim Publikum einen nachhaltigen und tiefen Eindruck.

Jetzt in Freiburg. Details siehe Inseratenseite am Schluss der FN.

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