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Kunst, Krise, Konsum und eine Küche

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Autor: Carole Schneuwly

Zweierlei habe das Belluard Bollwerk International (BBI) 2008 gezeigt, so die künstlerische Leiterin Sally de Kunst, selber seit 2008 im Amt: dass es einerseits das Bollwerk als Zentrum brauche und dass andererseits die Ausweitung auf den Alten Bahnhof und verschiedene Orte in der Stadt eine Bereicherung sei. Man habe damit das Ziel erreicht, präsenter und zugänglicher zu werden, und werde in der gleichen Richtung weiterarbeiten.

Das Programm 2009, das am Dienstag vorgestellt wurde, ist dementsprechend vierteilig konzipiert, gruppiert nach vier Spielorten: der Festivalküche im ehemaligen Zeughaus beim Bollwerk, dem Bollwerk selbst, dem Alten Bahnhof und dezentralen Orten in der Stadt.

Bestellen oder selbst kochen

Prunkstück des BBI 2009 ist die Festivalküche: Diese sei schon immer der heimliche Mittelpunkt gewesen, sagte Sally de Kunst. Diese Bedeutung habe man mit dem diesjährigen Wettbewerb noch betonen wollen. Aus 55 eingereichten Vorschlägen habe man sieben in die engere Wahl genommen und sich schliesslich für «Kitchain» von Antònio Louro und Benedetta Maxia aus Lissabon entschieden.

«Kitchain» ist ein riesiges, eigens hergestelltes Küchensystem aus flexibel zusammensetzbaren Tisch-, Stuhl- und Küchenelementen. Sie verwandeln das Zeughaus in eine grosse Gemeinschaftsküche, in der die Besucher ihr Essen entweder beim bewährten Kochteam bestellen oder es aus vor Ort verfügbaren Zutaten selber kochen können. Die einzelnen Teile der Küche werde man in den nächsten Jahren weiterverwenden, erklärte Sally de Kunst. Daher sei auch die Investition von 170 000 Franken gerechtfertigt – dies bei einem Gesamtbudget von rund 920 000 Franken.

Leben in leeren Geschäften

Ohne dass man sich im Vorfeld ein strenges inhaltliches Konzept ausgedacht habe, habe es sich ergeben, dass sich viele Projekte um die Themen Wirtschaft, Konsum und Finanzkrise drehten, so die Direktorin weiter. So nimmt sich das BBI der vielen leeren Ladenlokale in der Stadt Freiburg an und lässt Kunstschaffende fünf davon mit ihren themenspezifischen Arbeiten füllen. «Die Besitzer der Geschäfte haben sich sehr kooperativ gezeigt», freute sich Sally de Kunst, wollte aber noch nicht verraten, um welche Standorte es sich konkret handelt.

Im Alten Bahnhof macht die deutsche Regisseurin und Ökonomin Judith Wilske Kinder zu Unternehmern und lässt sie ihre Ideen vorstellen. Weitere Denkanstösse kommen von den Schriftstellern Lukas Bärfuss und Jérôme Richer, vom Choreografen und Tänzer Jochen Roller und vom Bieler «Kulturministerium». Ein Höhepunkt ist die Schweizer Erstaufführung des Dokumentarfilms «What Would Jesus Buy?» über den berüchtigten New Yorker Prediger Reverend Billy und seine «Church of Stop Shopping».

Konzerte und Theater

Im Bollwerk schliesslich finden wie gewohnt Konzerte zur Eröffnung («Modified Toy Orchestra») und zum Abschluss («Chrome Hoof») statt. Ausserdem zeigt Cezary Tomaszewski aus Wien eine eigenwillige Interpretation von Franz Lehárs «Lustiger Witwe», der Schlagzeuger André Duracell aus London gibt seine lautstarke «One-Man-Noise-Explosion» zum Besten, Nada Gambier aus Brüssel präsentiert das Theater «Once upon a time in petaouchnok», und Antonia Baehr aus Berlin macht sich auf die Suche nach dem Wesen des Lachens.

Details: www.belluard.ch.

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