Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Mein Vater, mein Engel»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Janine Jungo

freiburg Der Holocaust-Überlebende Bernard Marks hat am Kollegium St. Michael in Freiburg über sein Leben im Konzentrationslager erzählt. Bernard Marks, der von vielen auch liebevoll «Bernie» genannt wird, wurde im Alter von sieben Jahren, nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen, in ein jüdisches Ghetto gebracht. Alle wertvollen Gegenstände wurden konfisziert: Schmuck, Gold und auch Geld. Als das Ghetto geschlossen wurde, brachte man ihn und seine Familie nach Auschwitz. An diesem Tag, erzählte er den Freiburger Gymnasiasten in seinem Vortrag, hatten für ihn fünfeinhalb Jahre Hölle begonnen.

Das Leben gerettet

Als Bernie begann, von seinem Vater zu erzählen, und ihn als seinen Engel bezeichnete, brach ein grosser Teil der Klasse in Tränen aus. «Mein Vater rettete mir immer und immer wieder das Leben.» Kurz nachdem sie in Auschwitz angekommen waren, wurden sie in zwei Gruppen unterteilt: arbeitsfähige Männer auf der einen und Frauen und Kinder auf der anderen Seite. Sein Vater machte ihn ganze fünf Jahre älter und rettete ihm damit das Leben, denn Bernie wurde dadurch in die Gruppe der arbeitsfähigen Männer eingeteilt. Seine Mutter und sein kleiner Bruder jedoch wurden noch am selben Tag umgebracht.

Bernie und sein Vater wurden danach in ein Dachauer Aussenlager gebracht. Dort ging die Hölle für Bernie weiter, denn die Bedingungen in diesem Aussenlager waren sehr schlimm. Er musste den ganzen Tag hart arbeiten und bekam pro Tag lediglich 500 Kalorien zu Essen, was ungefähr einem Stück Brot entspricht. Als er dann auch noch an Typhus erkrankte, könnte man meinen, er habe spätestens da aufgehört, auf ein Weiterleben zu hoffen. Doch dem war nicht so. Wieder kam ihm sein Vater, sein Engel, zu Hilfe, er brachte ihm täglich eine Tasse heisses Wasser und rettete so seinem Sohn schon wieder das Leben.

Hoffnung nie aufgegeben

Als ein Kollegiums-Schüler Bernie fragte, ob er denn nie die Hoffnung auf ein Weiterleben verloren habe, wurde es ganz still im Raum. «Ich habe immer daran geglaubt, dass mein Vater und ich irgendwann befreit werden. Nein, ich habe die Hoffnung auf die Freiheit niemals verloren, ebenso wenig meinen Glauben an Gott. Nur dank dieser Hoffnung und meinem Glauben an Gott habe ich überlebt.»

Seine Hoffnung erfüllte sich. Am 27. April 1945 wurden er und sein Vater von den Amerikanern befreit. Sie waren als Verwandtschaft von 200 Menschen in die Konzentrationslager gegangen, von diesen 200 Menschen hatten gerade einmal fünf überlebt. Nach all dem, was Bernie erlebt hat, könnte man vermuten, dass er ein verbitterter älterer Mann ist. Er schien jedoch lebensfroh und glücklich. Während seines Vortrags machte er Witze und versuchte, die vor Mitgefühl weinende Klasse zum Lächeln zu bringen.

Ein neues Buch aufschlagen

Doch wie schafft man es nach einem so schweren Leben, so optimistisch und glücklich zu sein? «Nach meiner Befreiung habe ich mir gesagt, dass es an der Zeit ist, das Buch zu schliessen und ein neues aufzuschlagen.» Bernard Marks verbringt nun sein Leben damit, durch die Welt zu reisen – aber nicht etwa aus Spass, nein, er besucht Schulen und hält Vorträge. Er will vor allem den jungen Menschen zeigen, was während des Holocaust alles passiert ist und wie wichtig es ist, andere Wege einzuschlagen. Er will die jungen Menschen dazu animieren, die Welt zu verbessern und zu verhindern, dass so etwas je wieder geschieht. Denn an der Gedenkstätte in Dachau steht gross geschrieben «Niemals wieder».

Bernard Marks.Bild Janine Jungo

Mehr zum Thema