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«Marly–Matran ist keine Lösung»

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Idyllische Ruhe herrscht an diesem kalten Januarmorgen jenseits der Ärgera in Marly. Die Felder um den Hof von Landwirt Erwin Häni am Chemin de Vuisserens liegen unter einer glitzernden Schneedecke. Geht es nach dem Willen des Kantons, soll damit im Jahr 2027 aber Schluss sein. Vorausgesetzt, seine Pläne finden die Zustimmung des Volks, soll dann die Umfahrungsstrasse Marly–Matran in Betrieb genommen werden. Sie würde das Kulturland zwischen der Ärgera und der Route de Chésalles in zwei Hälften zerschneiden.

Rentabler Hof nicht möglich

Das Projekt hätte für Häni weitreichende Folgen, wie er gestern an einer Medienkonferenz des VCS, des Vereins «Nein zur Strasse Marly-Matran» und betroffener Landwirte ausführte. Abgesehen vom Verkehrslärm würde die Bewirtschaftung der Weizen-, Mais- und Rapsfelder erheblich erschwert, sagt Häni. Zudem könnten seine Kühe nicht mehr von einer Weide auf die andere gelassen werden, sondern müssten mit einem Anhänger auf die andere Seite der Umfahrungsstrasse transportiert werden. «Wir sind ein typischer Familienbetrieb ohne Angestellte. Allein fürs Aufladen der Tiere braucht es zwei oder drei Personen, die mit anpacken. Ohne einen Angestellten würden wir das nicht mehr schaffen. Der Kanton provoziert damit das Ende unseres Hofs.»

Er frage sich auch, wo das öffentliche Interesse an der Umfahrungsstrasse liege. «Für die 850 Wohnungen beim MIC, die ein privater Investor baut, mag die Strasse ein Vorteil sein, für uns Bauern jedenfalls nicht», sagte Häni.

Auch stehe das Strassenprojekt im Widerspruch zur vom Grossen Rat beschlossenen Revitalisierung der Ärgera. «Was bringt es dem Wild, wenn es weiter oben von der Strasse am Durchgang gehindert wird?» Häni ist es zudem ein Rätsel, wie der Kanton bei der Güterumlegung vorgehen will, so dass jeder enteignete Bauer möglichst wieder zu Land in seiner Nähe kommt. «Ich wäre bereit, auf anderweitiges Land auszuweichen. Aber wer verkauft schon Land für 3.50 Franken pro Quadratmeter? Das ist der Betrag, mit dem wir vom Kanton entschädigt werden sollen, so viel kostet gerade einmal ein Kilogramm Brot.»

Viel mehr Verkehr als heute

Bertrand Späth, GLP-Generalrat von Marly und Mitglied des Vereins «Nein zur Strasse Marly–Matran», legte den Fokus vor allem auf den Verkehr, der durch die Umgehungsstrasse in Marly generiert werde. «Auf der Ärgerastrasse sieht der technische Bericht einen Anstieg um 28 Prozent vor, auf der Voralpenstrasse sind es gar 32 Prozent. Dieser Verkehr fliesst mitten ins Dorfzentrum und in der Nähe der Primarschule Marly-Cité vorbei, was die Sicherheit der Kinder gefährdet.» Zudem sei während der Bauarbeiten mit täglich 300 Lastwagen zu rechnen, was nicht nur Lärm, sondern auch eine erhebliche Luftverschmutzung mit sich bringe. «Die Strasse Marly–Matran löst keine Verkehrsprobleme, sie verschlimmert sie.»

Studien würden zudem belegen, dass ein Grossteil des Verkehrs, der heute über die Pérollesbrücke fahre, innerhalb der Agglomeration bleibe. «Unsere Behörden sollen sich lieber für den Ausbau des Park-and-Ride Corbaroche einsetzen, so wie es das dritte Agglomerationsprogramm vorsieht, oder für einen weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs.»

In den Augen Späths ist es auch widersprüchlich, in Bezug auf das neue Wohnquartier beim MIC mit einer maximalen Verkehrsentwicklung zu rechnen, da es doch als Öko-Quartier konzipiert sei, in dem man wohne und arbeite. «Unser Verein lehnt Marly–Matran jedenfalls klar ab.»

Auf Zeit spielen

Prisca Vythelingum, Generalsekretärin der Freiburger Sektion des VCS, betonte, der technische Bericht und die Verkehrsstudie zum Strassenprojekt seien äusserst lückenhaft. Sie hoffe, dass ein Gericht dies dereinst bestätigen werde.

Paul Coudret, Präsident des VCS Sektion Freiburg, drückte schliesslich seine Hoffnung aus, dass die Zeit gegen das Projekt spiele: «Es wird noch viele Einsprache- und Gerichtsverfahren geben.» Vielleicht obsiege bis dahin die Einsicht, dass das Projekt nicht mehr zeitgemäss sei.

Zahlen und Fakten

Einsprachen und Beschwerden

Bis zum Fristablauf gestern gingen 86 Einsprachen gegen das Strassenprojekt Marly–Matran ein. Sie stammen von Privaten und von Organisationen wie Pro Natura, VCS, WWF und «Nein zur Umfahrungsstrasse Marly–Matran». Der VCS opponierte zudem gegen den Ortsplan Marly, der für das Projekt Vorkehrungen im Gebiet Pré aux Moines enthält. Gegen den mit dem Bau zusammenhängenden Ausbau des Autobahnanschlusses Matran ging er vor Bundesgericht. Die Petition von VCS, WWF, Pro Natura, Klimagrosseltern und Quartierverein Bel-Air zählt bisher 1000 Unterschriften.

rsa

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