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Launische Arabesken des Schicksals

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Buchbesprechung Silvio Huonder: «Valentinsnacht»

«Eiszeit» wäre vielleicht der bessere Titel: Der Mensch, so erklärt die Hauptfigur Fedo, tauchte während der letzten Eiszeit auf. Und auch Fedos ungeplantes Kind wird während einer Eiszeit geboren: in einem Berliner Jahrhundertwinter bei Minus 20 Grad nach Ausfall der Heizung, in eine Beziehung hinein, die zufällig entstanden ist und sich (noch) nicht wirklich erwärmt hat.

Das Leben lässt sich nicht voraussagen

Fedo Paulmann ist Metereologe und einer der besten Prognostiker sei- ner Zunft. Von Liebe, überhaupt von Gefühlen, hat er dagegen trotz seiner 40 Lebensjahre keine grosse Ahnung.Er meldet sich auf ein Kontakt- inserat, verwechselt bei der Verabredung die Frau, schläft mit ihr und wird Vater. «In den launischen Arabesken des Schicksals offenbart sich die Schöpfung schöner als in all den Lebensplänen und grossartigen Gesellschaftsentwürfen», lesen wir schon auf der zweiten Seite.Ansonsten erfahren wir wenig von Fedo, abgesehen von durchaus fesselnden Weisheiten aus der ho-hen Kunst der Wettervorhersage. Dafür wird seine Zufalls-Gefährtin Katarina umso plastischer. Man kann förmlich die Verzweiflung spüren, in der sie, hin- und hergerissen zwischen Abtreibung und Austragung, von Fedo alleingelassen wird.

Liebe kommt unerwartet

Fedo verhält sich in der Geschichte eher wie ein Versatzstück als wie ein Mensch. Ein einziges Mal reagiert er unvorhersagbar, indem er sich – als Sühne für Katarinas vermeintlichen Abtreibungsschmerz – den kleinen Finger amputiert. Ansonsten ist er ein hilfreicher Mitbewohner, der auf erotische Avancen verzichtet, brav die Geburtsvorbereitung besucht und Katarina beisteht.

Liebeserklärung der besonderen Art

Ob und warum er sie liebt, erfahren wir – und vermutlich auch er selbst – erst wenige Seiten vor Schluss: Weil sie forsch und frech ist und ein Feuer in sich birgt, das möglicherweise seinen inneren Gletscher zu schmelzen vermag.Unerwarteterweise tut das dann aber jemand anders: ein kleines, zerknautschtes Wesen, das kaum ein paar Minuten alt, sein verkniffenes Gesicht lauschend in die Richtung dreht, aus der Paulmann mit kindgerecht hoher Stimme «Es tut mir leid» sagt.Hier – und das ist eine wunderschöne Pointe – beginnt die eigentliche Liebesgeschichte. sdfSilvio Huonder, «Valentinsnacht», Nagel & Kimche, 189 Seiten, Fr. 32.50.

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