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Lehren aus einer Kanada-Reise

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Lehren aus einer Kanada-Reise

Ehemalige Landwirtschaftsschüler kritisieren Agrarpolitik

In einem reichen Land wie der Schweiz sollte ein Minimum an Nahrungsmittelsicherheit erhalten bleiben, forderte Präsident André Berger in seinem Jahresbericht. Direktor Francis Egger (Grangeneuve) referierte über eine Studienreise nach Kanada.

Kanada will weltweit Leader sein für die Produktion von Milch, Fleisch und Getreide. Als Mitglied der Gruppe Cairns, setze sich das Land innerhalb der WTO für die Abschaffung aller Zölle auf Fleisch und Getreide ein. Bei der Milch und beim Geflügel sei Kanada eher gegen die Abschaffung der Schutzzölle. Wie Francis Egger, Direktor des Landw. Institutes Grangeneuve, ausführte, versuche Kanada aktiv die WTO-Verhandlungen zu beeinflussen.

Zusammen mit einer Gruppe, darunter auch Pascal Corminboeuf, besuchte er das grosse Land.

Kanada zähle 18 000 Milchbetriebe mit einer durchschnittlichen Milchmenge von 400 000 kg. Der Milchpreis beträgt 57 Rappen pro Liter. Der Preis für die Quote (Milchmenge) werde von den Landwirten verwaltet, der Handel zwischen den Produzenten sei frei. Der Preis betrage etwa 2,5 Mal den Milchpreis. Die Milchquote bilde gleichzeitig die 2. und 3. Säule für die kanadischen Bauern. Die Milchmenge mache auch den Wert eines Betriebes aus, der Boden dagegen habe keinen Wert.

Das System der Direktzahlungen kennen auch die Kanadier. Sie erhalten acht Prozent des Umsatzes (in der Schweiz sind es 25 Prozent). Staatliche Unterstützung werden an Investitionen, Einrichtungen und an die Einkommenssicherung (eine Art Versicherung, welche schlechte Erntejahre ausgleicht) geleistet. Ebenso werden Tierarztkosten bis zu 40 Prozent rückvergütet.

Die Freiburger Delegation stellte fest, dass der Tierschutz für die kanadischen Farmer im Moment kein Thema ist. Dagegen werde der Umweltschutz zu einer zunehmenden Sorge. Der Anteil an genveränderten Organismen betrage beim Mais 25 Prozent und bei Soja 45 Prozent. In der Rindfleischproduktion würden fast durchwegs Wachstumshormone eingesetzt.

In seiner Schlussfolgerung empfahl Egger den Freiburger Landwirten, die technischen Fortschritte nicht zu vernachlässigen. Wichtig sei der Aufbau von effizienten Organisationen für die Produktevermarktung. Es brauche wenige, dafür aber starke Organisationen, betonte er. Das Erfassen und Verwalten des Angebotes sei entscheidend für den Produktepreis, schloss Egger seinen Einblick in die kanadische Landwirtschaft.

Sind Milchproduzenten
überorganisiert?

Wie viele Revisionen der Agrarpolitik braucht es noch, um eine zuverlässige Unterstützung der Landwirtschaft zu realisieren und aufrechtzuerhalten, fragte André Berger. Kritik übte er auch an den Grossverteilern, welche sich seit dem Auftritt der deutschen Discounter mit Preissenkungen überbieten. Seine Schlussfolgerung: «Offenbar wurden bisher halt doch Margen und Marktmonopole schamlos ausgenützt.»

Berger äusserte sich auch zum vorzeitigen Ausstieg aus der Milchkontingentierung. Er fragte sich allerdings, «ob es sinnvoll sei, dass so viele Organisationen die Milchproduzenten vertreten».

Die von Jacques Frioud präsentierte Rechnung wurde von den über 80 Teilnehmern einstimmig genehmigt. Am Ende seines Mandates scheidet Präsident Berger aus dem Vorstand aus. Neu in den Vorstand zieht Roland Zahnd, Wünnewil, ein. ju

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