Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Krücken für die Schwyberg-Bahn

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Zur Sanierung der Gesellschaft sind zehn Millionen erforderlich

Autor: Von MARCELWAEBER

Nur dank finanziellen Einschüssen von einzelnen Verwaltungsratsmitgliedern kann der Betrieb am Schwyberg noch aufrecht erhalten werden. Diese dramatische Feststellung machte Heinrich Piller, Verwaltungsratspräsident der Gesellschaft, vor den Ammännern aller Sensler Gemeinden in Giffers: «Wir versuchen die Bahnen mit allen Mitteln über Wasser zu halten und engagieren uns auch privat mit erheblichen Summen, denn ein Konkurs wäre auch für das Tourismusgebiet Schwarzsee äusserst schlecht.»

Erheblicher Finanzbedarf

Der frühere Ammann von Plaffeien wies in der Folge auf einen Expertenbericht hin, der einen Weg aus der Misere aufzeigen soll. Dieser sieht einen Finanzbedarf von rund zehn Millionen Franken vor, wobei zur Realisierung der ersten Etappe rund acht Mio. erforderlich sind. Etwa sechs Mio. sind für die so genannte Basisinfrastruktur notwendig. Für den Um- und Ausbau der kuppelbaren Zweiersesselbahn wurden 4,5 Mio. eingesetzt, für die zu erstellende Sommer-Rodelbahn 1,5 Mio., für betriebswichtige Nebenanlagen (Naturschlittelbahn, Downhill-Bike-Strecke, Langlaufpisten und Mobilien) 830000 Franken. Der Neubau des Bergrestaurants wird auf 1,5 Mio. beziffert. Für die zweite Etappe sind Ersatz- und Ergänzungsinvestitionen von 1,67 Mio. geplant, darunter befindet sich auch das Projekt einer Beschneiungsanlage, die 750000 Franken verschlingen wird.

«Tragende Bedeutung»

Piller machte für die enttäuschende Entwicklung der 1976 eröffneten Schwybergbahn vor allem zwei Faktoren verantwortlich: mehrere schneearme Winter und der allgemeine Rückgang des alpinen Skifahrens. Die Erfolgsrechnung verschlechterte sich zusehends: «Der Verwaltungsrat hat sich entschlossen, entweder die Bahn zu schliessen und für den Abbruch freizugeben oder eine umfassende Erweiterung und Sanierung vorzuschlagen», sagte Piller. Der Lausanner Universitätsprofessor Francis Scherly, der bereits einen Expertenbericht zu Moléson und Charmey verfasste, kommt zum Schluss, dass die Schwybergbahn für den Tourismus der Region, ja für den Kanton von «tragender Bedeutung ist». Die Einstellung der Tätigkeit der Gesellschaft, so befürchtet der Verfasser der Studie, «hätte negative Auswirkungen auf das Image und die Entwicklungspolitik, vor allem in der Sommersaison». Ein Stopp der Investitionen am Schwyberg würde zu einem Verlust beziehungsweise zu einem Verdienstausfall von gegen sieben bis acht Mio. Franken führen, dies in einem Zeitraum von vier Jahren. Professor Scherly plädiert für eine Sicherstellung des Betriebs in den Sommermonaten. Die Anlagen stellten eine unabdingbare Voraussetzung für den lokalen Tourismus dar. Der aussergewöhnlich günstige Standort des Schwybergs im Voralpenraum mache ihn strategisch interessant: «Man kann ihn als Bindeglied zu anderen benachbarten Ferienorten (La Berra und Charmey) betrachten.» Für den Tourismusfachmann hat die Umsetzung einer gezielten Strategie indessen nur Erfolg, wenn «ein Zusammenschluss auf lokaler Ebene stattfindet». Als Begründung führte Scherly die kritische Grösse der Unternehmen und die Qualität des Angebots an. Weiter müsse in den kantonalen Bereichen klar der Wille bestehen, den Tourismus im gesamten Freiburger Raum zu fördern, schreibt der Analytiker.

Für Heinrich Piller ist der aufgezeigte Weg durch den Experten ein gangbarer, doch erfordere die Sicherstellung der touristischen Infrastruktur am Schwyberg «ein enges Zusammenstehen der Sensler Gemeinden, wie dies die Greyerzer Gemeinden taten». Piller konnte den Ammännern bekannt geben, dass die verantwortlichen kantonalen Stellen eine positive Haltung eingenommen haben.

Gefordert ist jetzt auch die Region Sense, deren Präsident, Oberamtmann Marius Zosso, in Giffers zunächst für eine breite Information plädierte. Für ihn ist es besonders wichtig, dass mit den Kaisereggbahnen das Gespräch gesucht wird und dass bei einer etwaigen Verwirklichung des Projekts dem Umweltschutzgedanken nachgelebt wird. Laut dem Präsidenten des regionalen Tourismusverbandes, Ammann und Grossrat Rudolf Vonlanthen, Giffers, sind Massnahmen eingeleitet oder geplant, um dem Tourismus im Sensebezirk den Stellenwert zu geben, den er verdient: «Lippenbekenntnisse helfen uns nicht weiter», sagte Vonlanthen. «Wir müssen unsere Trümpfe besser vermarkten.» Als Beispiel nannte er unter anderem das Podium in Düdingen, die verschiedenen Naturlehrpfade, die Sportanlagen, den alten Pilgerweg etc.

Sparen und umverteilen

Vor der Darlegung über die Zukunft des Tourismus im Schwarzseegebiet hatten sich die Ammänner in einer langen Arbeitssitzung hauptsächlich mit den finanziellen Auswirkungen der Gegenwartsbesteuerung, mit den Sparmassnahmen des Bundes und des Kantons, der Kostenexplosion im Gesundheitswesen, die Beteiligung der Gemeinden am öffentlichen Verkehr und der Klassifikation der Gemeinden befasst. Der Gemeindeammann von Düdingen, André Blanchard, sprach im Zusammenhang mit den anstehenden Massnahmen (durch die Verlagerung der Gelder) von einem Nullsummenspiel und Nachteilen für die Gemeinden.
Oberamtmann Marius Zosso richtete einen Appell an die Opinionleader der Gemeinden, unbedingt die Unterlagen zur Vernehmlassung über die Totalrevision der Staatsverfassung zu studieren; vor allem beim Kapitel «Territoriale Gliederung des Kantons» bat er um Aufmerksamkeit. Weiter hat Zosso die Absicht, die Nachlässe des aufgelösten Waisenhauses Tafers zu regeln. Es geht immerhin um einen Betrag in sechsstelliger Höhe. Mit Hilfe einer Folie zeigte er ausserdem das Netzwerk im Gesundheitswesen auf, das strategisch ausgerichtet wird.

Relativ gesunde Struktur

Die stellvertretende Dienstchefin im Gemeindedepartement, Brigitte Leiser, konnte die Ammänner beruhigen: Im Sensebezirk scheint gegenwärtig kein Fall Leukerbad möglich zu sein. Die Zeichen sind jedoch erkannt. Ein Ammann gab freimütig zu, dass in seiner Gemeinde ein Investitionsstopp erfolgt sei. «Jetzt zahlen wir einen Teil der Schulden ab», meinte er. Die Bürgerinnen und Bürger hätten Einsicht gezeigt. Treuherzig führte er weiter aus – zur Erheiterung aller : «Das
Regieren ist damit viel einfacher
geworden.»

Mehr zum Thema