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Mit einem guten Riecher zum Erfolg

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es ist still, nur das Zwitschern der Vögel ist zu hören. Ein Reh frisst seelenruhig vor sich hin. Ein Jäger pirscht sich an das Wild heran, avisiert das Ziel, sein Herz klopft. Er konzentriert sich, atmet aus und schiesst. Der Schuss trifft das Reh, doch es ist nicht tödlich getroffen und bleibt liegen, sondern flüchtet. In solchen Momenten wenden sich die Jäger an Yolande Brünisholz, damit sie mit ihrer Hündin Eviva eine Nachsuche startet. Der geschilderte Fall könne selbst beim besten Schützen eintreffen und sei zum Glück eher selten, sagt die 48-jährige Plasselberin. «Im Schnitt muss ich während einer Jagdsaison fünf Mal mit meinem Hund ausrücken.» Dennoch sei diese Arbeit wichtig. «Wenn sich ein Jäger entscheidet, ein Tier zu schiessen, trägt er die Verantwortung für dieses Lebewesen.»

Eviva, die Ausnahme

Brünisholz hat 2012 nach dem abgeschlossenen Jagdpatent die Ausbildung als Nachsucheführerin begonnen. Ihre Hündin – ein Flat Coated Retriever – war damals sechs Jahre alt. «Mich belächelten die anderen schon ein wenig, weil ich mit einem etwas älteren Hund diese Ausbildung absolvieren wollte, noch dazu mit einem Apportierhund», erinnert sich Brünisholz zurück. Normalerweise sind es junge, oft typische Schweisshunderassen, die ab eineinhalb Jahren eine Nachsucheprüfung absolvieren. Eviva habe sich aber als geeignete Hündin erwiesen. «Durch ihr Alter hatte sie eine gewisse Reife und ein ruhiges Wesen, weshalb ich gut mit ihr arbeiten konnte.»

«Meine Hündin Eviva mag zum Beispiel keine Wildschweine. Rehe hingegen findet sie toll.»

Yolande Brünisholz

Nachsucheführerin

 

Damit ein Hund das Nach­suchen lernt, legt sein Halter künstliche Fährten. Diese werden in unterschiedlichen Gebieten mithilfe von Hufabdrücken, Blut, Härchen und Fell von erlegtem Wild vorbereitet. Den Hinweisen kann der Hund durch seinen ausgeprägten Geruchssinn folgen. Mit 220 Millionen Riechzellen besitzt er 44 Mal mehr als ein Mensch.

Die komplette Fährte besteht schliesslich aus drei Teilen: Anschuss, Wundbett und Ziel mit der sogenannten Decke, ein Tierfell. Beim Anschuss handelt es sich um den Standort, wo das Wild beschossen wurde. «Menschliche Fussspuren am Ort des Anschusses erschweren es dem Hund, die Fährte aufzunehmen», sagt Brünisholz. Ein Standort, auf dem ein verletztes Tier länger verweilt, nennt sich im Fachjargon Wundbett. «Das Wild hinterlässt nach einer Schussverletzung Stressmoleküle, verliert Hautpartikel, Härchen und manchmal Blut. Wenn es an einem Ort stehen bleibt, häufen sich dort die Hinweise für den Hund.» Am Ende einer Trainingsfährte ist eine Decke, die das verletzte Wild darstellt. Wie viele Stunden sie für das Fährtenlegen und Trainieren mit ihrem Hund investiert hat, kann sie nicht genau sagen, doch schätze sie den Aufwand auf einen halben Tag pro Woche, dies über Monate. «Ich muss heute noch viel mit meinem Hund trainieren, damit er nicht aus der Übung kommt.»

Vorlieben des Hundes nutzen

Es könne sein, dass der Nachsuchehund einmal keinen Erfolg bei der Suche habe oder eine falsche Fährte aufnehme. Es sei deshalb wichtig, dass für jede Fährte ein passender Hund eingesetzt werde. «Eviva mag zum Beispiel keine Wildschweine. Rehe hingegen findet sie toll», erzählt sie mit einem Lächeln. Sie sei immer sehr stolz auf ihre Gefährtin, wenn sie das in den meisten Fällen bereits tote Wild gefunden habe, aber auch ihre Hündin selbst zeige ihre Freude. «Sie bellt, beschnuppert das Tier, wedelt heftig mit der Rute, schwirrt um mich herum – wir feiern ihren Fund so richtig.» Der Jäger erlöse das verletzte Tier sofort von seinem Leid, danach folge das Zelebrieren des Erfolgs. Dies sei der Lohn für den Hund, weshalb die Jäger ihr und dem Hund eine Minute Zeit lassen.

Die Nachsuche bereitet Brünisholz Freude, aber rund um das Thema Wild und Wald begeistert sie noch viel mehr. Neben dem Jagen absolviert sie eine Ausbildung als Naturpädagogin. Zudem ist es ihr Traum, eines Tages Wildhüterin zu sein; sie wäre damit die erste Frau im Kanton. «Bei der letzten Ausschreibung kam ich bis in die Endauswahl, es hat aber nicht ganz gereicht. Irgendwann klappt es», sagt sie optimistisch.

Zahlen und Fakten

Übersicht über die Jagdperioden

Vom 1. September bis am 15. Februar dauert die Jagd­saison 2018/2019 im Kanton Freiburg.

Gämsjagd: vom 17. bis 29. September und an den Samstagen 15. September, 6.  und 13. Oktober.

Rehjagd: vom 17. September bis 13. Oktober.

Hirschjagd: vom 15. bis 27. Oktober und 3. bis 17. November; falls nötig Verlängerung vom 24. bis 29. November.

Wildschweinjagd: vom 1. bis 17. September, nur ausserhalb des Waldes. Im Berggebiet: bis 31. Dezember; im Flachland: bis 31. Januar; wegen Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen: zusätzliche Jagd in Schutz­gebieten am Südufer des Neuenburgersees vom 15. Oktober bis 31. Januar.

Jagd auf Türkentauben, Tauben und Krähenvögel im Flachland: 1. September bis 15. Februar.

Jagd auf Wasservögel: 17. September bis 15. Januar.

Jagd auf Waldschnepfen: 15. Oktober bis 14. Dezember.

In Berggebieten ist die Jagd auf Vögel verboten. Auch ver­wilderte Hauskatzen dürfen in Berggebieten und auf dem Mont Vully nicht erlegt werden, da das kantonale Amt mehrere Hinweise auf Wildkatzen beobachtet hat. Im September und Oktober ist die Jagd im Flachland an Dienstagen, Freitagen und Sonntagen verboten, im Gebirge nur sonntags. Von November bis Februar dürfen in beiden Gebieten sonntags und freitags nicht gejagt werden.

jp

Hitzesommer

Säugetiere und Vögel konnten der Hitze entfliehen

Dieser Sommer war heiss und extrem trocken. Die Schweiz wies insgesamt 44 Hitzetage auf und eine Maximal­temperatur von 36,2 Grad. Die Fische hätten extrem unter den heissen Tagen gelitten, doch beim Wild sehe die Situation anders aus, sagt Denis Vallan, Sektorchef für Fauna beim Freiburger Amt für Wald, Wild und Fischerei, den FN. «Säugetiere und Vögel sind viel mobiler. Sie können der Hitze entfliehen, indem sie im Wald nach Schatten suchen oder Gewässer aufsuchen, um zu trinken.» Das Amt hätte dieses Jahr vermehrt Füchse in Siedlungsräumen beobachtet, die auf der Suche nach Wasserquellen waren und beispielsweise bei Brunnen fündig geworden seien. Auch die Wildschweine hätten sich angepasst: Diese hätten sich weniger auf Kulturland aufgehalten, sondern sich in den Wald zurückgezogen, der Nahrung und Schatten bot. Die Gämse hätten kein besonderes Verhalten gezeigt. Bei ihnen stelle sich die Frage, ob sie aufgrund der trockenen Weiden genügend Nahrung hatten, um den Winter zu überleben. Bei der Nahrungsbeschaffung hätten Wildtiere wie Reh und Hirsch den Vorteil, dass sie sich vielseitig ernähren können. Die Bäume in den Wäldern hätten viele Früchte getragen, weshalb auch die Tiere genügend zu essen gefunden hätten.

jp

 

 

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