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Jäger wollen Wildhüter-Aufgaben übernehmen

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Eine Volksmotion einer Jägergruppe verlangt die Reduktion der Anzahl Wildhüter

Autor: Von ANTON JUNGO

Die Motion der Jägergruppe trägt den Titel «Kostensenkung durch Neuordnung der kantonalen Jagdgesetzgebung und Reduzierung der Anzahl Wildhüter, Abschaffung der Hilfswildhüter-Stellen». Sie wurde am 10. August beim Büro des Grossen Rates eingereicht. Die Volksmotion wurde von 3333 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet; notwendig wären 300 Unterschriften.«Das Vertrauen zwischen den Jägern und dem Amt für Wald, Wild und Fischerei ist seit Jahren gestört», erklärte Peter Brülhart, einer der Motionäre, am Montag auf die Frage, weshalb die Volksmotion lanciert worden ist. Er erinnerte an die zahlreichen Jäger, die im Jahr 2000 wegen Jagdvergehen vor dem Gericht erscheinen mussten. In den meisten Fällen ging es damals um das unvollständige Ausfüllen des Jagdbüchleins. Die Situation sei heute noch nicht viel besser, meinte er und betonte: «Die Wildhüter laufen uns nach wie junge Hunde.»

Arbeitsbeschaffung für die Wildhut?

Im Begleittext zur Motion heisst es dazu: «Auf kantonaler Ebene wird die Ausübung der Jagd mit 110 Artikeln in Reglementen und Verordnungen mit insgesamt über 420 Bestimmungen geregelt.» Viele dieser Bestimmungen seien überflüssig und erforderten eine überhöhte Zahl an Wildhütern. Mit der Motion wird deshalb nicht nur eine Vereinfachung der Gesetzgebung, sondern auch eine Reduzierung der Anzahl Wildhüter von bisher 16 auf 7 innert fünf Jahren verlangt. Die Funktion der Hilfswildhüter soll ganz abgeschafft werden. Aufgaben, die bisher von den Wildhütern wahrgenommen wurden, sollen an die Jäger delegiert werden. Peter Brülhart erwähnt z. B. die Entsorgung von angefahrenem Wild.Einen weiteren Grund für die Einreichung der Motion sieht Peter Brülhart auch in der schlechten Jagdplanung durch das zuständige Amt. «Der Jagdruck ist viel zu gross. Ganze Sektoren werden leergeschossen. Im Frühjahr retten wir Rehkitze und im Herbst sollen wir sie abschiessen», führte er aus. Den Schuldigen für diesen Zustand ortet er bei Walter Schwab, Vorsteher des Amtes für Wald, Wild und Fischerei. «Schwab hat nur die Waldseite im Blick», meinte er über seinen Jägerkollegen.Nicht weniger zimperlich geht der Begleittext zur Volksmotion mit dem Dienstchef um. «Für den Abteilungschef waren Fragen der Jagdausübung und des Wildmanagements offensichtlich bloss von sekundärer Bedeutung und höchstens ein Thema, wenn es neue Einschränkungen zu verordnen galt», heisst es dort.Es wird im Text weiter darauf hingewiesen, dass es neben den Gesetzesartikeln und Reglementen neuerdings noch interne Weisungen gebe, die den Jägern verheimlicht, aber sehr wohl angewandt würden. Den wahrscheinlichen Grund für die Reglementsflut sehen die Motionäre in der Arbeitsbeschaffung für die Wildhut.

Naturraum nicht einseitig sehen

«Das Jagddossier ist eine meiner Hauptsorgen», erklärte am Montag der «angeschossene» Dienstchef. «Um die Jagd besser zu verstehen, habe ich die Jagdprüfung absolviert und wurde aktiver Jäger», meinte er. «Die Jagd findet im Naturraum statt, der von den verschiedensten Kreisen in Anspruch genommen wird. Es braucht deshalb eine Gesamtübersicht», führt Walter Schwab aus. Die Jagd sei etwas sehr Wichtiges, doch heute in manchen Kreisen auch umstritten. Er mahnt deshalb die Jäger auch zu umsichtigem Vorgehen.Die Unterstellung, dass es in seinem Amt «geheime Weisungen» gebe, bezeichnet er schlicht als «Chabis». Er wirft den Motionären auch vor, dass sie bewusst «falsche und irreführende Angaben» machten. Was die Flut an Bestimmungen betrifft, hält er fest: «Es ist die Jägerschaft selbst, die detaillierte Regelungen und jedes Jahr neue Details verlangt.» Er weist aber auch auf das gute Verhältnis seines Amtes mit dem Freiburgischen Jägerverband hin und dass es nach zehn Jahren Zeit sei, die Jagdgesetzgebung gemeinsam zu überdenken.

Es wird alles vermischt

Wie Philippe Volery, Vizepräsident des Freiburger Jägerverbandes, auf Anfrage erklärte, steht sein Verband nicht hinter der Volksmotion der Jägergruppe. Der Verband hat den Motionären in einem Brief mitgeteilt, dass verschiedene Ansatzpunkte der Motion interessant seien, dass man aber die Art und Weise des Vorgehens nicht teile. «In der Motion wird alles vermischt. Sie ist ein Rundumschlag, und es fehlt ihr die Einheit.»Wie er ausführt, steht der Verband in intensivem Kontakt mit dem Amt für Wald, Wild und Fischerei. «Es ist nun zehn Jahre her, dass das neue kantonale Jagdgesetz in Kraft ist. Dies ist ein guter Moment, um zu überdenken, was am Gesetz gut und was verbesserungswürdig ist. Der Verband hat vom Amt ein entsprechendes Mandat erhalten», betont Philippe Volery. Es werden Lösungen diskutiert; z. B. für die Frage, ob einzelne Arbeitsbereiche, die heute von der Wildhut wahrgenommen werden, den Jägern übertragen werden könnten.

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