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«Jeder Tanz erzählt eine Geschichte»

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Zum ersten Mal nehmen Australier am Folkloretreffen in Freiburg teil

Autor: Mit EVA MULLALEY sprach CHRISTIAN SCHMUTZ

Sind die in Freiburg gezeigten Tänze stark mit der Aborigines-Kultur verbunden?

Ja. Unsere Kultur, unser Glaube, ja unsere ganze Geschichte basiert auf Tänzen und Liedern. Jeder Tanz erzählt eine Geschichte. Zusammen mit den Märchen haben diese für die Kinder eine grosse Bedeutung. Jede Art von Glauben ist mit der Natur verbunden und mit unseren sechs Jahreszeiten.

Sechs Jahreszeiten?

Für jede Tätigkeit gibt es die richtige Jahreszeit. Aber diese sind von Gemeinschaft zu Gemeinschaft verschieden. Es gibt über 750 Dialekte der Aborigines und jede Sprachgruppe hat ihre eigenen Jahreszeiten. Australien ist so gross, dass es ein Unterschied macht, ob man in der Wüste oder im Regenwald lebt. Die Natur bestimmt Leben und Aufteilung.

Was zeigt die Gruppe Nibjlm?

Die vier Tänzer zeigen sechs Tänze, begleitet von einem Didgeridoo und einem Schlagzeug. Wir stellen zum Beispiel die traditionellen Jagdbräuche dar. Da unser jüngstes Gruppenmitglied erst 16-jährig ist, ist unsere Tanzauswahl eingeschränkt. Erst wenn die Jüngeren als reif genug angesehen werden, werden ihnen neue Tänze gelehrt. Man muss immer genau wissen, was ein Tanz bedeutet. Aber unsere Tänze sind alle eigentliche Zeremonien um ein Lagerfeuer.

Wie hat die Gruppe angefangen?

In den Kimberleys, den Hügeln im Nordosten von Westaustralien, wollten die Älteren den Jüngeren so ihre Kultur weitergeben. So werden die Jungen stolz auf ihre Herkunft und hängen nicht gelangweilt herum. In den Reservaten gibt es noch starke Aborigines-Vereinigungen. Sonst aber muss eine Familie schon sehr stark sein, um die kulturellen Bande auch zu pflegen. Kenntnisse der eigenen Kultur helfen den Jungen, einen eigenen Weg zu finden. Wie bei anderen Teenagern werden sie ohne Perspektiven gelangweilt und destruktiv.

Geht es den jungen Leuten aus der Gruppe denn jetzt besser?

Ich denke schon. Sie haben eine Verbindung zu ihrer Region, haben etwas, woran sie arbeiten können, das sie stolz macht und neue Leute kennen- lernen lässt.

A propos neue Leute. Wie erleben Sie den Kontakt mit anderen Gruppen?

Unsere kleine Gruppe hat den Nachteil, dass die Mitglieder gegenüber grossen Gruppen eingeschüchtert sind. Wir können nicht so einfach Kontakte knüpfen. Auch die kulturellen Unterschiede sind manchmal eine Barriere, da ich nicht weiss, was bei anderen als unhöflich angesehen wird. Aber ich freue mich schon, wenn mit der Zeit Party-Atmosphäre aufkommt.

Und Freiburg?

Die Stadt gefällt mir sehr gut. Das historische Erbe der Bauten geht viel weiter zurück als in Australien. Jedes Mal, wenn wir vom Bus aus die Altstadt sehen, kommen wir ins Schwärmen. Und auch die Ambiance gefällt uns hier besser als in Frankreich.

Sie sind kurzfristig eingesprungen, als die Männergruppe der «Bardi Dancers» absagen musste. Wie schwierig war dies?

Das war gar nicht so schlimm. Wir wurden zwei Wochen vor Ab-flug angefragt und mussten in die- ser Zeit Reisepässe, Flüge und einiges mehr organisieren. Aber da die Gruppe sehr klein ist und wir flexibel sind, haben wir das geschafft.

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