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Mit einer Petition gegen das neue Zeugnis

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Ab dem Schuljahr 2019/20 gilt an den Deutschfreiburger Schulen der Lehrplan 21. Auf diesen Zeitpunkt hin wird auch ein neues Zeugnis eingeführt. Dieses wird den Schülerinnen und Schülern erstmals im Januar 2020 ausgehändigt.

Doch dagegen regt sich nun Widerstand. In einer an den Staatsrat gerichteten Petition haben sich 376 Lehrpersonen aus Deutschfreiburger Schulen für eine Änderung des Zeugnisses ausgesprochen.

Gegen eine Skala

Die Lehrpersonen fordern in erster Linie, dass Deutschfreiburger Kinder, welche die Kindergartenklassen absolviert haben, in den ersten beiden Schuljahren 3H und 4H noch nicht anhand einer Bewertungsskala beurteilt werden. Zwar gibt es auf diesem Niveau schon heute keine Noten, doch lautet etwa die Bewertung der Sachkompetenz in den Schulfächern: «Lernziele sehr gut erreicht», «gut erreicht», «erreicht» und «nicht erreicht».

Wie aus der Petition hervorgeht, wollen die Deutschfreiburger Lehrpersonen für den ersten Zyklus eine «förder­orientierte Beurteilung», die sich nicht in Noten umrechnen lässt. Die Kinder sollen ohne Prüfungsstress in den Schulalltag hineinwachsen. Erst mit dem zweiten Zyklus ab der Klasse 5H (ehemals 3. Klasse) dürfen gemäss der Petition Noten und somit eine «summative Beurteilung» Einzug halten.

«Neuer Lehrplan als Chance»

Die Präsidentin des Berufsverbands Lehrerinnen und Lehrer Deutschfreiburg (LDF), Jacqueline Häfliger, ist der Meinung, dass die Einführung des neuen Lehrplans eine Chance sei, die es nicht zu verpassen gelte. Der kompetenzorientierte Lehrplan 21 verlange nach einem neuen Beurteilungssystem. Darüber hinaus wäre es logisch, dass sich Deutschfreiburg an den Deutschschweizer Harmos-Kantonen ausrichte, die den neuen Lehrplan einführen. Mit einer summativen Beurteilung hingegen würde Deutschfreiburg alleine dastehen, so Häfliger. Unter anderem setzt der Kanton Bern auf förderorientierte Beurteilungen. Luzern habe schon ein Beobachtungsraster für eine förderorientierte Beurteilung ausgearbeitet.

Die Lehrpersonen setzen sich für ein neues System ein, weil sie ein solches für kindergerechter halten, so Häfliger. «Sie sehen das aus der Sicht der Kinder und wollen aufgrund von Beobachtungen urteilen, auch wenn dies aufwendiger ist.»

Bisheriges und Neues

Doch die Forderung aus Deutschfreiburg hat kaum eine Chance auf Berücksichtigung. «Das neue Zeugnis kommt», bekräftigt Andreas Maag, Vorsteher des Amts für den obligatorischen deutschsprachigen Unterricht, auf Anfrage. Es ist ein Zeugnis, das sich am bisherigen orientiert. Berücksichtigt werden die neuen Stundentafeln und Zielsetzungen des Lehrplans 21 sowie des neuen Westschweizer Lehrplans. Auch das Fach «Medien und Informatik» ist da neu.

«Eine summative Beurteilung bedeutet nicht, dass diese nicht auch förderorientiert ist», ergänzt Marianne Küng, stellvertretende Amtsvorsteherin für deutschsprachigen Unterricht. «Das neue Zeugnis schliesst Rückmeldungen nicht aus. Im Gegenteil: Es wird eine Selbsteinschätzung des Schülers, eine Fremdeinschätzung der Lehrperson sowie Elterngespräche geben.»

Im ganzen Kanton einheitlich

«Das neue Zeugnis gilt für den ganzen Kanton. Dafür gibt es einen schulgesetzlichen und reglementarischen Rahmen», so Andreas Maag. «Es ist nicht Sache der Lehrpersonen. Wir brauchen eine einheitliche Regelung, die etwa im Falle eines Rekurses auch juristisch wasserdicht ist.»

Die Vorbereitungsarbeiten für das neue Zeugnis begannen letzten Juni. Dazu wurden auch eine Arbeitsgruppe eingesetzt und eine Vernehmlassung durchgeführt. In einem «Grundsatzentscheid über die Beurteilung und Zeugnisse an der obligatorischen Schule» hat die Erziehungsdirektion Mitte Dezember angekündigt, dass ab der 3H das Erreichen der Lernziele mit einer 4er-Skala anhand von Prädikaten beurteilt werde. Gleiches gelte für überfachliche Kompetenzen. Damit würde die Beurteilung aller Schüler im ganzen Kanton gleich erfolgen.

Zwei Systeme in der Basisstufe

Gegen diesen Grundsatzentscheid wehrten sich in einem Schreiben an den zuständigen Staatsrat die Schulleitungen der Primarschulen Tafers, Düdingen, Murten, Bösingen, Flamatt und Gurmels sowie einzelne Lehrpersonen des ersten Zyklus. Sie bezogen sich darin hauptsächlich auf den Lehrplan 21, aber auch auf einen Fachbericht der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz.

Der Entwicklungsstand von Kindern sei im ersten Zyklus noch sehr unterschiedlich, so die Argumentation. Deshalb gebe es den Ansatz der Basisstufe, der dies berücksichtige. Innerhalb der Basisstufe kommen mit dem Entscheid der Erziehungsdirektion zwei verschiedene Beurteilungssysteme zur Anwendung, heisst es im Brief des LDF. Maag aber wendet ein, dass es im Kanton bloss drei Basisstufen gibt.

«Eine Sache der Kantone»

Erziehungsdirektor Jean-Pierre Siggen (CVP) hält jedenfalls an seinem Grundsatzentscheid fest. Dies schrieb er Mitte März in einem Brief an die Schulleitungen und Lehrpersonen, der den FN vorliegt.

Der Lehrplan 21 mache keine Aussagen über Prüfungen, Zeugnisse, Notengebung und Promotionsregelungen. Diese seien kantonal geregelt, steht dort. Auch der Bericht der Arbeitsgruppe enthalte keinerlei Stellungnahme, sondern bestätige, dass Noten und Zeugnisse Sache der Kantone seien.

Siggen verweist auch auf auch die Vernehmlassung innerhalb des Kantons: Diese habe kein einheitliches Bild betreffend der Schülerbeurteilung ergeben.

Im Begleitbrief zur Petition schreibt der LDF, das uneinheitliche Bild in der Vernehmlassung sei wohl auf die beiden Sprachregionen zurückzuführen. Auf Deutschfreiburger Seite sei aber gewiss ein homogenes Bild entstanden.

Schulwesen

Soll es für Informatik Noten geben?

Mit der Einführung eines Fachs «Medien+Informatik» stellen sich ebenfalls Fragen zu dessen Benotung. Während die Erziehungsdirektion vorsieht, das Fach wie die anderen zu benoten, fordert der LDF in seiner Petition eine andere Lösung. Dieses solle im Zyklus 2 (5H–8H) nicht benotet werden, weil dies bei der eingeschränkten Lektionenzahl nicht sinnvoll sei. Im Zyklus 3 (9H–11H) solle das Fach gemäss LDF während einer Übergangsfrist ebenfalls nicht benotet werden, weil «die mangelnde Ausbildung der Lehrpersonen sowie die unterschiedlichen Infrastrukturvoraussetzungen momentan keine korrekte Beurteilung zulassen.» Amtsvorsteher Andreas Maag verweist dazu darauf, dass die Lehrpersonen in diesem Fach weitergebildet werden.

uh

 

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