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Meist sind Einbürgerungen Routine…

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Die Gemeindeversammlung von Alterswil hat eine Einbürgerung abgelehnt

Letztmals war in Alterswil 1976 ein Ausländer eingebürgert worden, und nach der damaligen Gesetzgebung war noch die Burgerversammlung dafür zuständig. Gemäss Ammann Hubert Sturny war es bei früheren Einbürgerungen meist auch so, dass die Gesuchsteller in Alterswil verwandtschaftliche Beziehungen hatten. Gerade weil Einbürgerungen in Alterswil nicht etwas Alltägliches seien, habe er sich auf dieses Traktandum besonders gut vorbereitet, erklärt der Ammann gegenüber den FN. Der studierte Jurist hat die entsprechenden Gesetze konsultiert und bei benachbarten Gemeinden Informationen über das konkrete Vorgehen eingeholt.

An der Gemeindeversammlung hat der Ammann denn auch immer wieder versucht, die Diskussion auf eine sachliche Basis und auf den zur Diskussion stehenden Fall – die mazedonische Familie – zu lenken. Allgemeine Ängste vor Ausländern, die jüngsten Vorkommnisse von Dulliken, die EU-Massnahmen gegen Österreich gewannen in der Diskussion aber immer wieder Oberhand, betont Ammann Hubert Sturny (vgl. dazu FN vom 14. Februar).

Bei der obligaten Mehlsuppe nach der Versammlung wurde noch lange über den Entscheid diskutiert. Bei vielen verspürte man dabei eine gewisse Erleichterung über diesen Ausgang. Während der Versammlung war nämlich auch die Befürchtung geäussert worden, dass es zu einer Spaltung der Dorfbevölkerung kommen könnte.

Ich habe während der Versammlung immer wieder versucht, die Emotionen zu dämpfen. Aber man muss die Leute auch ausreden lassen. Ausfällige Bemerkungen waren im Übrigen die Ausnahme. Der Gemeinderat wird den demokratischen Entscheid der Versammlung jedenfalls respektieren. Wir werden in der laufenden Legislaturperiode aber auch keine Einbürgerungsgesuche vor die Gemeindeversammlung bringen. Aus der Diskussion wurde deutlich, dass viele Bürgerinnen und Bürger nicht verstehen konnten, dass der Gemeinderat überhaupt positiv hinter dem Einbürgerungsgesuch stand. Sie hätten erwartet, dass er sich neutral verhält.

Die Behandlung des Einbürgerungsgesuchs im Gemeinderat liegt über ein Jahr zurück. Damals hatten wir fünf Gesuche zu behandeln. Drei Gesuche haben wir zurückgewiesen, weil wir das Gefühl hatten, dass die Gesuchsteller überhaupt keine Anstrengungen unternommen hatten, sich bei uns zu integrieren.

Anders war die Situation der Familie aus Mazedonien. Sie lebt schon lange im Dorf und war nie negativ aufgefallen. Der Gemeinderat kam zur Überzeugung, dass alle Familienmitglieder sich Mühe geben, unsere Sprache zu erlernen, und er beurteilte die Situation positiv. Im vergangenen November war aus Bern der Entscheid gekommen, dass gegen eine Einbürgerungsbewilligung von Bundesebene nichts einzuwenden sei.
Erst als über das Mitteilungsblatt der Gemeinde das Einbürgerungsgesuch publik wurde, kamen dem Gemeinderat aus der Bevölkerung negative Reaktionen zu Ohren. Es wurde schon schnell von einer geheimen Abstimmung an der Gemeindeversammlung gesprochen. Wir waren also nicht total überrascht vom Ausgang der Gemeindeversammlung.

In Alterswil ist man nicht fremdenfeindlicher als anderswo. Alterswil ist aber in einem gewissen Sinn ein Sonderfall. Im Dorf leben rund 120 Kosovo-Albaner, und diese leben konzentriert auf wenige Liegenschaften. Durch den Nachzug von Verwandten und Bekannten entstand praktisch ein Ghetto. Niemand weiss genau, wie viele Personen in den betreffenden Wohnungen leben. Nach Klagen aus der Bevölkerung hat die Gemeinde eine Personenkontrolle beantragt. Dieses Begehren wurde aber vom Untersuchungsrichter abgelehnt, weil kein hinreichender Verdacht bestehe, der eine solche Kontrolle rechtfertige. Der ablehnende Entscheid wurde von der Bevölkerung schlecht verstanden.

Vor rund einem Jahr hat sich der Gemeinderat mit einem Flugblatt, das er auch ins Albanische übersetzen liess, an die Mitbürger gewandt. Thema war vor allem die Respektierung des nachbarlichen Eigentums und die Benützung der öffentlichen Spielplätze.
Rund 30 der 180 Schulkinder sind Kosovo-Albaner. Lehrerschaft und Schulkommission haben aufkeimende Probleme schon verschiedentlich thematisiert.
Man kann nicht leugnen, dass es in der Bevölkerung ein gewisses Unbehagen gegen die grosse Konzentration von Kosovo-Albanern gibt. Dies bekam nun an der Gemeindeversammlung auch die mazedonische Familie zu spüren.
Die grosse Konzentration von Kosovo-Albanern hat den Gemeinderat im vergangenen Sommer im Übrigen auch veranlasst, den Oberamtmann beziehungsweise das Rote Kreuz zu bitten, keine weiteren Flüchtlinge aus Ex-Jugoslawien in Alterswil einzuquartieren.

Der Gemeinderat wird den Entscheid vom Freitagabend analysieren und die Konsequenzen ziehen. Vor allem müssen wird uns auch überlegen, was wir vermehrt für die Integration der Ausländer in der Gemeinde tun können. Damit die Integration gelingt, sind Anstrengungen von beiden Seiten notwendig. Zurzeit unternehmen die erwachsenen Kosovo-Albaner nichts, um sich im Dorf zu integrieren. Sie leben im Dorf in einer geschlossenen Gruppe zusammen. Die Integration wird deshalb vor allem über die Kinder und Jugendlichen laufen. In den Vereinen – vor allem den Sportvereinen -, wo man sich kennen lernen kann, machen vereinzelt Jugendliche mit.

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