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Kehlkopfkrebs im Kanton Freiburg

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Kehlkopfkrebs im Kanton Freiburg

Interview mit dem Chefarzt der HNO-Klinik am Kantonsspital, Dr. Dominique Meier

Seit 1985 wurden an der Hals-Nasen- und Ohren-Klinik (HNO) des Kantonsspitals mehr als 600 Patienten mit Krebserkrankungen im Mund, Rachen und in der Kehlkopfgegend abgeklärt und behandelt. Dr. Dominique Meier, Chefarzt dieser Klinik, geht im Folgenden auf Möglichkeiten, Entwicklung und Vorgehensweise in solchen Fällen ein. Er versteht seine Ausführungen als Korrektur zum Artikel «Arzt und Patient: am besten Partner» (FN vom 17. April).

Herr Dr. Meier, ist im Kanton Freiburg der Kehlkopfkrebs sehr verbreitet?

Im Kanton Freiburg sind allgemein die Krebserkrankungen im Bereich von Mund, Rachen und Kehlkopf sehr verbreitet. 1989 ist eine gesamtschweizerische Studie veröffentlicht worden, welche gezeigt hat, dass die Kantone Freiburg und Genf in der Schweiz die höchste Häufigkeit an Krebstumoren in diesem Bereich zeigen. Man findet im Kanton Freiburg 23,1 und im Kanton Genf 18,1 Fälle auf 100 000 Einwohner pro Jahr (Schweiz: 10,2 Fälle auf 100 000 Einwohner pro Jahr). Die bösartige Tumoren im Bereich des Kehlkopfes sind ein Drittel davon (Quellenangabe Nr. 1).

Hat dieser hohe Anteil einen Grund?

Vor allem ist der Alkohol- und Tabakkonsum verantwortlich. Viele internationalen Studien haben es seit längerer Zeit gezeigt. Die meisten Patienten rauchen und konsumieren Alkohol beträchlich. Nur 8% der Patienten raucht nicht und trinkt keinen Alkohol.

Mit welchen Symptomen kommen die Patienten zum Arzt?

Der Kehlkopfkrebs kann sich auf verschiedene Weise bemerkbar machen. Heiserkeit ist nicht immer das erste Symptom, aber der Schmerz und die Schluckschwierigkeiten kommen oft vor. Manchmal wird ein Knoten am Hals festgestellt. Selten kommen auch Patienten mit Atmungsschwierigkeiten.

Kommen die Patienten frühzeitig zum Arzt?

Bei einem Drittel der Patienten wird die Diagnose innert drei Monaten nach Auftreten des ersten Symptoms gestellt. Bei einem weiteren Drittel dauert es zwischen drei und sechs Monaten und beim restlichen Drittel wird die Diagnose gar um mehr als ein halbes Jahr verzögert.

Welche Mittel hat man heute, um den Kehlkopfkrebs zu behandeln?

Die Mittel, die uns zur Verfügung stehen, haben sich gewaltig verbessert. Früher war nur eine totale Kehlkopfentfernung möglich mit definitivem Stimmverlust und dauernder Öffnung am Hals. Eine Röntgenbestrahlung kam nur palliativ in Betracht.

Obwohl die totale Kehlkopfentfernung manchmal doch bei ausgedehnten Tumoren heute noch die einzige Möglichkeit zur Krankheitsbekämpfung ist, wird es heute immer seltener gemacht, und wir suchen immer andere Alternativen, um es zu verhindern, soweit die Lebenserhaltung es erlaubt.

Die Behandlung ist sehr oft eine Kombination von Chirurgie, Bestrahlung und manchmal Chemotherapie.

Einige Beispiele:

ein kleiner Tumor, der sich mit Heiserkeit bemerkbar macht und nur auf einem Stimmband sitzt, kann sehr gut mit einer Bestrahlung geheilt werden, sogar mit gutem Resultat auf die Stimmqualität. Eine chirurgische Abtragung mit dem Laser kann auch gut durchgeführt werden. Die Entscheidung wird von Fall zu Fall getroffen.
wenn der Tumor grösser ist und das Stimmband übertrifft, kann eine Teilentfernung des Kehlkopfes mit oder ohne Laser gemacht werden. Der Patient kann normal sprechen, doch mit verminderter Stimmqualität. Eine alleinige Bestrahlung kommt auch manchmal in Betracht.
bei grossen oder sehr oberflächlich ausgedehnten Tumoren kommt dann manchmal nur die totale Kehlkopfentfernung in Betracht, sehr oft mit Bestrahlung ergänzt.
seltene Fälle werden auch zuerst mit Chemotherapie und dann Bestrahlung behandelt.

Was heisst das konkret, wenn Sie sagen, in der HNO-Klinik des Kantonsspitals Freiburg werde «von Fall zu Fall» entschieden?

Seit 1985, als ich meine heutige Stelle angefangen habe, führen wir eine wöchentliche sogenannte «Tumorsprechstunde» durch. Drei Spezialisten, der Radiotherapeut, der Onkologe (welcher mit Chemotherapie behandelt) und der HNO-Chirurg untersuchen gemeinsam jeden Patienten und schlagen ihm eine Behandlung vor respektive Behandlungsalternative.

Was passiert, wenn der Patient eine zweite Meinung zur Behandlung wünscht?

Zwei Beispiele:

bei Situationen, die unsere Erfahrung oder unsere technischen und personellen Mitteln überschreiten, wird der Patient einer Universitätsklinik zur Konsultation überwiesen.
bei Patienten, welche eine Zweitmeinung wünschen, wird der Patient mit allen Unterlagen (histologische Diagnose, Röntgenbilder usw.) an eine Universitätsklinik zur Zweitmeinung geschickt. Es ist uns noch nie passiert, dass wir dieses Recht einem Patienten verweigert haben.

Wie wird ein Patient über Diagnose, Operationsverfahren und Spitalaufenthalt orientiert?

Jeder Patient wird, wenn möglich und wenn er es wünscht, mit seinen Angehörigen, über die exakte Diagnose (bösartiger Tumor), Behandlungsvorschlag und Alternative orientiert.

Die Vorbereitung auf die geplante Operation erfolgt anhand von Gesprächen mit den Ärzten, Schwestern und der Sprachtherapeutin. Schemata und Video zur besseren Verständigung der anatomischen Situation werden gezeigt, Treffen mit operierten Patienten werden organisiert. Der Patient bekommt auch die Möglichkeit, sich mit Angehörigen der Krebsliga zu unterhalten.

Wird auch jedem Patienten eine Behandlungsalternative angeboten?

Es wird effektiv jedem Patienten eine Behandlungsalternative vorgelegt, aber natürlich nur was seine persönliche Situation betrifft.

Ist der «Laser» wirklich ein Wunderinstrument?

Ein Laser ist ein technologisch hochwertiges Instrument. Kurz gesagt, es erzeugt ein monochromatisches Licht von hoher Intensität. Ein Laser schneidet fast ohne Blutung und «vaporisiert» das Gewebe, dass heisst wandelt festes Gewebe in Gas um. Aber für den HNO-Chirurgen ist es in erster Linie ein Schneideinstrument, welches die Grundprinzipien der Chirurgie nicht ändert. Das heisst, dass ein bösartiger Tumor prinzipiell weit im gesunden Gewebe weggeschnitten werden muss und nicht «vaporisiert» wird. Der Laser hat aber die ersten inneren Kehlkopfoperationen ohne Luftröhrenschnitt erlauben können.

Welche Erfahrung hat die HNO-Klinik des Kantonsspitals mit dem Laser?

Wir besitzen seit 1989 einen CO2-Laser und seit 1999 ein ganz neues Gerät. Das Gerät wird auch von den Gynäkologen mitverwendet. In diesen zehn Jahren haben wir rund 400 Eingriffe mit dem Laser im ganzen HNO-Bereich durchgeführt.

Wir waren sogar die ersten in der Schweiz, welche die Verwendung dieses Gerätes bei Steigbügeloperationen im Ohr eingeführt haben. Wir haben unsere Ergebnisse 1992 publiziert (2).

Wie läuft eine chirurgische Behandlung in der HNO-Klinik des Kantonsspitals Freiburg konkret ab?

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