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Menschen in exzentrischen Situationen

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Viel Beifall für Ray Cooneys Farce «Ausser Kontrolle»

Der Schlussapplaus war lang und rhythmisch: Wieder und wieder wurden die neun Schauspieler des ensemble Theaters der Regionen hervorgeklatscht. Die drei Frauen und sechs Männer wirkten denn auch aufgekratzt, verschwanden und erschienen durch verschiedene Türen, rannten zum allgemeinen Ergötzen noch einmal über den Hotelbalkon. Selbst das Schiebefenster erhielt Beifall, als es noch einmal mit lautem Krachen herabschnellte.

Das Fenster spielt in «Ausser Kontrolle» eine wichtige Rolle: Wie eine harmlose Guillotine fällt es während zwei Stunden immer wieder auf irgendein Genick und versetzt dessen Besitzer in einen komatösen Zustand. Dass der Zustand nur komatös ist, merken die Zuschauer allerdings erst dann, als eine vermeintliche Leiche aufersteht. Doch zu diesem Zeitpunkt sind Chaos und Verwirrung bereits so gross, dass es aus dem Lügengebäude kein Zurück mehr gibt, sondern dass im Gegenteil die Verstrickungen immer enger, das Tempo immer rasender und verzweifelter wird.
Richard Willey, ein Minister der Regierung, und Jane Worthington, die Sekretärin der Opposition, haben eine Affäre und treffen sich in einem Londoner Hotelzimmer, obwohl beide im Parlament sein sollten. Janes Mann hat einen Privatdetektiv auf die beiden angesetzt, doch das Fenster erschlug diesen, und so hängt er eingeklemmt im Rahmen. Als das Liebespaar die Leiche entdeckt, ist alle Romantik verflogen: «Wenn jemand davon erfährt, werden wir einen Riesenskandal am Hals haben!» Der Körper muss also verschwinden. Willey ruft seinen äusserst seriösen Sekretär zu Hilfe: Nur widerspenstig lässt dieser sich in die immer abstruseren Lügengeschichten hineinziehen, die dem argwöhnischen Hotelmanager, dem teuren Kellner und Janes halbstarkem Gatten aufgetischt werden. Und zu allem Überfluss tauchen dann auch noch Willeys Frau und Schwester Foster, die Betreuerin der kranken Mutter des Sekretärs, im Hotel auf, und der Totgeglaubte kann plötzlich wieder gehen.
Ray Cooney, der Vater dieses Stückes, behauptet, dass die Farce näher bei der Tragödie, als bei der Komödie liegt: «Die Komödie handelt meistens von exzentrischen Personen in alltäglichen Situationen, die Farce dagegen beschäftigt sich mit ganz normalen Menschen, die versuchen, mit einer exzentrischen Situation fertig zu werden.» Der Unterschied zwischen Tragödie und Farce liegt laut Cooney darin, dass bei der Farce die langen Monologe fehlen, und die Schauspieler sich stattdessen wie beim Tennis blitzschnell den Ball zuspielen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, war «Ausser Kontrolle» ein Weltklasse-Tennismatch: Jeder Ball wurde schön zugespielt und gekonnt abgenommen.

Und um bei der sportlichen Betrachtung zu bleiben: So mancher Zuschauer hat am Ende der Vorstellung wohl seinen Bauch gespürt: Der Abend gab sehr viel Anlass zu Heiterkeit.

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