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Kein Geld für die Umfahrung vor 2023

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Autor: Karin aebischer

67 Prozent Bundessubventionen schauten für die Umfahrung von Bulle H189 heraus, 43 Prozent sind es bei der Poyabrücke. Null Prozent sollen es aus heutiger Sicht für die Umfahrungsstrasse von Düdingen werden, wie Staatsrat Maurice Ropraz Ende Mai an einer Pressekonferenz bekannt gab (siehe Kasten links). Der Kanton Freiburg rechnet unter anderem deswegen nicht mit einer Finanzspritze des Bundes, weil die Düdinger Umfahrung im Vergleich zur H189 keine National-, sondern eine Kantonalstrasse wäre. Die H189 konnte als Nationalstrasse von den Finanzmitteln profitieren, die im Rahmen des Infrastrukturfonds des Bundes für die Fertigstellung des Nationalstrassennetzes freigegeben wurden, wie es beim Bundesamt für Strassen (Astra) auf Anfrage heisst.

Poya dringend und baureif

Auch die Poyabrücke kann vom Infrastrukturfonds profitieren. Dies als einziges Freiburger Projekt im Rahmen der «dringenden und baureifen Projekte des Agglomerationsverkehrs». Darunter fallen zum Beispiel auch das Tram Bern West, die Metro zwischen Lausanne Ouchy und Les Croisettes oder die Entlastung der Region Olten.

In diesem Bundesbeschluss über den Gesamtkredit für den Infrastrukturfonds ist die Umfahrungsstrasse Düdingen nicht enthalten. «Es gibt jedoch eine sogenannte Priorisierungsliste solcher Projekte für eine Finanzhilfe im Rahmen der Finanzierung von Agglomerationsprojekten», sagt Guido Bielmann, Mediensprecher beim Astra. Die Umfahrung von Düdingen figuriert dort auf der Priorisierungsliste C (die FN berichteten). «Wenn eine Finanzfreigabe geschieht, dann frühestens im Jahr 2023», sagt Bielmann.

Freiburg wartet zu

Offiziell haben der Kanton und die Agglomeration Freiburg aber noch gar nicht für Subventionen angefragt. Dies sagte Corinne Rebetez, Pressesprecherin der Freiburger Baudirektion auf Anfrage. Die Direktion gehe davon aus, dass keine Subventionen zu erwarten sind. Weder über den Infrastrukturfonds noch über das zweite Agglomerationsprogramm, das zurzeit beim Bund in Prüfung ist. Sobald sich das Bauprojekt aber konkretisiere, werde der Kanton trotzdem ein offizielles Subventionsgesuch einreichen, sagt Corinne Rebetez. Ob mit oder ohne Bundessubventionen: Für die Düdinger Ortsparteien ist klar, dass es eine Umfahrungsstrasse braucht (siehe Kasten rechts).

Sonderfall Birch-Luggiwil

Ein weiteres Projekt auf Düdinger Boden, mit dem sich das Bundesamt für Strassen zurzeit beschäftigt, ist die Verbindungsstrasse Birch-Luggiwil. «Dieses Teilprojekt hat beim Astra eine Sonderstellung», erklärt Guido Bielmann. Das Bundesamt diskutiere mit dem Kanton Freiburg zurzeit über die Finanzierung. Bisher ist der Kanton immer davon ausgegangen, dass die Verbindungsstrasse vollständig durch den Bund finanziert wird. Dies scheint nun infrage gestellt. «Weil auch dieser Abschnitt nicht Teil einer sogenannten Netzvollendung ist», sagt Guido Bielmann.

Die Umfahrung soll das Dorf vom Verkehr entlasten. Im Quartier Zelg (Bild) würde sie durch einen Tunnel führen.Bild Charles Ellena/a

Parteien: Suche nach kurzfristigen Alternativen

Die Umfahrungsstrasse Düdingen war an der letzten Präsidentenkonferenz der Düdinger Ortsparteien ein Thema. «Es ist wichtig, dass es auf kommunaler Ebene zu einer einheitlichen Meinung kommt, da sind sich alle Präsidenten einig», sagt Patrick Schneuwly, Präsident der SP. Da die Analyse des Kantons ein wenig diffus sei und die Umfahrung wohl nicht heute oder morgen gebaut werde, will die SP die Verkehrsströme in Düdingen so planen, dass das Dorf in den nächsten Jahren auch ohne Umfahrung auskommt. Dies soll im Rahmen der laufenden Revision der Ortsplanung geschehen. «Es wäre falsch, nur auf Hoffnung zu setzen», so Schneuwly. Stattdessen müsse man handeln, wo man Einfluss nehmen könne. Auch FDP-Präsident Patrick Stampfli betont, wie wichtig es sei, gegen aussen Einheit zu demonstrieren. «Die Parteien und der Gemeinderat müssen sich auf eine Variante einigen.» Grundsätzlich sei die FDP jedoch der Meinung, dass es keine grosse Rolle spiele, welche Variante im Vordergrund stehe. «Wichtig ist, dass es mit der Umfahrungsstrasse vorwärtsgeht.»

Von-Wattenwyl-Gespräche

Auf Zusammenarbeit setzen auch die Freien Wähler. Sie möchten zusammen mit den anderen Parteien und dem Gemeinderat eine Art Von-Wattenwyl-Gespräch durchführen. «Um zu spüren, was der Gemeinderat will, damit wir auf einen Nenner kommen und gegenüber der Bevölkerung als Einheit auftreten können», sagt die Präsidentin Brigitte Giroud. Auch die Düdinger Grossräte, die sich mit diesem Thema befassen sowie der Gemeindeingenieur sollen beim Gespräch mit dabei sein.

Gleichzeitig wollen die Freien Wähler nach sofort umsetzbaren Alternativen Ausschau halten. «Staatsrat Ropraz hatte bei der Präsentation des Projektes sehr ausweichende Antworten gegeben, die das Gefühl vermittelten, es dauere noch ewig bis zur Umsetzung», so Brigitte Giroud.

Kritik am Zeitpunkt

Irritiert vom Zeitpunkt der Kommunikation des Staatsrates war die SVP Düdingen. «Das war sicher nicht optimal, da einige Tage zuvor bekannt wurde, dass die Poyabrücke viel mehr kosten wird», sagt deren Präsident Stefan Siegenthaler. Auch die SVP sei klar für die Umfahrungsstrasse. «Sonst gibt es in Düdingen kein Valtraloc und keine 30er-Zonen». Es sei jetzt aber noch zu früh, eine bestimmte Streckenvariante zu favorisieren.

Gleich nach Poyabrücke

CVP-Präsident Thomas Meyer zeigt sich nach der Vorstellung der zwei Varianten erfreut darüber, «dass dieses Projekt Gestalt annimmt». Die CVP sei nach wie vor davon überzeugt, dass Düdingen eine Umfahrung brauche. «Es wäre wünschenswert, wenn man sie nach Abschluss der Poyabrücke möglichst rasch umsetzen könnte.»

Für eine rasche Umsetzung ist auch die CSP. Präsident Bruno Baeriswyl befürchtet sogar, dass die Region Romont durch den geplanten Neubau der Nespresso-Fabrik (FN vom 4. Mai) in Bezug auf eine Umfahrung nun bevorzugt werden könnte. ak

 

Zahlen und Fakten

Umfahrung für 156 oder 230 Millionen

Staatsrat Ropraz hat zwei Varianten für die geplante Umfahrung präsentiert (FN vom 24. Mai). Die eine kostet nach heutigen Schätzungen 156 Millionen Franken. Die zweite wird auf 230 Millionen Franken beziffert, da ihr unterirdisch geführter Abschnitt 822 Meter länger ist. Ist Phase eins mit Vorstudien und Landkäufen einmal abgeschlossen, müssen vom Grossen Rat acht Millionen Franken für das Bewilligungsverfahren und die Hauptbeschaffungen gesprochen werden. Für den Verpflichtungskredit kommt es vor dem Baustart zu einer Volksabstimmung. ak

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