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Italien

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Bergamo

Schutzloses Medizinpersonal

Am 2. März waren in Italien schon 66 Ärzte an Covid-19 gestorben, Tausende Pfleger hatten sich bei der Arbeit infiziert. Die Krankenhäuser waren völlig überfordert, als sich die Infektionsfälle plötzlich explosionsartig häuften. Einer der Toten war der 46-jährige Diego Bianco, der die Ambulanzwagen im Spital Giovanni XXIII in Bergamo koordiniert hatte zu einer Zeit, als ständig neue Kranke mit Covid-19 gebracht wurden. Nach zwei Tagen in Quarantäne zu Hause starb Bianco.

Südtirol

Das Südtirol öffnet sich – auch ohne Einverständnis aus Rom

Als erste Provinz Italiens kündigte Südtirol am 8. Mai an, sofort fast das gesamte gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben wieder hochzufahren. Damit widersetzte es sich der italienischen Zentralregierung, die erst ab dem 18. Mai einige, vielleicht regional dosierte Lockerungen der Beschränkungen gestatten wollte. Die italienische Regierung entschied dann nicht für das ganze Land, sondern übergab am 18. Mai den Regionen die Verantwortung für die Lockerungen.

Bergamo

Sechsmal mehr Tote als üblich

Eine Studie zur Übersterblichkeit in Italien bestätigte Anfang Mai die Tragödie in der am stärksten betroffenen Provinz im Norden. In Bergamo und Umgebung waren in den ersten Wochen der Corona-Pandemie 568  Prozent mehr Menschen gestorben als in einem durchschnittlichen Jahr.

Lombardei

Fast 1000 Tote an einem Tag

In der Schweiz waren es auf dem Höhepunkt der Pandemie gut 1000 Infektionen pro Tag, Italien meldete am 27.  März fast 1000 Tote, so viele wie an keinem Tag zuvor. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg um fast 6000 auf über 86  000. Damit lag Italien damals weltweit gleichauf mit den USA. Die gute Nachricht an diesem Tag: Die Kurve der Neuinfektionen flachte sich bereits etwas ab.

Chiasso

Grenze schliessen oder nicht?

«Nein, eine Grenzschliessung würde nichts bringen. Es geht darum, jetzt die richtigen Massnahmen durchzusetzen. Und nicht falsche, die noch zusätzlichen Schaden anrichten.» So reagierte Daniel Koch am 23. Februar auf die Forderung des Tessiner Nationalrats Lorenzo Quadri.

Gut zwei Wochen später, am 8. März, wurde jeder und jede an der Grenze zumindest kontrolliert. Und Italien hatte selber das Reisen auf seinem Territorium verboten. Zwei Tage später forderte das Tessin Verstärkung an den Grenzen. Und am 13. März ging die Grenze dann doch zu, ausser «für Schweizer Staatsangehörige, Personen mit gültigen Aufenthaltsbewilligungen und Menschen, die aus beruflichen Gründen oder aus absoluter Notwendigkeit einreisen müssen».

Die einseitige Grenzöffnung durch Italien am 3. Juni verärgerte die Schweiz, weil sie nicht abgesprochen war.

Vo’

Italien riegelt Gemeinden ab

«Nach dem Modell Wuhan» riegelte Italien am 23. Februar ein Dutzend Gemeinden in der Lombardei komplett von der Umwelt ab: Vo’, Codogno und zehn weitere, die in den FN nicht genannt wurden. Grund waren 132 Infektionen und drei Todesfälle. Betroffen waren rund 50 000 Menschen.

Rimini

Der 101-Jährige, der genesen ist

Zu der Zeit, als in Italien die höchsten Todesfallzahlen gemeldet wurden, gab es auch eine gute Nachricht: Am 28. März meldeten die FN, dass ein 101-jähriger Maurer aus Rimini die Corona-Infektion überlebt habe. Er war damals der älteste Mensch, der genesen war. Geboren wurde der Italiener übrigens, als weltweit die Spanische Grippe wütete.

Codogno

Patient Nummer eins wieder zu Hause

Am 24. März durfte der 38-jährige Mattia, der «Paziente uno» aus Codogno, einen Monat nach der Einlieferung ins Spital und nach langem Ringen um sein Leben nach Hause. Wer Mattia angesteckt haben könnte, ist bis heute ein Rätsel.

Mondragone

Bulgarische «Sklaven» protestieren

Ende Mai hatte die Regionalbehörde in Mondragone bei Neapel ein Stadtviertel komplett abgesperrt, das vor allem von bulgarischen Feldarbeitern bewohnt wird. Mindestens 49 der ungefähr 800 Bulgaren hatten sich mit Corona infiziert. Nach vier Tagen Isolation brachen die Bulgaren zu Dutzenden die Vorschriften und gingen mit ihrem Unmut, aber ohne Schutzmasken auf die Strasse, wie die FN am 2. Juni berichteten. Ohne die paar Euro, die ihnen ihre Sklaventreiber auf den Tomatenfeldern schwarz bezahlten, fehle das Nötigste, sagten sie.

Sassari (Sardinien)

Kuriose Hafterleichterung für Mafioso

Ein sardisches Gericht schickte Ende April einen kranken Mafia-Boss wegen der Gefahr einer Corona-Infektion aus seiner Einzelzelle im Gefängnis von Sassari in den Hausarrest. Allerdings in die Nähe von Brescia, mitten ins Krisengebiet. Eine Einzelzelle wäre bezüglich Ansteckungsgefahr wohl sicherer gewesen. Die Hafterleichterung für den Boss löste einen Sturm der Entrüstung aus.

Rom

Herzerwärmendes aus dem Wettlauf mit dem Virus

Mitte März berichteten die FN von Italienern, die sich auf Balkonen Mut ansangen, «während in der Lombardei die Betten in den Intensivstationen ausgehen». Die Idee der Balkonkonzerte hatte die Strassenband einer Kulturvereinigung in Rom, die sich FanfaRoma nennt. Sie postete ihren Aufruf auf Facebook: «Öffnen wir die Fenster, zeigen wir uns auf unseren Balkonen und stimmen wir alle zusammen ein, auch wenn wir voneinander entfernt sind.»

«Schweinerei»

Fünf Parlamentarier mit einem Monatslohn von mehr als 12 000 Euro haben sich mitten in der Pandemie bereichert und den Bonus für Härtefälle von mehreren Hundert Euro pro Monat kassiert. Für sie als Selbstständigerwerbende war das möglich, weil niemand es kontrollierte. Das war nicht illegal, aber eine «Schweinerei», wie die FN im August berichteten.

Rom

«Wir erleben den grössten Schock seit dem letzten Krieg»

In einem grossen Interview sprach Italiens Premierminister Giuseppe Conte in den FN vom 20. April über mangelnde Solidarität mit Italien, seine, Contes, Verantwortung für die massive Einschränkung des öffentlichen Lebens und die Gefahren der Krise für die Europäische Union. Zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen forderte er Eurobonds – und wies den Vorwurf von sich, sein Land würde Geld verprassen. Eurobonds gab es zwar nicht, aber doch ein riesiges Solidaritätspaket aus der EU.

Süditalien

Nun breitet sich auch der Hunger aus

Im Süden Italiens nahmen Ende März die sozialen Spannungen zu, weil viele Schwarzarbeiter wegen des Lockdowns ohne Einkommen dastanden. Die Regierung beschloss deshalb, allen Gemeinden 4,3 Milliarden Euro Subventionen vorzeitig auszuzahlen, damit sie sich besser um die Schwächsten der Gesellschaft kümmern könnten. Weitere 400 Millionen Euro an Direkthilfen leistete der nationale Zivilschutz in Form von 25-Euro-Bons für Lebens­mittel und Medikamente.

Italien

Schulschliessungen und Verbot von Veranstaltungen

Ab dem 9. März war ganz Italien als erstes Land Europas ein einziges Quarantänegebiet. Wenn nicht unbedingt nötig, sollten die 60 Millionen Menschen ihre Häuser nicht verlassen. Kindergärten, Schulen, Universitäten und Kirchen sowie die meisten Läden waren geschlossen. Sämtliche Sportveranstaltungen wurden ausgesetzt. Alle nicht notwendigen Geschäftsaktivitäten mussten eingestellt werden. Bars und Restaurants waren zu, der internationale Flug- und Bahnverkehr stark eingeschränkt.

Coronagrafie

Die FN haben seit dem Beginn der Corona-Pandemie mehr als 2700 Artikel publiziert, die sich mit Fallzahlen, Auswirkungen, Absagen, Lockerungsmassnahmen und vielem mehr beschäftigten. In einer losen Serie blicken wir zurück.

Konzeption und Umsetzung: Yves Bertrand und Caroline Bürgy Poffet

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