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Kein Windpark ohne Vogelschutz

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: karin aebischer

Seit Herbst 2009 macht die Vogelwarte Sempach Messungen auf dem Schwyberg, um den Einfluss der neun geplanten Windräder auf die Brut- und Zugvögel eruieren zu können. Dies im Auftrag der Schwyberg Energie AG. «Bisher konnten für den Schwyberg nur Vermutungen angestellt werden», sagt der Freiburger Biologe Adrian Aebischer, der an der Studie mitwirkte. Was bei den Sichtbeobachtungen des Herbstzuges festgestellt werden konnte, hat ihn schliesslich überrascht. «Am Schwyberg ziehen viel mehr Vögel durch, als ich erwartet hatte.» Eine weitere Überraschung liege darin, dass ein grosser Teil der Vögel nicht auf der Höhe der Windräder, sondern höher oder tiefer durchfliege.

Auch die Beobachtungen in Bezug auf die Konzentration des Vogelzugs haben ihn erstaunt. «Die Vögel ziehen über die ganze Breite der Schwyberg-Krete hinweg. Das sind ungefähr vier bis fünf Kilometer.» Die nächtlichen Radaraufnahmen hätten die Resultate der Sichtbeobachtungen bestätigt. «Wir können durchaus von einer bedeutenden Vogelzugsroute sprechen, die über dem Schwyberg durchgeht», sagt Adrian Aebischer.

Grosse Spannweite

Für die Abschätzung des Kollisionsrisikos der Zugvögel mit den Windanlagen ging die Vogelwarte Sempach von der vereinfachenden Annahme aus, dass die Vögel gleichmässig verteilt fliegen (keine Gruppen) und mit Turm und Rotorblättern kollidieren können (die Drehung der Rotoren wurde vernachlässigt).

Dies ergibt eine Schätzung für alle neun Anlagen und über die ganze Herbstzugsaison hinweg von 68 bis 680 möglichen Kollisionsopfern am Tag und 291 bis 1165 Kollisionsopfern in der Nacht. Basierend auf den Feldbeobachtungen und der Analyse der Radardaten könne angenommen werden, dass über 95 Prozent der Kollisionen Singvögel betreffen würden. «Dies stellt für die Biodiversität kein Risiko dar und ist in Relation zu den neun Millionen Vögeln zu setzen, die in der Schweiz pro Jahr durch Hauskatzen getötet werden», sagt Jean-Michel Bonvin, Direktor der Bauherrschaft Greenwatt AG. Adrian Aebischer betont, dass insgesamt mehrere Millionen Vögel über den Schwyberg hinwegziehen.

Unklar, ob sie ausweichen

In Bezug auf diese Zahlen gibt es für Adrian Aebischer zwei grosse Unsicherheitsfaktoren. «Wir wissen nicht, wie viele Vögel den Windanlagen schliesslich ausweichen werden.» Dies sei bei jedem Windanlagen-Standort anders. «Unklar ist auch, wie viele der Vögel, die durch die Windräder fliegen, überleben.» Je nach Windgeschwindigkeit könnte deren Anteil anders ausfallen.

Für Adrian Aebischer ist klar, dass die Zahlen der geschätzten Schlagopfer nicht von allen einsprechenden Umweltverbänden (siehe Kasten) akzeptiert werden. «Für die einen sind es zu viele Kollisionsopfer, und sie werden weiterhin Widerstand leisten. Andere werden offen sein für eine Einigung. Jedoch nicht ohne die Zusicherung, dass Massnahmen zur Minimierung der Anzahl Schlagopfer realisiert werden». Die Greenwatt AG sei bereit, alle wirkungsvollen Mass-nahmen gegen den negativen Einfluss der Windräder auf die Zug- und Brutvögel zu realisieren, erklärt Bonvin. «Wir wollen Strom produzieren und keine Vögel töten.» In Gesprächen mit den Spezialisten der Vogelwarte Sempach sollen die geeigneten Methoden ausgewählt werden.

Windanlagen stoppen

Eine Möglichkeit wäre es gemäss Bonvin, eine Art Vorhersage zur Vogelzugsdichte zu machen. «Wir würden die Windräder während den heikelsten Vogelzugtagen stoppen.» Um diese Zeiten bestimmen zu können, seien Analysen vor Ort nötig. Auch Adrian Aebischer sieht darin eine Möglichkeit, die Opferzahl zu senken. Ein Problem sieht er jedoch in der Frage, wer wann entscheide, dass die Maschinen ausgeschaltet werden sollen. Jean-Michel Bonvin will auch über weitere Methoden wie blinkende Lichter an den Rotorblättern diskutieren. «Wir wollen die besten Lösungen finden.»

Birkhuhn wird gestört

Bei den Brutvögeln wäre es vor allem das Birkhuhn, das gemäss Adrian Aebischer durch den Windpark beim Brüten gestört werden könnte. Dies nicht nur aufgrund der Windanlagen, sondern auch wegen der zusätzlichen Wanderer, welche die Anlage anlocken könnte. Auf der Krete des Schwybergs gäbe es mehrere Balzplätze für Birkhühner. Die Feldlerche und der Bergpieper könnten ebenfalls gefährdet sein. «Sie brüten nur in offener Landschaft», erklärt Aebischer.

Wird der Windpark auf dem Schwyberg realisiert, hat die Greenwatt AG bereits beschlossen, die Vogelwarte Sempach während den ersten fünf Jahren damit zu beauftragen, das Verhalten der Vögel auf die Windräder zu analysieren sowie Lösungsvorschläge zur Minderung der Schlagopfer zu präsentieren. 200 000 Franken kostet diese Studie, die laut Jean-Michel Bonvin für die Voralpen als Pilotprojekt angesehen werden kann. «Die Studie wäre für die Beurteilung anderer Windparkstandorte mit ähnlichen Bedingungen äusserst wertvoll und könnte in der Diskussion um die Gefährlichkeit dieser Anlagen für die Vogelwelt einen wertvollen Beitrag leisten.»

Seine Absicht ist es zudem, einen Leitungsausschuss für die Fortsetzung des Projektes, bestehend aus Vertretern der Gemeinden, des Tourismus, den Umweltverbänden sowie der Greenwatt AG, zu gründen. Für Jean-Michel Bonvin sind die Resultate der Studie kein Grund, das Projekt nicht fortzuführen, sofern die Begleitmassnahmen die finanziellen Möglichkeiten des Projektes nicht übersteigen werden. «Aber ich bin kein Richter.» Er hofft auf eine Einigung mit den Einsprechern und betont, dass er das Geld lieber in Schutzmassnahmen als in Gerichtskosten investieren würde.

Nicht per se dagegen

Für Adrian Aebischer wären mehrere tausend Schlagopfer pro Herbstzugsaison ein zu grosses Opfer. Er räumt jedoch ein, dass er nicht per se gegen den Windpark sei. «Wenn die Anzahl Schlagopfer durch Massnahmen ganz massiv vermindert werden kann, sieht es für mich anders aus.»

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