Granges-Paccot 19.03.2019

Freiburger Museen setzen auf die Milch

Die Vertreterinnen und Vertreter der Freiburger Museen vereinen sich rund ums Thema Milch.
Vor eineinhalb Jahren haben die Museen des Kantons Freiburg einen Verband gegründet. Jetzt trägt die Zusammenarbeit erste sichtbare Früchte, zum Beispiel mit einem gemeinsamen Ausstellungsprojekt.

Die Freiburger Museen erklären das Jahr 2019 zum Jahr der Milch: Je ­eine grosse Ausstellung im Natur­histo­rischen Museum Freiburg und im Greyerzer ­Museum in Bulle sowie weitere Aktivitäten in dreizehn anderen Museen und Institutionen werden dem Publikum ab diesem Frühling die vielen Facetten der Milch aufzeigen (siehe Kasten). Es handelt sich um ein Projekt des im September 2017 gegründeten Verbands der Museen des Kantons Freiburg. Es sei die erste grosse gemeinsame Initiative der im Verband zusammengeschlossenen Museen, sagte Präsident Ivan Mariano gestern vor den Medien.

Die Entstehungsgeschichte des Projekts illustriere schön, warum der Verband der Museen eine gute Sache sei, sagte Isabelle Raboud-Schüle, Direktorin des Greyerzer Museums: «Bei der Verbandsgründung kam ich mit Peter Wandeler, dem Direktor des Naturhistorischen Museums, ins Gespräch. Wir stellten fest, dass wir beide daran waren, eine Ausstellung zur Milch vorzubereiten. So entstand die Idee, uns zusammenzuschliessen und noch weitere Museen an Bord zu holen.» Das passe zu den Zielen des jungen Verbands: «Wir wollen zusammenarbeiten, und wir wollen, dass man das auch sieht.» Das gemeinsame Ausstellungsprojekt werde dem Publikum vieles bieten. Und auch für die Museen seien solche Initiativen sinnvoll, ergänzte Peter Wandeler: «Jedes Museum bringt seine Erfahrungen mit, so können wir voneinander lernen und uns gegenseitig bereichern.»

Für mehr Zweisprachigkeit

Auch Präsident Ivan Ma­ria­no, Direktor des Museums Murten, zeigte sich eineinhalb Jahre nach der Gründung des Verbands zufrieden: «Es bringt zwar Arbeit mit sich, aber unter dem Strich profitieren alle. So ist es zum Beispiel viel effizienter, wenn wir für Anlässe wie ‹Kultur und Schule› einen einzigen Ansprechpartner bieten können.»

Neben dem gemeinsamen Ausstellungsprojekt wird den Verband in der nächsten Zeit vor allem das Thema Zweisprachigkeit beschäftigen. In den kommenden Tagen wird der Verband eine eigene Website aufschalten. Darauf wird eine Rubrik speziell auf zweisprachige Veranstaltungen in den verschiedenen Mu­seen hinweisen. In einem zweiten Schritt will der Verband ab 2020 zweisprachige Mediatoren und Museumsführer ausbilden, die nach Bedarf an den verschiedenen Orten zum Einsatz kommen sollen. Mittelfristig denken die Museen auch über ein grösseres gemeinsames Projekt rund um die Zweisprachigkeit nach, zum Beispiel eine Ausstellung. «Für die Förderung der Zweisprachigkeit können wir beim Bundesamt für Kultur Geld beantragen», erklärte Ivan Mariano. Für 2019 habe das Amt bereits 12 000 Franken gesprochen. «Wir planen auf drei Jahre und hoffen, auch 2020 und 2021 von Bundesgeldern profitieren zu können», so Mariano.

Zwei neue Mitglieder

Im Anschluss an die gestrige Medienkonferenz trafen sich die Vertreterinnen und Vertreter der Museen zu ihrer Generalversammlung. Mit dem Bibel- und Orientmuseum und dem Velomuseum Freiburg nahmen sie dabei zwei neue Mitglieder auf. Der Verband hat somit jetzt einundzwanzig reguläre und vier assoziierte Mitglieder. Weiter informierte Ivan Mariano über ein geplantes Treffen mit dem Freiburger Tourismusverband und über das Jahrestreffen der Museumsvertreter, das im Herbst stattfinden wird.

«Milch 2019»

Zwei Hauptausstellungen und viele Nebenanlässe

Das Projekt «Milch 2019» umfasst zwei Hauptausstellungen und verschiedene Nebenaktivitäten. Die zwei grossen Ausstellungen finden im Greyerzer Museum in Bulle (18. Mai bis 10. November) und im Naturhistorischen Museum Freiburg (15. Juni bis 2. Feb­ruar) statt. Das Greyerzer Museum wird sich mit der Geschichte der Freiburger Milchwirtschaft befassen. Kuratorin ist die Historikerin Anne Philipona, die 2017 ein Buch zum Thema herausgegeben hat. Im Naturhistorischen Museum geht es um die Milch als «mütterliches Elixier» und als Lebensgrundlage aller Säugetiere. Kurator ist der Zoologe Mathias Kölliker, der zum Thema geforscht hat. «Wir interessieren uns für die Milch im Rahmen der Evolution», sagte Museumsdirektor Peter Wandeler und verriet: «Wir werden über Säugetiere sprechen, aber auch über Vögel und Spinnen.»

Dreizehn weitere Museen und Institutionen werden sich im Lauf des Jahres in Mini-Ausstellungen, Vorträgen oder Ateliers mit der Milch beschäftigen. Darunter finden sich etwa die Kantons- und Universitätsbibliothek, das Museum Murten, das Römermuseum Vallon, das Maison du Gruyère und das Maison Cailler.

cs