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Mit Fàbregas und Co. über den Wolken

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Man stelle sich vor: Mit der Limousine auf den Flugplatz gefahren zu werden und erst fünf Minuten vor dem Start in das Flugzeug steigen–ohne vorher lange vor dem Abfluggate warten zu müssen. Im Flugzeug wird man mit einem Gläschen Champagner oder frisch gepresstem Orangensaft begrüsst. Hoch über den Wolken kommt statt eines unterkühlten, trockenen Sandwichs das vorbestellte Menu auf den Tisch. Und das Schnäpschen zur Nachspeise reicht einem gelegentlich der Captain persönlich.

Quer durch Europa fliegen

Passagiere, die mit dem Murtner Paul Roesti fliegen, müssen sich dieses Szenario nicht vorstellen. Der 63-jährige Linienpilot fliegt im Auftrag der Zürcher Firma «Swiss Global Jet» Stars und Sternchen, Künstler und Politiker und vor allem Sportler und Geschäftsleute quer durch Europa. Meistens begleitet ihn dabei die junge deutsche Copilotin Christine Reichert. Einer seiner letzten Kunden war Iggy Pop. Nach dessen Auftritt am Rock oz’Arènes in Avenches flog Roesti ihn von Bern ins polnische Katovice und danach nach Colmar. Vor der Exzentrik des US-amerikanischen Sängers, der meistens ohne T-Shirt auf der Bühne steht, wurde Paul Roesti gewarnt. Doch der Bann war schnell gebrochen. «Den servierten Weisswein bezeichnete Iggy Pop als seinen ‹favourite wine›», erzählt Roesti. Er liess sich dann auch gerne mit dem Captain ablichten.

Paul Roestis Weg zum Piloten war nicht vorbestimmt. Bereits als Junge war er prädestiniert, den elterlichen Handwerksbetrieb in Murten zu übernehmen. So absolvierte er die Lehren zum Heizungs- und Sanitärtechniker, machte die Sanitärtechnikerschule und stieg ins elterliche Geschäft ein. Reisen war für ihn immer ein grosses Ereignis. «Das Fliegen war jeweils der Höhepunkt.»

Im Cockpit mitgeflogen

Auf einem Rückflug vom Urlaub in Marrakesch nach Zürich kam Roesti als junger Mann seinem Bubentraum ein grosses Stück näher. «Nach dem Start forderte mich eine Stewardess auf, ins Cockpit zu gehen», erzählt er. Der Zufall wollte es, dass ein Kollege Roestis aus der Offiziersschule als Copilot flog. Dieser hatte ihn beim Einsteigen erkannt. Roesti durfte den ganzen Flug bis nach Kloten auf dem sogenannten «Jump Seat» im Cockpit verbringen. Der Freund sah Roestis Begeisterung und legte ihm nahe, Fliegen zu lernen.

Dem Rat des Kollegen folgten Taten: In Ecuvillens machte Roesti die Ausbildung zum Privatpiloten. Danach folgte die Ausbildung zum Berufs- und Linienpiloten und zum Fluglehrer. Das alles war berufsbegleitend möglich, das elterliche Geschäft in Murten führte er weiter. Weil er für seinen Betrieb keinen internen Nachfolger fand, verkaufte Roesti sein Unternehmen an eine Düdinger Firma. Seither arbeitet er Vollzeit als Pilot und fliegt für verschiedene Flugfirmen. Seine Bilanz lässt sich sehen: 8500 Flugstunden mit über 12 000 Starts und Landungen auf mehr als 250 Flughäfen weltweit hat er hinter sich.

Mit seinen Passagieren kommt Roesti während der Flüge persönlich in Kontakt. Weil die Businessflüge von zwei Piloten geflogen werden, kann der Captain oder der Copilot auch mal zu den Passagieren nach hinten gehen. «Dabei ergeben sich oft interessante Gespräche und Begegnungen.» Roesti weiss, was ihn bei welchen Gästen erwartet. «Sportler wie die Autorennfahrer Heidfeld, Hamilton oder Villeneuve schlafen meistens.» Geschlafen hat auch der spanische Fussballstar Cesc Fàbregas, als Roesti ihn im Juli von Olbia in Sardinien an die Hochzeit seines Teamkollegen Andrés Iniesta nach Barcelona flog. «Das war allerdings halb so schlimm», meint Roesti schmunzelnd, «dafür konnte ich ein paar Worte mit seiner bildhübschen Freundin wechseln.»

Passagiere, die einmal den Luxus im Privatjet erlebt haben, reisen meistens nur noch mit diesem Transportmittel. Roesti trifft deshalb die gleichen Kunden immer wieder–so auch Jay Kay, der Frontmann der britischen Band Jamiroquai. Roesti hat den Sänger erst im letzten Jahr während eines Monats auf seiner Europatour von Konzert zu Konzert geflogen. «Weil Jay Kay selber Helikopter fliegt, geht uns der Gesprächsstoff nie aus.»

Die Russen kommen

Das Kundensegment hat sich in den letzten Jahren verändert. Waren es früher hauptsächlich Kunden aus den alten EU-Ländern, sind bei Paul Roesti heute mehr und mehr Personen aus Russland an Bord. «Letzten Winter haben wir den Finanzchef von Gazprom aus seinem Urlaub in St. Moritz zu einer Verwaltungsratssitzung nach Moskau und abends wieder zurückgeflogen.»

Ansonsten verrät Roesti nicht viel über seine Passagiere, ist doch die Diskretion das A und O in der Branche. Etwas fällt ihm aber immer wieder auf: Die Region Murten ist vielen seiner Kunden ein Begriff–vor allem wegen dem «schönen Hotel am See».

«Sportler schlafen meistens.»

Paul Roesti

Privatpilot

«Weil Jay Kay selber Helikopter fliegt, geht uns der Gesprächsstoff nie aus.»

Paul Roesti

Privatpilot

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