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Kelten stehen Expo-Projekt im Weg

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Velo- und Skaterbrücke über Broyekanal kann womöglich erst nach archäologischen Grabungen realisiert werden

Autor: Von URSHAENNI

Im April ist die Holzbrücke bei den Gemeindeverwaltungen von Ins und Unterwistenlach öffentlich aufgelegt worden, und drei Einsprachen sind eingegangen. Auf Freiburger Seite wehren sich zwei Landwirte. Der eine befürchtet, dass sich Zweiradfahrer und Traktoren auf dem schmalen Feldsträsschen behindern werden, der andere will mehr Geld für das Land, dass er für die Zufahrtsrampe zur Verfügung stellen muss. Seine Forderung soll rund das 20fache des üblichen Wertes von Ackerland betragen. Diese Einsprache könnte gar zu einer Enteignung führen.

Auf Berner Seite (Gemeinde Ins) hat der Archäologische Dienst des Kantons Bern Einsprache erhoben. Gemäss Aussagen des Berner Kantons-Archäologen Peter Suter im «Bund» handle es sich dabei um eine rein vorsorgliche Massnahme. Man wisse nicht, ob das Projekt ein archäologisch interessantes Gebiet tangiere und wolle dies erst anhand von Detailplänen klären.

«Es braucht neue Grabungen»

Keine Einsprache hat der Freiburger Archäologische Dienst eingereicht. Gemäss Kantonsarchäologe François Guex nehmen aber im Kanton Freiburg die kantonalen Stellen erst nach abgeschlossenem Auflageverfahren Stellung zu einem Projekt.

Am besten kennt die vormalige Kantonsarchäologin Hanni Schwab das betroffene Gebiet «Pré des Mottes». Sie hatte während den Arbeiten zur zweiten Juragewässerkorrektion das Gebiet archäologisch untersucht.

Vier Jochs gefunden,
vier weitere vermutet

Für die Archäologin ist klar: Man muss beim vorliegenden Expo-Projekt unbedingt weitere Grabungen durchführen. Die geplante Expo-Brücke befinde sich nämlich exakt an der gleichen Stelle, an der die Kelten 330 vor Christus eine 3,5 Meter breite Brücke gebaut hatten.

Im September 1963 stiess ein Bagger am Broyeufer auf vier Pfähle mit 12 bis 16 Zentimetern Durchmesser. Die Pfahlköpfe befanden sich gleich unter der Humusschicht und bildeten zusammen ein Joch, das die Brücke stützte. Die Arbeiten zur Juragewässerkorrektion mussten unterbrochen werden – das Interesse der Archäologen war geweckt.
Die Arbeiter fanden unter der Führung von Hanni Schwab drei weitere Jochs in einem Abstand von je sieben Metern, die rund 60 Zentimeter über den damaligen Wasserspiegel ragten.
Die archäologischen Arbeiten waren aber örtlich begrenzt, denn es konnte nur bis zum neuen Ufer der verbreiterten Broye gegraben werden. Insgesamt kamen auf einer Länge von 20 Metern Überreste der alten keltischen Brücke zum Vorschein.
Die Brückenpfeiler waren nicht ganz regelmässig angeordnet – genauso wie bei der keltischen Brücke, die Archäologen bei Cornaux gefunden hatten. Wie aus dem Bericht «Archäologie der Zweiten Juragewässerkorrektion» hervorgeht, handelte es sich bei den Wistenlacher Funden nicht um eine Brücke über die Broye, sondern über die Aare. Die Aare hatte damals noch einen ganz anderen Flusslauf und war 120 Meter breiter als die Broye.
Für Hanni Schwab ist klar, dass sich noch mindestens vier weitere Pfeiler im Boden befinden müssen. Nach diesen müsse man nun im Zusammenhang mit dem Bau der Expo-Brücke suchen.
Von Interesse sei jetzt nur die Freiburger Seite. Neben den noch nicht ausgegrabenen Jochs vermutet Schwab an jenem linken Flussufer unter den Feldern Rückstände des ehemaligen Aareufers und einer keltischen Siedlung. Darauf deutet auch eine Bootsanlegestelle hin, von der sich ebenfalls Überreste neben der Keltenbrücke fanden.

«Bindestrich zwischen
Deutsch und Welsch»

Die Expo-Brücke über den Broyekanal wird vom Büro Ecoptima im Auftrag der Stiftung Veloland Schweiz geplant, und der Projektverantwortliche hofft, dass sie im Frühjahr 2001 eröffnet werden kann. Über die eingegangenen Einsprachen zeigt er sich nicht beunruhigt, aber eine archäologische Grabung auf Freiburger Seite könnte den Zeitplan noch einmal durcheinander bringen.

Bei der Brücke handelt es sich um ein 10,5-Millionen-Projekt, das inklusive Rampe eine Länge von 324 Metern umfasst. Als Teil des «Human
Powered Mobility»-Netzes zwischen sämtlichen vier Arteplages soll die Holzkonstruktion nur dem nicht motorisierten Verkehr offen stehen.
Nach der Expo geht die Brücke an die Gemeinde Unterwistenlach, die sich dann um den Unterhalt kümmern würde. Für die Stiftung Veloland Schweiz symbolisiert die Brücke den Bindestrich zwischen «Natur und Kultur», zwischen Deutsch und Welsch sowie zwischen Bern und Freiburg.

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