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Kampf gegen die «Hetzjagd»

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Kampf gegen die «Hetzjagd»

Gastro See stellt die neue Ein-Glas-Politik und die Polizeikontrollen in Frage

Reicht ein Glas Bier oder Wein, um 0,5 Promille zu erreichen? Gemäss Wirteverband See handelt es sich hierbei um eine Falschinformation des Strassenverkehrsamts. Jetzt sind Gegentests geplant.

Von PATRICK HIRSCHI

«Die Lage ist ernst. Der Gürtel ist bereits im letzten Loch!» Mit diesen Worten begrüsste Präsident Ruedi Notz die Mitglieder der Sektion See des Wirteverbandes Gastro Freiburg am Montag im Restaurant Stöckli in Löwenberg bei Murten. Nun ist es zwar nicht das erste Mal, dass ein Präsident eines Wirteverbandes schwarz malt. Wenn aber Ruedi Notz darauf verzichtet, seinen Jahresbericht musikalisch mit seiner Handorgel zu untermalen, scheint die Lage tatsächlich prekär zu sein.

Von den geladenen Gästen erschien niemand vom Oberamt, von der Kantonspolizei oder von den kantonalen Behörden, was Notz sehr bemängelte. Vielleicht ahnten die Abwesenden, dass gegen sie zum Teil scharf geschossen wird. «Eigentlich sollte man dieses Amt einklagen», meinte Ruedi Notz zur Aktion des Strassenverkehrsamtes. Auf jeder Wirtshausrechnung werde dem Gast vorgegaukelt, dass nach einem Glas Bier oder Wein die 0,5-Promille-Grenze erreicht sei. Das sei eine Einschüchterung der Verkehrsteilnehmer, befand Notz.
Auch die verschärften Polizeikontrollen seit Beginn dieses Jahres seien eine Zumutung, meinte er weiter. Trotzdem wolle aber der Kantonsvorstand mit der Polizei sowie mit Prominenten, Medizinern und der Presse zusammenarbeiten. Gemeinsam sollen Alkoholtests durchgeführt werden, welche die These des Strassenverkehrsamtes widerlegen sollen.

Der Präsident empfahl den Anwesenden, vermehrt auf Offenausschank oder Taxibons zu setzen. «Nur wer geniesst, ist auch geniessbar», meinte er zusammenfassend.

Mehr an die Nichtraucher denken

Doch die neue Promillegrenze ist nur eines von vielen Themen, das den Wirten im Seebezirk Kopfzerbrechen bereitet. Aktuell ist auch das Thema Rauchen. Notz empfahl den Sektionsmitgliedern, nach Möglichkeit Nichtraucherzonen anzubieten.

Diesem Vorschlag schloss sich auch Tobias Zbinden, Präsident des Kantonalverbandes, an. Er erinnerte jedoch daran, dass auch Raucher willkommene Gäste sein sollen.

Und eine gute Nachricht hatte Zbinden für die Anwesenden dann auch noch. Er teilte mit, dass das Gastgewerbe im Kanton Freiburg gute Hygienenoten erhalten habe.

Roger Ramseier neu im Vorstand

Die Sektionsmitglieder bestätigten Ruedi Notz für weitere drei Jahre im Präsidentenamt. Reto Notz ist aus dem Vorstand ausgetreten. Er wird durch Roger Ramseier ersetzt.

Die Jahresrechnung 2004 schliesst mit einem Buchgewinn von rund 2800 Franken. Damit beläuft sich das Verbandsvermögen nun auf über 20 000 Franken.
Nicht nur Promille-Probleme

Die Senkung der Promillegrenze bekommen die Wirte klar zu spüren. Es ist von Umsatzeinbussen von 20 bis 50 Prozent die Rede.

Prozentangaben kann Michael Piller vom Restaurant Grizzly’s in Murten keine machen. Er stelle aber fest, dass zum Essen oft nur noch ein Glas statt eine Flasche Wein bestellt werde. Auch Bier würde weniger konsumiert. «Und die Aperozeit ist definitiv vorbei», sagt er.

Auch Hansueli Leisi (hôtel de la Gare, Sugiez) und Pierre-André Derron (auberge de l’Ecu, Praz) haben festgestellt, dass sich zum Aperitif und zum Feierabend weniger Gäste einfinden. Derron hat als Konsequenz ein Bier mit einem Alkoholgehalt von 2,4 Volumenprozent eingeführt. Das laufe recht gut.

Leisi schätzt, dass sein Umsatz beim Offenwein um etwa 30 Prozent zurückgegangen ist. Er und Derron sehen das grosse Problem aber nicht in der neuen Promillegrenze, sondern im Vorgehen der Polizei. «Eine regelrechte Angstmacherei», meint Leisi. Bis Mitte Februar habe es in der Region Vully so gut wie keine Verkehrskontrollen gegeben. Dann seien plötzlich überall Uniformierte anzutreffen gewesen.

Michael Piller macht sich wegen dem veränderten Konsumverhalten seiner Gäste keine grossen Sorgen. «Das Hauptproblem ist etwas anderes», meint er. Vielerorts werde heutzutage ausserhalb der traditionellen Gaststätten gewirtet – und zwar ohne Patent, Vorschriften, Abgaben usw. Da gäbe es finanziell unterstützte soziale Institutionen, die in ihren Räumlichkeiten regelmässig Feste veranstalten würden; oder Ausländerzentren, die mit günstigen Getränken auch viel Schweizer Kundschaft anlockten. «Ein Gesetz existiert – aber kontrolliert wird nur bei uns», sagt Piller. hi

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