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Mitarbeiter auf vier Pfoten

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«Zeus, viens sur mes genoux», sagt Daniel Corpataux bestimmt, aber liebevoll zu Zeus. Der beigefarbene La­bra­dor hebt seine Vorderbeine auf den Schoss seines Herrchens. «Nun könnte ein Bewohner sich neben uns setzen und Zeus streicheln.» Corpataux spricht mit dem Therapiehund noch Französisch, weil ihn die Stiftung «Le Copain» in Granges im Unterwallis ausgebildet hat (siehe Kasten). «Nach einem Jahr, wenn er sich an alles gewöhnt hat und wir ein eingespieltes Team sind, kann ich ihm die Befehle auf Deutsch beibringen», sagt Corpataux.

Vor rund einem Jahr hat der Heimleiter des Pflegeheims ­Ärgera in Giffers eine Anfrage an die Walliser Stiftung gemacht. Eine Mitarbeiterin habe in seinem Heim bereits mit ihrem Pflegehund gearbeitet. Den Erfolg bei den Bewohnern habe ihn beeindruckt. «Das Schöne an einem Therapiehund ist seine Rolle als Brückenbauer: Wenn ältere, besonders demenzkranke Personen den Hund streicheln, fühlen sie sich wohl und beginnen zu reden. Auch solche Menschen, die sonst die ganze Woche kein Wort sprechen», sagt der Heimleiter aus Giffers. Dabei würden sich die Menschen an Dinge erinnern, die schon lange her sind. «Die Fortschritte sind enorm.»

Hund sucht Herrchen aus

Christelle Berney, die Direktorin der Stiftung «Le Copain», habe das Pflegeheim im Mai 2018 besucht, um die Situation vor Ort zu analysieren. Im Juni durfte Corpataux seinen Hund aussuchen, «oder viel mehr war es der Hund, der mich ausgesucht hat». Ein schwarzer und ein beigefarbener Labrador standen zur Auswahl, mit denen Corpataux ein paar Testübungen durchführen musste. «Zwischen mir und Zeus hat es von Anfang an gefunkt», sagt er mit einem Lächeln und schaut rüber in die Box, in dem der zweijährige Hund neben dem Bürotisch sein Vormittagsschläfchen hält.

Zu grosse Höhenangst

Zeus war eigentlich als Assistenzhund für Menschen mit Behinderungen vorgesehen – die Funktion, welche die Stiftung «Le Copain» primär für ihre Hunde vorsieht. Die Welpen verbringen das erste Jahr in einer Gastfamilie, in denen sie sozialisiert werden. «Bei Zeus hat man bald bemerkt, dass er Höhenangst hat. Eine Eigenschaft, die als Behindertenhund eher ungeeignet ist», sagt der Heimleiter. Die Stiftung hat ihn deshalb als Therapiehund ausgebildet. «Dieser Aufgabe wird er vollends ­gerecht.»

Anfang Dezember reiste Corpataux für zwei Wochen ins Wallis, um die Ausbildung als Therapiehundeführer zu absolvieren. Tag und Nacht haben er und Zeus gemeinsam verbracht, Trainings absolviert und Übungen durchgeführt; der Heimleiter musste eine Menge Theorie lernen, so auch über die Anatomie des Hundes. Schliesslich hat er gemeinsam mit Zeus die Prüfungen bestanden.

Er ist nun der Halter von Zeus, die Stiftung ist aber immer noch der Besitzer. «Er bleibt sein Leben lang ein ‹Le Copain›. Sollte er beispielsweise einmal übergewichtig werden, holt ihn die Stiftung für ein Diätcamp wieder», sagt der Sensler. Labradore seien «kleine Müllschlucker», weshalb er besonders auf die Ernährung des Hundes achten werde.

Vertrauen stärken

Ab Mitte Januar beginnt Daniel Corpataux mit Zeus im Heim zu arbeiten: Am Anfang werde es ein Tag pro Woche sein, mit der Zeit jeden Tag. Ziel sei es, für jeden der 35 Heimbewohnerinnen und Heimbewohner regelmässig Zeit zu haben. «Die Einsätze werden aber nie länger als eine Stunde dauern, denn schon dies ist viel Arbeit für ihn», sagt der Heimleiter.

Seine Funktion als Therapiehund ist nur eine Seite von Zeus, denn eigentlich ist er das Haustier von Corpataux – er begleitet ihn auf Schritt und Tritt. Im Pflegeheim sei er ein sehr ruhiger Hund, in der Freizeit zeige er aber gerne seine verspielte Seite. «Er liebt es, herumzutollen und zu schwimmen. Ich glaube, dieser Ausgleich tut ihm gut.» In den nächsten Wochen müssten sie noch fleissig für Therapiesitzungen üben. Besonders am gegenseitigen Vertrauen zwischen Halter und Hund werde er arbeiten, meint Daniel Corpataux. «Ich muss lernen, das Empfinden meines Hundes zu lesen, um gezielt zu therapieren. Ein Heimbewohner traut sich vielleicht nicht, mir zu sagen, dass er Angst vor dem Hund hat. Zeus hingegen spürt dies und kann mir ein Zeichen geben.»

Information

Von klein auf als Hilfshund trainiert

Die Stiftung «Le Copain» in Granges (VS) bildet Hilfs- und Assistenzhunde aus. Sie wurde 1993 durch Jean-Pierre Fougeiret gegründet. Zurzeit sind 110 Hunde der Stiftung in der ganzen Schweiz im Einsatz. Die Hunde beginnen ihre Ausbildung bereits mit zwei Monaten: Eine Gastfamilie nimmt sie zur Vorerziehung auf. Die Welpen werden sozialisiert, an Kinder, andere Tiere und die Öffentlichkeit gewöhnt. Mit 12  bis 16 Monaten verlassen sie die Gastfamilien und kommen zur intensiven Schulung nach Granges. Insgesamt 50 Befehle erlernen sie, beispielsweise heruntergefallene Gegenstände aufzuheben, Türen zu öffnen und zu schliessen, Licht ein- und auszuschalten oder in Notfällen durch Bellen Alarm zu geben. Die zukünftigen Halter absolvieren schliesslich ebenfalls zwei Wochen Training und Schulung mit einem Hilfshund.

jp

 

Serie

Pflegeheim Ärgera und Therapiehund

In einer Serie begleiten die FN den Therapiehund Zeus in seinem neuen Leben: Gemeinsam mit seinem Halter, dem Heimleiter Daniel Corpataux, wird Zeus im Pflegeheim Ärgera die Bewohner therapieren.

jp

 

 

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