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Mit Dürrenmatt in die Corona-Saison

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Als der Verein Theater in Freiburg im Februar sein Programm für die Saison 2020/21 in Druck gab, ahnte noch niemand, wie sehr ein Virus die Welt schon bald aus den Fugen bringen würde. Doch dann kam Corona und stürzte nicht zuletzt die Kulturinstitutionen in die Ungewissheit. Von den ursprünglich geplanten sechs Stücken sind bei Theater in Freiburg noch drei übrig. Von den anderen drei Produktionen wurden zwei ganz abgesagt, eine wurde ersetzt. Das Publikum wird so von Oktober bis Februar im Equilibre ein abgespecktes Programm mit vier Stücken zu sehen bekommen – wenn alles gut geht. Franz Baeriswyl, Präsident von Theater in Freiburg, rechnet mit allem, wie er im Gespräch mit den FN sagte: So könnte eine Verschärfung der gesundheitlichen Lage erneut zu Absagen führen. Es reiche aber auch schon, wenn es in einer Schauspieltruppe oder in deren Umfeld einen Corona-Fall gebe und die Gruppe in Quarantäne müsse.

Von Dürrenmatt bis Brecht

Trotz all dieser Unsicherheiten freut sich Baeriswyl, dass Theater in Freiburg am 8. Oktober überhaupt in die neue Spielzeit starten kann. «Wir wussten lange überhaupt nicht, was gehen würde und was nicht. Jetzt konzentrieren wir uns auf die vier Stücke, die wir zeigen können.» Aus dem Programm gestrichen wurde das für den 18. September geplante Auftaktstück, weil das Equilibre Corona-bedingt erst im Oktober öffnet. Das für den 30. März vorgesehene Schlussstück wurde von der Truppe, dem Landestheater Schwaben/Memmingen, gar nicht erst produziert. Ebenfalls nicht produziert wurde das für den 9. Dezember geplante Stück «Bellissima» des Theater Orchester Biel Solothurn (TOBS). Dieses wird aber von einer anderen Produktion des TOBS ersetzt, dem Schauspiel «Der Trip Rousseau». Ausserdem gezeigt werden drei bekannte und bewährte Stücke: «Die Panne» von Friedrich Dürrenmatt, «Der gute Mensch von Sezuan» von Bertolt Brecht und «Fräulein Julie» von August Strindberg.

Ersatz wird zum Glücksfall

Die Saison startet mit Dürrenmatts Komödie «Die Panne», in einer neuen Inszenierung des TOBS. Die Truppe feiert damit in der Saison 2020/21 das Dürrenmatt-Jahr 2021, wenn der 1990 verstorbene Schriftsteller hundert Jahre alt geworden wäre. Der Stoff entstand 1955 als Erzählung und wurde 1979 von Dürrenmatt selbst zur Komödie umgeschrieben. Im Mittelpunkt steht der Textilhändler Alfredo Traps, der nach einer Autopanne im Haus eines pensionierten Richters landet und im Laufe des Abends vom Richter und dessen Freunden eines Mordes überführt wird. Traps verinnerlicht das Spiel so sehr, dass er am Ende selbst davon überzeugt ist, das Urteil verdient zu haben. Mit «Der Trip Rousseau» folgt im Dezember eine weitere Aufführung des TOBS. Das Stück des Westschweizer Autors Dominique Ziegler ist eine leichtfüssige Auseinandersetzung mit dem abenteuerlichen Leben von Jean-Jacques Rousseau. Es handelt sich um eine deutschsprachige Erstaufführung, die in Freiburg mit französischen Übertiteln gezeigt wird. Das Ersatzstück sei ein Glücksfall, sagt Franz Baeriswyl. Es handle sich um eine rundum gelungene Inszenierung, in der die Zuschauerinnen und Zuschauer in hundert Minuten das widersprüchliche Leben Rousseaus auf vergnügliche Weise kennenlernten.

Ein weiterer Klassiker ist im Januar mit Brechts «Der gute Mensch von Sezuan» zu sehen. Das 1943 in Zürich uraufgeführte Stück handelt von der Prostituierten Shen Te, die als Unternehmerin scheitert, weil sie gütig ist, und erst mit dem skrupellosen Alter Ego Shui Ta zum Erfolg findet. Brecht stellt mit der Parabel die Frage, ob in einer neoliberalen Gesellschaft Erfolg und Moral vereinbar seien. Das Stück ist in Freiburg in einer Inszenierung des Landestheaters Tübingen zu sehen. Den Abschluss der kurzen Saison macht im Februar Strindbergs «Fräulein Julie», gespielt vom Euro-Studio Landgraf. Das Trauerspiel aus dem Jahr 1889 handelt von der Affäre zwischen der Grafentochter Julie und dem Diener Jean und deren unberechenbaren Folgen.

«Die Leute bleiben uns treu»

Um die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher zu gewährleisten, gilt bei Theater in Freiburg das Corona-Schutzkonzept des Equilibre: Dazu gehören die Maskenpflicht, die Aufnahme der Kontaktdaten und der Verzicht auf Pausen (die FN berichteten). Mit dem Schutzkonzept könne er gut leben, sagt Franz Baeriswyl. «Es ist die einzige Möglichkeit, unsere Saison überhaupt durchzuführen.» Die Reaktionen des Publikums seien bisher positiv: «Die Leute haben Vertrauen und bleiben uns treu.» Das zeige sich am Abonnementsverkauf: 65 Prozent der Abonnenten hätten ihr Abo frühzeitig erneuert, 25 Prozent hätten zwar für die Saison 2020/21 verzichtet, aber bereits für 2021/22 erneuert. Die Kosten für das Abonnement hat Theater in Freiburg für die verkürzte Saison reduziert. Finanziell sei dies für den Verein tragbar, so Baeriswyl. «Wir haben Reserven, auf die wir zurückgreifen können. Das ist wichtig, damit wir die Künstler unterstützen können. Sie haben die Unterstützung nötiger als wir Organisatoren.»

Dass wegen des Schutzkonzepts die sozialen Aspekte eines Theaterbesuchs verloren gehen, bedauert der Präsident. «Das Theater ist auch ein Treffpunkt und ein Ort des Austauschs. Das wird diese Saison fehlen.» Dafür verspricht Franz Baeriswyl vier qualitativ hochwertige Aufführungen. Und er blickt hoffnungsvoll in die Zukunft: «Wir spüren viel Unterstützung und Wohlwollen. Die Leute wollen, dass wir weiter existieren. Das kompensiert die vielen Unsicherheiten und stimmt uns trotz allem optimistisch.»

Programm

Saison 2020/21im Überblick

Do., 8. Oktober: «Die Panne». Komödie von Friedrich Dürrenmatt. Theater Orchester Biel Solothurn TOBS.

Mi., 9. Dezember: «Der Trip Rousseau». Schauspiel von Dominique Ziegler. Theater Orchester Biel Solothurn TOBS.

Do., 14. Januar: «Der gute Mensch von Sezuan». Theaterstück von Bertolt Brecht. Landestheater Tübingen.

Mi., 10. Februar: «Fräulein Julie». Naturalistisches Trauerspiel von August Strindberg. Euro-Studio Landgraf.

Ausser Abonnement:

Fr., 29. Januar: «Frau Holle». Märchenspiel in Dialekt nach den Gebrüdern Grimm. Für Kinder ab vier Jahren. Merle Theater Zürich.

cs

 

Alle Aufführungen finden um 19.30 Uhr im Equilibre in Freiburg statt, das Kinderstück um 19 Uhr. Tickets gibt es bei Freiburg Tourismus oder online unter www.equilibre-nuithonie.ch. Laufend aktualisierte Informationen: www.theaterinfreiburg.ch.

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