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Kleines Fest für den grossen Jakobus

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Das Jahr 2020 ist für die Gruppe Santiago in mehrfacher Hinsicht ein besonderes. Sie hätte nämlich einiges zu feiern gehabt. Denn dieses Jahr sind es genau 400 Jahre, seit die Jakobsbruderschaft – die Vorgängerorganisation der Gruppe Santiago – gegründet wurde. Zudem ist es 1000 Jahre her, seit das sogenannte Galgen- oder Hühnerwunder stattgefunden haben soll. Wegen der Corona-Pandemie sind die Feierlichkeiten zwar eingeschränkt worden, doch auf die Jakobsmesse, die jedes Jahr am 25. Juli gefeiert wird, wollte die Gruppe Santiago auch dieses Jahr nicht verzichten. Im Anschluss an die Feier lädt das Sensler Museum die Besucher dazu ein, die aktuelle Ausstellung zu besuchen (siehe Kasten).

Vater und Sohn in Bedrängnis

Die Legende des Hühner- beziehungsweise Galgenwunders wird in der Jakobskapelle neben der Pfarrkirche Tafers erzählt: Vater und Sohn waren auf Pilgerreise nach Santiago und wollten in Toulouse übernachten. Die Wirtstochter flirtete mit dem Sohn, dieser zeigte sich aber abweisend. Aus Rache versteckte der Wirt im Gepäck der beiden einen kostbaren Becher. Die beiden wurden dann des Diebstahls beschuldigt. Der Vater sollte dafür mit dem Tod durch den Strang bestraft werden, doch der Sohn bot an, seinen Platz einzunehmen.

Der Vater soll seine Pilgerreise fortgesetzt haben und in seiner Not am Grab des heiligen Jakob um Gerechtigkeit gebetet haben. Als er auf dem Heimweg wieder in Toulouse ankam, fand er seinen Sohn lebend am Galgen: Der heilige Jakob hatte ihn die ganze Zeit gestützt, so die Geschichte. Wie aber kam es dann zum sogenannten Hühnerwunder? Niemand glaubte den Erzählungen des Vaters, und der Wirt, der die beiden ins Unglück gebracht hatte, spottete, dass der Sohn etwa so lebendig sei wie die Hühner am Bratspiess. Als er dies gesagt hatte, sollen besagte Hühner davongeflattert sein – und die Leute hätten erkannt, wer die Wahrheit gesprochen hatte und wer der wahre Schuldige war.

Alte Dokumente …

Die Geschichte des Hühner- und des Galgenwunders, die der einheimische Künstler Jakob Stoll in einem Bilderzyklus 1769 dargestellt hat, ist nur eine von vielen spannenden Geschichten, die es rund um das Pilgern zu erzählen gibt. Weitere sind in der aktuellen Ausstellung «Uf ùm Jakobs­wääg» im Museum Tafers zu sehen und zu erfahren. Die Schau, die noch bis zum 30.  August zu sehen ist, zeigt unter anderem alte Dokumente wie etwa alte Pilgerbücher, die Charles Folly teilweise übersetzt hat. So kann der Besucher etwa nachschauen, ob einer seiner Vorfahren den berühmten Pilgerweg unter die Füsse genommen hat.

… und eine besondere Statue

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Statue des heiligen Jakobus aus der Pfarrkirche Rechthalten. Auch das ist eine interessante Geschichte: Heute zeigt diese Statue eigentlich den heiligen Antonius. Sie stammt aus der Mitte des 15.  Jahrhunderts, zeigte ursprünglich den heiligen Jakobus und ist später umfunktioniert worden – wohl, weil der heilige Antonius der Bevölkerung damals näherstand als der heilige Jakobus. Spuren seiner richtigen Identität sind bei genauerem Hinschauen aber noch zu erkennen, etwa Reste der Jakobsmuschel auf der Hutkrempe.

Vorschau

St.-Jakobs-Messe mit Museumsbesuch

Die Gruppe Santiago gestaltet die Jakobsmesse am Samstag in der Kirche Tafers. Unter anderem singt sie das Lied «Ultreya» – ein traditionelles Pilger-Lied, dessen Titel so viel wie «vorwärts» bedeutet. Im Anschluss lädt Museumsleiterin Franziska Werlen zu einer geführten Besichtigung. Wegen Corona dürfen maximal 80 Leute die Messe besuchen und sich höchstens 14 Leute auf einmal im Museum aufhalten. Sollten nicht alle Leute Platz in der Kirche haben, wird das Museum während des Gottesdiensts geöffnet.

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Pfarrkirche, Tafers. Sa., 25. Juli, 17 Uhr. Informationen: www.senslermuseum.ch

Sensler Museum

Positive Echos auf die Pilger-Ausstellung

Das Sensler Museum ist nach dem verzögerten Start in die Ausstellung «Uf ùm Jakobswääg» Mitte Mai mit dem Besucheraufkommen zufrieden. «Es war bei den Besuchern Freude darüber zu spüren, dass sie wieder etwas unternehmen und anschauen können», sagt Museumsleiterin Franziska Werlen. Auch Rita Dähler, die zum Museumsteam gehört und Mitglied der Gruppe Santiago ist, berichtet von vielen positiven Rückmeldungen – von «normalen» Besuchern, aber auch von Pilgern. Allein am letzten Sonntag hat Rita Dähler zehn Pilger im Museum begrüsst, alle aus dem Kanton Zürich. Einige kommen auf dem Jakobsweg von Schwar­zenburg in Richtung Freiburg in Tafers vorbei und machen dort einen kleinen Zwischenhalt. Andere übernachten in Tafers. Für sie hat die Gruppe Santiago drei private Übernachtungsmöglichkeiten organisiert; die Informationen dazu sind in der Jakobskapelle aufgelegt. «In normalen Jahren haben wir 50 bis 60 Übernachtungen. Dieses Jahr sind es aus bekannten Gründen weniger», so Rita Dähler. Die Gruppe Santiago veranstaltet das Jahr über neben der Jakobsmesse eine Wanderung auf dem Jakobsweg und lädt zu Vorträgen ein. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 30. August, zu sehen.

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