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Licht und Dunkelheit

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Mit dem Monat Dezember kommen wir nicht nur im letzten Monat des Jahres an, er ist auch der dunkelste Monat. Die Sonne, unser Lichtspender, erreicht am 22. Dezember um 5.19 Uhr mitteleuropäische Zeit den tiefsten Punkt am Horizont. Dieses markante Ereignis nennt man Wintersonnenwende. Die Sonne geht spät am Morgen im Südosten auf, überquert in einer halbkreisförmigen, tief stehenden Bahn die Erde und geht schon früh am Abend im Südwesten wieder unter.

Mit jedem neuen Monat im kommenden Jahr steigt diese Sonnenbahn wieder höher und erreicht am 20. Juni 2020 ihren höchsten Punkt, den wir Sommersonnenwende nennen. Die Sonne wird dann im Nordosten auf- und im Nordwesten untergehen. Der Stand der Sonne über dem Horizont und damit die Kraft ihrer Einstrahlung auf die Erde hängt im Wesentlichen von der Schiefe der Erdachse ab.

Der Grund für Jahreszeiten

Die Erdachse steht nicht senkrecht auf der Erdbahn um die Sonne, sondern weist einen Winkel von 23,5 Grad auf. Dieser Winkel ist der Grund für die Ausbildung von Jahreszeiten wie Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Stünde die Erdachse senkrecht auf der Erdbahn um die Sonne, so hätten wir auf der Nord- und der Südhalbkugel immer den gleichen Sonnenstand.

Am Äquator wäre er am höchsten – mit entsprechender Erwärmung –, und zu den Polen hin nähme er ab mit der dazugehörigen Abkühlung. Wetter und Klima wären wahrscheinlich jahraus, jahrein ziemlich gleichförmig und vom Breitengrad abhängig.

Natur erholt sich

So dürfen wir uns freuen, dass wir in abwechslungsreichen Jahreszeiten leben. Dazu gehört jetzt der Winter mit kürzeren Tageszeiten und mit weniger Lichteinfluss. Die Natur zeigt sich entsprechend in eintönig kalten und fast phlegmatischen Farbtönen wie Blau, Grau und Weiss. Das sind aber Ruhefarben, denn die Natur hat sich, gerade wegen des spärlichen Lichts, zur Ruhe gelegt und holt sich damit neue Kräfte für den kommenden Frühling.

Ungeliebte Dunkelheit

Für uns Menschen waren und sind die langen Nächte und die kurzen Tage mit wenig Licht eher eine Belastung. Wir lieben die Dunkelheit nicht. Früher, in vorchristlichen Zeiten, glaubte man nämlich, dass in diesen langen Nächten die Seelen der Toten oder böse Geister aus dem Jenseits kommen und ihr Unwesen treiben. Man musste sie also mit grossem Lärm verscheuchen oder mit Speisen freundlich stimmen. Die Menschen verkleideten sich, zogen Masken an und hofften, dass die Seelengeister sie nicht erkennen würden. Als Lärmin­strumente dienten Schellen, Glocken, Treicheln, Geisseln oder Hörner. Mit offenen Feuern und Fackeln wollte man die Dunkelheit vertreiben. So sind bis in die heutige Zeit Lichter- und Lärmfeste erhalten geblieben.

In christlichen Gegenden feiern wir am 6. Dezember den heiligen Nikolaus von Myra (ca. 4.  Jahrhundert nach Christus). Über ihn gibt es viele Legenden und Geschichten. Im Wesentlichen ist er für die Kinder da, lobt und beschenkt sie für gute Taten und gutes Benehmen oder ermahnt sie bei gegenteiligem Verhalten.

Alle seine Helfer, die man im Alpenraum Schmutzli, Knecht Ruprecht oder Krampus nennt und die möglichst furchterregend aussehen müssen, haben mit dem Heiligen Nikolaus eigentlich nichts zu tun. Sie gehen auf die erwähnten vorchristlichen Bräuche zurück. An verschiedenen Orten erinnert heute noch lärmiges Klaus-Treiben, Klaus-Jagen oder Klaus-Chlöpfen an die alten Bräuche. In der Schweiz kennt man solches Brauchtum zum Beispiel in den Kantonen Schwyz und Aargau.

Ein Lichttag im Dezember

Der 13.  Dezember ist der Tag der heiligen Luzia. Vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders 1582 war dieser Tag der kürzeste Tag im Jahr. Luzia heisst übersetzt die Lichtbringerin, die Leuchtende. Es erstaunt somit nicht, wenn dieser Tag besonders in den nordeuropäischen Ländern Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland als willkommener Lichtertag gefeiert wird. In diesen Gegenden ist es im Winterhalbjahr besonders dunkel, was die Bevölkerung prägt. Die Legende erzählt, dass die heilige Luzia etwa 300 nach Christus in Sizilien lebte. Es war eine Zeit der Christenverfolgung, und die Christen mussten sich verstecken. Luzia soll die Verstecke in der Dunkelheit der Nacht aufgesucht haben, um Lebensmittel zu verteilen. Damit sie die Hände frei hatte, trug sie einen Kranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf. Luzia wurde verraten und starb als Märtyrerin. Zu ihrem Gedenken tragen am Luzia-Tag Mädchen weisse Gewänder und auf dem Kopf einen brennenden Lichterkranz. Sie verteilen Glühwein und erstes Weihnachtsgebäck.

Kirschblüte im Dezember

Wer nun die graue Winterzeit überhaupt nicht mag und sich nach den helleren Frühlingstagen sehnt, der wird sich an das Brauchtum zum Festtag der heiligen Barbara, am 4. Dezember, erinnern. An diesem Datum kann man sich einen Zweig von einem Kirsch- oder Apfelbaum, einem Haselnuss- oder Forsythienstrauch abschneiden und ihn in eine Vase stellen. Bis zum Heiligen Abend wird der Zweig erblühen und die Weihnachtsstube schmücken. Der Legende nach bringen blühende Zweige Glück ins Haus.

Geniessen wir die kommende Adventszeit und denken wir daran, dass die Natur, von der wir Menschen auch ein Teil sind, eine Ruhephase erlebt, zu der das warme Licht der Kerzen passt.

Mario Slongo ist ehemaliger DRS-Wetterfrosch. Einmal im Monat erklärt er in den FN spannende Naturphänome­­­­ne. Weitere Beiträge unter: www.freiburger-nachrichten.ch, Dossier «Wetterfrosch».

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