Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Jungmechaniker sollen alte Autotechnik retten

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Laut den Bundesämtern für Statistik und Strassen waren 2016 in der Schweiz rund 78 000 Oldtimer zugelassen, davon rund 1650 im Kanton Freiburg. Der Bestand solcher Autos nimmt seit zwanzig Jahren stetig zu.

Hinzu kommen rund 130 000 Youngtimer (siehe Kasten) sowie eine unbekannte Anzahl nicht gemeldeter Autos beider Alterskategorien, die in Garagen und Schuppen auf ihr rostiges Ende oder ihre Restauration warten.

Die Automobilrevue schätzt den Jahresumsatz mit solchen Autos auf rund 500 Millionen Franken im Jahr. Das Branchenmagazin vermutet unter den Kunden nebst Autoliebhabern auch Investoren, die ihr Geld lieber in Oldtimer anstatt zinslos bei Banken oder in undurchsichtigen Aktien anlegen.

Der Prüfungsexperte

Entgegen dem Trend zu älteren Autos finden sich immer weniger Mechaniker, die solche Fahrzeuge fachmännisch und originalgetreu reparieren und restaurieren können. Zum einen erfahren junge Auto­mecha­troniker während der Ausbildung nichts über alte Fahrzeugtechniken. Sie lernen vor allem, wie elektronisch ge­steuer­te Geräte und miteinander vernetzte Assistenzsysteme funktionieren, sowie Techniken der Zukunft wie Hybrid- und Elektrofahrzeuge kennen.

Zum anderen nehmen fachkundige Mechaniker nach und nach «ihr Wissen und ihr Können mit in die Pensionierung und ins Grab», wie es Olivier Piller ausdrückt.

Der 47-jährige Garagist aus Alterswil ist Prüfungsexperte der neu geschaffenen Weiterbildung zum Fahrzeugrestaurator. «Indem das Handwerk an die nächste Generation weitergegeben wird, wird es vor dem Vergessen gerettet. Das ist auch deshalb wichtig, weil historische Fahrzeuge und ihre Technik zum Kulturerbe gehören», sagt Piller.

Eidgenössischer Fachausweis

Die zweijährige, berufsbegleitende Weiterbildung ist von der IG Fahrzeugrestauratoren Schweiz gemeinsam mit dem Autogewerbeverband Schweiz und dem Schweizerischen Carrosserieverband erarbeitet worden. Sie richtet sich an Fachleute mit fahrzeugtechnischer Grundbildung und bietet drei Fachrichtungen: Automobiltechnik, Carrosseriespengler und Carrosserielackier an.

Die sechs Module der Weiterbildung werden in fünf Städten der Deutschschweiz unterrichtet. Dort behandeln Fachlehrer von Berufsschulen Fahrzeuge der Jahrgänge 1946 bis 1980. «Die Weiterbildung kann mit eidgenössischem Fachausweis abgeschlossen werden, was Anfang dieses Jahres die ersten 15 Absolventen der Fachrichtung Automobiltechnik getan haben», erklärt Piller.

Das Einmannorchester

Den Inhaber der Hofmatt-Garage in Alterswil faszinieren Oldtimer seit der Kindheit. «Mein Vater hatte die Garage von seinem Vater übernommen und verkaufte die englischen Automarken Austin und Mini. An ihnen grübelte und bastelte ich bereits in jungen Jahren viel herum», erinnert sich Olivier Piller.

Neben der Werkstatt seiner Garage stehen in einem Showroom sechs englische und französische Oldies: ein dreirädriger Villard mit Jahrgang 1927, zwei MG von 1956 und 1965 sowie zwei Triumph, ein Stag aus dem Jahr 1976 und ein knallroter GT6 von 1967. Diesen Sportwagen hat Piller während seiner Lehrzeit gekauft. «Das Geld dafür hatte ich als Einmannorchester verdient», erzählt er.

Französischer Interessent

Olivier Piller und seine Frau fahren im Sommer – häufig mit ihren beiden Töchtern – fast jedes Wochenende einen bis zwei der Oldtimer aus. «Sie bedeuten mir alle sehr viel. Deshalb würde ich sie nie verkaufen», sagt das Mitglied des Oldtimerclubs Freiburg. Diese Antwort erhielt auch ein Interessent aus Frankreich, der den Preis des Triumph GT6 wissen wollte.Das unverkäufliche und für ihn bedeutungsvolle Auto hat Olivier Piller den Fahrzeugrestauratoren für den praktischen Teil ihrer Schlussprüfung zur Verfügung gestellt. «Sie mussten den Zündverteiler zusammenbauen, den ich in seine Einzelteile zerlegt hatte», sagt Piller. Wie viele Absolventen den Fähigkeitsausweis erhalten, ist noch nicht bekannt.

Infos über die Weiterbildung zum Fahrzeugrestaurator unter www.fahrzeugrestaurator.ch

«Indem das Handwerk an die nächste Generation weitergegeben wird, wird es vor dem Ver­gessen gerettet.»

Olivier Piller

Fahrzeugrestaurator

Definition

Von älteren Autos und älteren Menschen

Im deutschsprachigen Raum sind mit Oldtimer mindestens 30  Jahre alte Fahrzeuge gemeint. In England hingegen werden ältere Autos gemeinhin classic cars oder vintage cars genannt. Autos, die zwischen 25  und 30 Jahre alt sind, gelten im deutschsprachigen Raum als Youngtimer. In England werden solche Autos modern classic cars genannt. Als old-timer bezeichnen die Briten in der Umgangssprache einen alten Menschen. Die beiden Deutungen des Wortes passen jedoch insofern zusammen, dass die Besitzer von Oldtimerautos nicht selten elderly people sind – ältere Menschen.

rst

Mehr zum Thema