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Kein Tag zum Feiern

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EM-Spiel im Murtner Centro Espanol

Centro Espanol: Dienstag, 13. Juni 2000, 18 Uhr: Spanien – Norwegen 0:1.

Dass die Spanier eine fussballverrückte Nation sind, erkennt man schnell, wenn man ins Centro Espanol tritt. Zwischen den Bildern des spanischen Königspaars und der Europafahne trohnt ein grosser Fernseher hoch auf einem Brett. Platz auf dem Regal haben auch ein Videogerät, erspielte Pokale und Fussbälle.

Der Fernseher läuft, doch die Stimmung ist weit weg von südländisch-aufgeladen. An der Bar genehmigen sich einige Schweizer ihr Feierabend-Bier. Sie interessieren sich kaum für die Ereignisse in Rotterdam. Die wenigen, die sich fürs Spiel begeistern können, sitzen alle auf der gleichen Tischseite in Richtung Flimmerkiste.
Die Spanier spielen wenig berauschend, der Kellner tippt auf 0:0. Seine Kollegin hinter der Bar erinnert sich gerne ans Finale der Champions-League. Vor einem Monat trafen mit Real Madrid und Valencia zwei spanische Teams aufeinander. Die Fans der beiden Mannschaften setzten sich gruppenweise vor den Fernseher und feuerten so ihr Team an. Die Nati ist vorläufig noch nicht wichtig. Erst wenn an der EM die entscheidende Phase steigt und die Spanier noch mitreden können, wird auch im Spanier-Treff wieder die Hölle los sein.
Nach der Pause kommt Stimmung auf. Drei Spanier treten ein und setzen sich vor den Fernseher. Einer der Schweizer an der Bar erlaubt sich einen Scherz und stellt um. Schon steht einer auf und beschwert sich lauthals. Lachend schaltet der Täter wieder um. Glück gehabt, nichts verpasst.
In der 66. Minute folgt der Schock. Spaniens Goalie Molina will einen weiten Ball abfangen, Norwegens Iversen kommt ihm zuvor und köpfelt ein. 0:1. Grabesstille bei den spanischen Anhängern. Zwei Schweizer an der Bar klatschen provokativ und ernten dafür böse Blicke. Wenn die Erschütterung verarbeitet ist, beginnt die Hoffnung auf den Ausgleich. Aber die Iberer kommen kaum mehr zu Torchancen. Noch bevor der Schiedsrichter das Martyrium beendet, verlassen die drei Spanier den Raum.
Kein Tag zum Feiern im Centro Espanol. Stattdessen gibt es spanische Tageszeitungen zum Lesen, Paella, Chorizo und Meeresfrüchte zum Essen sowie San Miguel und Rioja zum Trinken. Es gibt auch für Spanier Wichtigeres im Leben.

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