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Jetzt krabbeln sie wieder im Unterholz

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Jetzt krabbeln sie wieder im Unterholz

Zecken machen im Frühjahr besonders gerne Jagd auf Menschen und Tiere

Die stecknadelkopfkleinen Tiere gehören zur Gattung der Spinnen. Sie saugen sich gerne an Menschen und Hunden fest und übertragen dabei häufig Krankheiten. Im freiburgischen Grossen Moos sind Zecken verbreitet, jedoch nicht mehr als in anderen Kantonen.

Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN

Von den herrlichen Spaziergängen durch den Wald oder entlang den Seeufern sollte sich niemand abhalten lassen. Auch wenn die Zecken sich in vielen Gebieten der Schweiz, insbesondere auch im Seeland, emsig darum bemühen, möglichst viel Nahrung in Form von Tier- oder Menschenblut aufzunehmen. Mit geeigneten Vorsichtsmassnahmen kann man sich dagegen wehren, von Zecken heimgesucht zu werden. Menschen schützen sich am besten dadurch, dass sie mit geschlossenen Schuhen und langärmeligen und die Beine bedeckenden Kleidern im Wald spazieren.

Aufklärung der Bevölkerung

«Es ist wichtig, die Bevölkerung auf die Übertragung von Krankheiten durch Zecken aufmerksam zu machen, eine Hysterie ist aber völlig fehl am Platz», meint der Allgemeinpraktiker Doktor Peter Tettü aus Murten. Dieser Meinung schliesst sich auch die Tierärztin Susi Moser aus Murten an. Gemäss Doktor Pius Meier vom Kantonsarztamt Freiburg ist bisher kein Fall auf Kantonsgebiet bekannt, wo eine durch Zecken übertragene Frühsommer-Menigoencephalitis (FSME) vorgekommen ist. Eine vorbeugende Impfung gegen FSME wird vor allem Förstern und Waldarbeitern empfohlen.

Im Grossen Moos, entlang dem Murtensee beim Chablais, aber auch in den Wäldern auf dem übrigen Kantonsgebiet gibt es Zecken. Bis auf 1500 Meter über Meer kommen die Zecken vor; dass sie aber auf Bäumen leben und sich von dort auf ihre Beute hinunterstürzen, das stimmt nicht. Im Unterholz und in Gebüschen sind sie bis auf eine Höhe von ungefähr 60 Zentimeter anzutreffen. Wenn nun Warmblüter (Menschen und Tiere) vorbeikommen, ergreifen die Zecken die Gelegenheit und krabbeln auf die blossen Hautstellen, wo sie sich mit Blut vollsaugen und dadurch um ein Vielfaches an Körpervolumen zulegen.

In den ersten 12 bis 24 Stunden, die eine Zecke auf der Menschen- oder Tierhaut haust, passiert nichts Schlimmes. Erst danach kann es zu einer Übertragung von Krankheiten kommen.

Peter Tettü erklärt: «Weitaus die meisten Zecken sind ungefährlich. Die Anzahl Zecken, die Krankheiten übertragen, sind im Promillebereich, bis höchstens zu einem Prozent, zu finden.» Diese können jedoch die für Mensch und Tier gefährliche Lyme-Borreliose übertragen. Der Erreger ist das Bakterium Borrelia burgdorferi, eine Impfung ist nicht möglich, eine Behandlung mit Antibiotika hingegen existiert. «Die Krankheit kann hohes Fieber und Gelenkschmerzen verursachen. Weitaus häufiger kann man das Auftreten von Hautrötungen an der Bissstelle (Erythema migrans) beobachten. Im weiteren Verlauf breitet sich die Rötung ringförmig über den Körper aus. Sie tut nicht weh und juckt auch nicht, deswegen wird dieses Symptom auch gerne übersehen. Es gehört zum Krankheitsstadium eins und ist mit Antibiotika leicht behandelbar».

«Die meisten Zecken
sind ungefährlich»

Die FSME, ebenfalls durch Zecken verbreitet, wird durch einen Virus verursacht, das Nervensystem wird angegriffen. Eine Impfung existiert, eine Behandlung mit Antibiotika ist aber nicht möglich. Die FSME kann bleibende Schäden hinterlassen. Gemäss dem Arzt Pius Meier ist dieses Virus momentan im Kanton Freiburg noch kein Problem. Eine gefährdete Region hingegen ist das Gebiet um den Bielersee, bei Täuffelen.

Was ist für den Hund gefährlich?

Wie soll man sich verhalten, wenn man mit seinem Vierbeiner weiterhin in der Natur spazieren, aber keine Zielscheibe für Zecken-Attacken sein möchte?

«Die tagtäglichen Risiken, die man im Strassenverkehr eingeht, sind um ein Vielfaches höher als beim Waldspaziergang mit seinem Tier», meint die Tierärztin Susi Moser. Nach jedem Waldspaziergang soll man seinen Hund gut bürsten und nach Zecken absuchen. Durch das Bürsten können die meisten Zecken mühelos entfernt werden. Mit einem Welpen ist man meistens in regelmässigen Abständen beim Veterinär, dabei lässt man sich am besten auch über Vorbeugemassnahmen gegen Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, informieren. Sprays, Impfungen und das Tragen von speziellen Halsbändern wird empfohlen.
«Sobald man eine Zecke auf dem Hund entdeckt, soll man sie gerade
herausziehen, mit den Fingern oder mit einer Pinzette, und die Zecke danach entweder zerdrücken, verbrennen oder in den Hauskehricht geben. Im Abwasser leben die Tiere weiter», sagt die Tierärztin. Auf keinen Fall soll mit Öl
an der Zecke gerieben werden, auch das früher empfohlene Drehen nütze nichts. Einen hundertprozentigen Schutz gebe es nicht, aber eine gute Vorbeugung und allenfalls Behandlung beim Veterinär sei wichtig. Bei Hunden mit glattem Fell entdeckt man die Zecken viel schneller als bei solchen mit gekraustem oder zotteligem Haar.

Nicht mehr Fälle als im Vorjahr

Der Holzbock, die braune Hundezecke und die Buntzecke können den Hunden gefährlich werden. Katzen bleiben meistens verschont davon. Die früher eher in wärmeren Ländern vorkommenden Erkrankungen sind heute auch in der Schweiz verbreitet: die Borreliose, die Babesiose, die Ehrlichiose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis.

Diesen Frühling wurden bei Susi Moser nicht viel mehr Fälle als in anderen Jahren und auch keine schweren Fälle von Infektionen bei Hunden verzeichnet. «Eine solide Prophylaxe ist wichtig», erklärt die Veterinärin.

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