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Kleines Tier mit grossen Ansprüchen

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Ein Tier mit so einem langen Doppelnamen muss schon ganz aussergewöhnlich sein. Diese Annahme erfüllt der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling auf jeden Fall. Der Schmetterling, der in Deutschfreiburg nur am Murtensee vorkommt, ist äusserst selten geworden. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist ein mittelgrosser Schmetterling mit einer Spannweite von etwa drei Zentimetern. Er gehört zur Familie der Bläulinge, von denen es bei den Schmetterlingen sehr viele gibt. «Es gibt sogar mehrere Arten von Ameisenbläulingen, deshalb werden sie oft verwechselt. Es gibt aber nur einen Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling», sagt der Freiburger Biologe Jacques Studer.

Das Auffälligste an diesem Tagfalter sind die dunkelbraunen Punkte auf den sonst hellbraunen Flügeln. «Die Zeichnung der Männchen ist dunkler als jene der Weibchen. Zudem weisen sie mehr Blau auf und tragen am Rand der Flügel einen feinen weiss-braunen Strich», beschreibt er. Eine weitere Auffälligkeit sind seine schwarz-weiss gestreiften Fühler.

An zwei Dinge gebunden

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist auf der roten Liste der gefährdeten Tiere. Er kommt in ganz Europa – und nur auf diesem Kontinent – vor und ist in Deutschfreiburg heute fast ausschliesslich nur noch an den Ufern des Murtensees zu finden. «Das hängt mit seinen Ansprüchen zusammen», sagt Jacques Studer. Denn wie der Name des Falters verrät, ist er an zwei wesentliche Dinge gebunden, um zu überleben: An eine Pflanze namens Grosser Wiesenknopf und an eine bestimmte Art von ­Ameisen.

«Es ist ein sehr, sehr fragiles Gleichgewicht. Alle Faktoren müssen stimmen, damit der Falter überlebt.»

Jacques Studer

Biologe

Aber der Reihe nach: Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist jetzt gerade und noch bis Ende Juli, Anfang August unterwegs. Er sucht den Grossen Wiesenknopf, eine in einem satten burgunderrot blühende Pflanze, die nur in Feuchtgebieten wie Flachmooren wächst und gedeiht. «Früher kam sie häufiger vor», erklärt der Fachmann. «Doch dann sind viele Überschwemmungsbereiche von grossen Flüssen kanalisiert und entwässert worden, um Landwirtschafts- und Industrieland zu gewinnen. 90  Prozent der Sümpfe, etwa im ­Grossen Moos, sind damals trockengelegt worden.»

Perfektes Täuschungsmanöver

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling legt seine Eier in den tannzapfenförmigen, gut einen Zentimeter grossen Blütenständen des Grossen Wiesenknopfes – und nur dort. Nach dem Schlüpfen ernähren sich die Raupen von dieser Pflanze. «Nach der dritten Häutung, die etwa Anfang September stattfindet, geschieht etwas Spannendes», erzählt Jacques Studer. «Die Raupe lässt sich auf den Boden fallen. Nicht einfach so, sondern sie verfolgt eine ganz bestimmte Strategie.»

In diesem Stadium hat die Raupe ein s-förmiges Aussehen. Sie gleicht ziemlich stark einer Ameisenlarve und lockt damit die rote Wiesen­ameise an. «Um die Täuschung perfekt zu machen, produziert sie zudem einen Duftstoff, der jenem einer Ameisenlarve sehr ähnlich ist.»

Kein Vegi mehr

Die roten Wiesenameisen werden auf sie aufmerksam und lassen sich täuschen. Sie wollen den vermeintlichen Artgenossen beschützen und nehmen ihn mit in ihr Nest unter der Erde. «Und jetzt wird es noch einmal spannend: Bisher war die Raupe ausschliesslich Pflanzenfresser. Nun, als Ameisenlarve getarnt, wird sie zum Insektenfresser. Sie frisst die Eier und die Larven der Ameisen und ernährt sich auf diese Weise.» Die Ameisen merken das wegen des Duftstoffs nicht, so kann die Raupe im gemachten Nest bequem überwintern. Bis zu 600 Ameisenlarven frisst sie in den zehn Monaten.

Im Frühling dann kommt noch einmal eine knifflige Phase. Die Raupe muss raus aus dem Boden und weg von den Ameisen. Sie verliert den schützenden Duft der Ameisenlarve und sieht auch nicht mehr so aus. Die bisher beschützenden Ameisen werden zur Bedrohung. Also muss sie nun möglichst rasch an die Oberfläche und sich irgendwo in der Wiese in Sicherheit bringen. Dort verpuppt sie sich und schlüpft.

Fragiles Gleichgewicht

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling muss also viele Hindernisse überwinden und öfter den perfekten Moment erwischen, um zu überleben. Genau das findet der Biologe Jacques Studer so faszinierend und spannend. «Es ist ein sehr, sehr fragiles Gleichgewicht. Alle Faktoren müssen stimmen, damit der Falter überlebt.»

Neben all den natürlichen Komponenten, gibt es auch noch den menschlichen Einfluss: Mäht der Mensch beispielsweise im Sommer die Wiese, auf welcher der Grosse Wiesenknopf wächst, zu früh, überlebt die Raupe nicht. Oder werden die Wiesen zu tief gemäht, verschwinden die Ameisen und die Larve kann ihren Zyklus nicht abschliessen. Werden noch mehr Feuchtgebiete trockengelegt, gibt es den «Fifauter» mit dem langen Namen und dem spannenden Leben bald nicht mehr.

In einer losen Serie stellen die FN in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Biologen Jacques Studer einheimische Tiere vor.

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