Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Ist das gelebte Zweisprachigkeit?

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Leserbriefe

Ist das gelebte Zweisprachigkeit?

Autor: «Erster Besuch in Deutschfreiburg» – FN vom 12. Mai

Es war gut, dass der neue Bischof gleich zu Beginn seiner Amtstätigkeit Deutschfreiburg besucht hat. Ich bin froh, dass ihm die Gläubigen in St. Antoni einen herzlichen Empfang bereitet haben.

Weniger glücklich bin ich über die Besetzung der Leitungsstellen der katholischen Kirche in Deutschfreiburg. Da kommt wirklich grosse Unkenntnis der religiösen Szene und Kultur zum Ausdruck. Um das festzustellen, genügt es, etwas im Volk herumzuhören und die Familien-, Freundes- und Wirtschaftsgespräche der einfachen Leute nicht «à la snob und salopp» zu überhören.

Natürlich sind wir zufrieden, nunmehr einen unternehmungsfreudigen Bischof zu haben. Dass es aber in ganz Deutschfreiburg keinen fähigen Priester geben soll, der zum Bischofsvikar für die deutschsprachigen Gläubigen gewählt werden kann, und keine hiesige Person, die Adjunktin oder Adjunkt sein kann, liegt schon weit weg von der Wirklichkeit und zeugt von tatsächlicher Unkenntnis der treuen Deutschfreiburger Seele.

In Freiburg wird in letzter Zeit hart um die Anerkennung der Zweisprachigkeit gerungen und gekämpft (Stadt- und Bahnhofbeschriftung Fribourg/Freiburg, Spital Tafers und Merlach usw.). Wie ist es aber damit im Bistum, dessen Gremien und dessen Verwaltung? Nirgendwo ein Sensler oder Seebezirkler oder ein deutschsprachiger Stadtbewohner oder Jauner als Mitglied des Bischofsrats und der Kurie, als Präsident des diözesanen Priesterrats und des Pastoralrats, in keiner diözesanen Kommission als Präsident oder Präsidentin. Ist das gelebte Zweisprachigkeit?

Der Bischof hat es in der Hand, hier etwas zum Guten zu wenden. Oder sind die Deutschfreiburger eben doch nur Untertanen wie eh und je? Das darf und kann doch nicht sein. Schlussendlich sind die Deutschsprachigen Teil des Kantons Freiburg und der Diözese. Wer die Geschichte kennt, weiss das und weiss dies anzuerkennen. Ich – und mit mir sicher die Mehrheit der Deutschfreiburger – bin nicht bereit, das Rad der Geschichte rückwärts zu drehen und uns wieder ins Getto zurückstampfen zu lassen. Wir erwarten ein Zeichen des guten Willens und eine ermutigende Tat.

Autor: Martina Pittet, Freiburg

Mehr zum Thema