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Kuh-Sömmerung liegt wieder im Trend

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Während zweier Tage waren die Inspektionskommissionen im vergangenen Sommer im Plasselbschlund unterwegs. Sie besuchten insgesamt 71 Liegenschaften: sechs auf dem Gebiet der Gemeinde St. Silvester, 34 Plasselb, acht La Roche, 18 Cerniat und zwei Bonnesfontaine. Wie Nicolas Doutaz in seinem Bericht festhielt, handelt es sich um Alpbetriebe auf meist schwierigem Gelände – alle 71 Betriebe befinden sich auf Flyschgebiet. Gezählt wurden insgesamt 1374 Sömmerungsbetriebe, wovon 104 mitMilchkühen und 38 Mutterkühen. 48 Gebäude wurden in einem guten bis sehr guten Zustand angetroffen, 20 in einem mässigen bis schlechten und drei Betriebe hatten kein benutzbares Gebäude mehr. 69 Betriebe verfügen über eine ausreichende Wasserversorgung, wobei aber die Qualität nicht überall befriedigend ist. 21 Betriebe werden von einem entlöhnten Hirten betreut; die übrigen Berge werden meist von einem Talbetrieb aus bewirtschaftet.

Eines der Probleme, auf die sowohl die Inspektoren wie bei seiner Begrüssung auch Ammann René Bapst hinwies, ist die verkehrsmässige Erschliessung. Zwar wird der Plasselbschlund mit einer Strasse erschlossen, doch die Zufahrten zu den Alpbetrieben sind oft ungenügend. 27 Hütten sind mit Autos erreichbar, 31 mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen – oft aber nur bei trockenem Wetter. 13 sind nicht mit Fahrzeugen erreichbar.

Unsichere Zukunft

Da es sich bei den Alpen im Plasselbschlund meist um kleinere Betriebe handelt, haben sie oft eine unsichere Zukunft. René Bapst vermutet deshalb, dass weitere Alphütten verschwinden oder Betriebszusammenlegungen ins Auge gefasst werden müssen. Er wies aber andererseits darauf hin, dass es im Rahmen des IBS-Projekts (integrale Berglandsanierung) eine Aufgabe der Gemeinde sei, die Nutzung des Bodens auch in Zukunft sicherzustellen. Es sollen dabei die forst-, alp- und volkswirtschaftlichen Interessen, aber auch die Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes optimal berücksichtigt werden. Er bedauerte, dass Erschliessungsprojekte – auch solche, die im Rahmen des IBS-Projekts aufgelegt werden – gewöhnlich mit Einsprachen eingedeckt werden.

Francis Maillard wies darauf hin, dass eine Arbeitsgruppe des alpwirtschaftlichen Vereins daran ist, die wirtschaftliche Zukunft der Betriebe in den Freiburger Alpen zu analysieren. Es stellt sich unter anderem die Frage, ob die 1400 Alphütten im Kanton noch erhalten und in welcher Form eventuell umgenutzt werden können. Der Plasselbschlund als ein in wirtschaftlicher Perspektive wenig erfreuliches Gebiet ist eine der Zonen, die dabei besonders unter die Lupe genommen werden.
Der Förster Christian Jaquet erwähnte ein weiteres Merkmal der Region Plasselbschlund: Rund 50 Prozent des Gebiets sind bewaldet, wobei dem Wald eine wichtige Schutzfunktion zukommt. Er hat auf der Inspektion festgestellt, dass die Wälder zuwenig bewirtschaftet und unbedingt verjüngt werden sollten.

Mehr Kühe – weniger Gusti

Jean-Pierre Yerly, technischer Mitarbeiter im Landwirtschaftsdepartement, ist daran, die Auswirkungen der Agrarpolitik 2002 auf die Alpwirtschaft zu analysieren. Er hat dabei festgestellt, dass die Zahl der Landwirte, die mit Vieh auf die Alp gehen von 1983 bis 1998 von 843 auf 680 abgenommen hat. Die Anzahl der Kühe hat im gleichen Zeitraum von 7211 auf 7958 Einheiten zugenommen. Die Anzahl der Rinder (Gusti) nahm dagegen von 24951 auf 23614 Einheiten ab. Zugenommen hat hingegen die Anzahl Schafe, nämlich von 4 088 auf 6949 Stück.

Die Zunahme der Sömmerungskühe führt er darauf zurück, dass die Milch und der Käse, die auf den Alpen produziert werden, besser entschädigt werden. Aber auch im leichteren Zugang zu den Alpen sieht er einen Grund. Schliesslich glaubt er, dass es für Talbauern interessant ist, Kühe auf der Alp zu sömmern, weil dadurch der Talbetrieb indirekt vergrössert werden kann. Das Futter, das die Kühe während der Sommermonate auf dem Talbetrieb nicht fressen, steht im Winter dort zur Verfügung.
Den Rückgang der Gusti führt er vor allem darauf zurück, dass die Holstein und Red-Holstein früher reif sind; sie kalben schon nach 26 Monaten im Gegensatz zu andern Rassen, die erst nach 32 bis 36 Monaten kalben. Die Folge ist, dass die Gusti nur einen Sommer auf der Alp verbringen. Es kommt aber auch dazu, dass die Talbauern schwierige Gelände auf ihrem Betrieb von Gustis abweiden lassen. Zudem wird auch vermehrt Mais angepflanzt.
Diskutiert wird zurzeit auch noch die Frage, wie das Problem der zunehmenden Zahl von Schafen in den Griff bekommen werden kann.

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