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Landei trifft Stadthuhn

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Chinas Wettbewerbsfilm «Meili xin shije»

Es beginnt damit, dass Baogen Zhang mit Sack und Pack ins metropolitane Shanghai reist, um seinen glücklichen Lotteriegewinn in Besitz zu nehmen – eine Zweizimmer-Wohnung im 37. Stockwerk mit Aussicht auf die Banken-Skyline. Etwas genierlich ist da für Baogen nur, dass seine neue Bleibe, wie er vor Ort erfahren muss, erst in eineinhalb Jahren fertig gebaut sein wird.

Der damit einstweilen Obdachlose findet bei einer entfernten Verwandten Unterschlupf: Jinfang Huang, von Baogen hartnäckig «Tantchen» genannt, erkennt sehr schnell die verlockende Naivität ihres Untermieters – nicht aber ihre eigene. Jinfang, die es als eine der einzigen des Familienclans in die Grossstadt gebracht hat, doziert vor Baogen so hochmütig wie höhnisch über die Gesetze und Gefahren des urbanen Lebens. Doch dabei entpuppt sie sich selbst als die eigentliche Landpomeranze. Ihr kindlicher Traum vom schnellen sozialen Aufstieg in die Geschäfts- und Glamourwelt, welche Chinas neue Wirtschaft verspricht, wird immer wieder aufs Neue zerstört und treibt sie in ständig wachsende Verschuldung. Schliesslich ist sie es, die grossmäulige Mahnerin vor der Verschlagenheit des Weltstädters, die ihren Verwandten am meisten ausnutzt. Und während sie sich ihren gesellschaftlichen Platz und Erfolg unbeirrt einbildet und einredet, beginnt Baogen sich den seinen langsam aber solide zu erarbeiten.
Shi Run Jiu hat für sein eigentliches Debütwerk die Filmrollen da belichtet, wo derzeit im Land des gelben Flusses Beeindruckendes abläuft. Da, wo Chinas einst gleichgeschaltetes Milliardenvolk in ungestümer Eile zum westlichen Lebensstandard und
-stil hin aufholt. Geld und Güter sind die einzigen Dinge, die zählen. Doch die meisten Chinesen stehen in der «wunderbaren neuen Welt» immer noch aussen vor.

Mehr als Pannen, Pech und Pleiten

Freilich hat der 31-jährige Regisseur gewusst, dass die oberflächliche Geschichte vom Landei, das in die Grossstadtpfanne gehauen wird, zwar gut für unzählige Lacher ist, darüber hi-naus aber weder neu noch ergiebig. Deshalb interessiert sich Run Jiu auch weniger für die Pannen und Patzer des Provinzlers als für das Verhältnis zwischen Baogen (Wu Jiang) und Jinfang (Hong Tao), und dafür, wie dieses sich langsam (zum Guten hin) entwickelt. Hierin liegt der eigentliche erzählerische Gehalt und damit der Genuss für den Betrachter. Weil aber die «wunderbare neue Welt» bei aller in Szene gesetzter Beziehungspsychologie eine fröhliche Ballade ist und bleibt, hat sie der frühere Videoclip-Filmer auch gleich so verpackt: Den Rahmen des Films bildet eine Musikkapelle, die im traditionellen südchinesischen «Suzhou Pingtan»-Stil eben diese Ballade vom braven Baogen vorträgt. Ob es dem Stil dieser Gesangstradition entspricht, dass der Film am Ende ein bisschen gar schnell auf die Zielgerade einbiegt (wo Jinfang ihre virtuellen, finanzkräftigen Traummänner zu Gunsten ihres «Neffen» aufgibt), bleibt offen.

«Meili xin shije» («Eine wunderbare neue Welt») läuft heute Mittwoch und am Samstag, jeweils 18.30 Uhr, im Rex 1.

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