Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Mitdenken ist eine Frage des Respekts»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Erst vor einer Woche ereignete sich in Giffers ein Unfall mit einem Verletzten: Ein Traktorfahrer mit Anhänger bremste, um rechts abzubiegen. Der Lieferwagenfahrer hinter ihm bemerkte dies zu spät und fuhr auf den Anhänger auf. Der Lieferwagen geriet daraufhin auf die Gegenfahrbahn, der Lenker wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und musste schliesslich mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden.

«So etwas passiert oft», sagt Natanael Burgherr, Sicherheitsberater an der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL). «Am gefährlichsten sind Überholmanöver ausserorts, wenn es auf der linken Seite Feldwege hat.» Traktoren könnten jederzeit abbiegen, so Burgherr. Eines der grössten Probleme: «Motorradfahrer neigen oft dazu, aus zweiter Reihe zu überholen.» Weil sie schnell sind, sähen sie deshalb die Gefahr durch den links abbiegenden Traktor zu spät.

 42 Traktorunfälle seit 2011

«Nahe der Agglomeration ist es am gefährlichsten», erklärt Frédéric Ménétrey, Direktor des Freiburger Bauernverbandes. Grund dafür sieht er in der hohen Verkehrsdichte und dem Ende der 50er-Zone. «Das rasante Beschleunigen nach dem Stadtrand wird zur Gefahr», so Ménétrey. «Tafers, Villars-sur-Glâne, Belfaux» nennt Ménétrey als Beispiele von Gefahrenherden.

Gerade im Spätsommer sind viele Traktoren unterwegs. Hinzu kommt das Ende der Sommerferien. Deshalb sei die Verkehrsdichte derzeit hoch, sagt Ménétrey. Laut einer Allianz-Studie passieren allein im September fast 15 Prozent aller Traktorunfälle auf öffentlichen Strassen. Zum Vergleich: Im Dezember sind es nur drei Prozent. Die Daten der Studie wurden in Deutschland erhoben, seien aber auf die Schweiz übertragbar, sagt Allianz-Mediensprecher Harry Meier.

42 Traktorunfälle registrierte die Kantonspolizei Freiburg seit Januar 2011. In fünf Fällen endete der Zusammenprall tödlich, elfmal wurde jemand verletzt. Als häufigste Unfallursachen nennt die Kantonspolizei «momentane Unkonzentriertheit» sowie «Missachtung der Linienführung». Erfreulich: Nur bei zwei der insgesamt 42 Unfälle taucht Alkohol als Mitursache auf.

Wer ist schuld?

Im Fall Giffers ist die Schuldfrage leicht zu beantworten. Doch die Traktorfahrer sind nicht immer unschuldig, wie die Allianz-Studie zeigt. Im Gegenteil: Von den 1000 registrierten Traktorunfällen trugen die Traktorfahrer zu 63 Prozent die Hauptschuld. In Freiburg zeigt sich ein ähnliches Bild: Nur in neun von 42 Fällen war der Traktorfahrer vollkommen schuldfrei. Natanael Burgherr relativiert: «Oft kommt es erst dann zum Unfall, wenn beide Verkehrsteilnehmer gleichzeitig Fehler begehen.»

Ménétrey findet die Frage nach dem Schuldigen problematisch: «Landwirte sind ein Teil unserer Gesellschaft.» Dies müssten die anderen Verkehrsteilnehmer respektieren. «Es ist eine Frage des Zusammenlebens.»

Wie man Unfälle vermeidet

Gefahrenherde, so weit das Auge reicht: «Jedes Überholmanöver ist ein Risiko, sobald Feldwege in der Nähe sind», sagt Sicherheitsexperte Burgherr. Bremst ein Traktor ab, dann wolle er garantiert abbiegen, so Burgherr. Autofahrer müssten stets aufmerksam sein, um nicht auf den Traktor aufzufahren. Mobiltelefone am Steuer seien deshalb ein Tabu–auch für Landwirte gelte dies. Ménétrey ergänzt den Gefahrenkatalog: «An Kreuzungen muss man aufpassen, denn Traktoren sind langsamer.»

Burgherr hat auch für Auto- oder Motorradfahrer Tipps, wie man Kollisionen mit Traktoren vermeiden kann: «Nach Regenperioden sind immer viele Landwirte auf den Strassen unterwegs.» Da müsse man für den Arbeitsweg schlicht und einfach mehr Zeit einrechnen. «Auch sonst kann etwas dazwischenkommen.» Burgherr meint, Ungeduld sei heutzutage die Hauptursache für Verkehrsunfälle.

Allerdings liegt die Verantwortung für die Sicherheit auf den Strassen nicht allein bei den Autofahrern. «Traktorfahrer müssen darauf achten, dass sie den Verkehr nicht behindern», erklärt Burgherr. Dies, um voreilige Überholmanöver zu vermeiden. Natürlich könne man mit einem Traktor nicht alle 500 Meter zur Seite fahren–«aber Mitdenken ist eine Frage des Respekts». Für Traktorfahrer gebe es weitere Verpflichtungen: Etwa die Blinker stets überprüfen, Seitenspiegel putzen oder die Breite des Anhängers richtig beschriften–und beim Abbiegen mächtig aufpassen.

Zahlen und Fakten

Traktorunfälle vor allem ausserorts

Abbiegen, einbiegen, überholen und auffahren: Dies sind die vier häufigsten Typen von Traktorunfällen–so eine Studie des Allianz-Zentrums für Technik. Rund 1000 Unfälle in Deutschland wurden dazu untersucht. «Die Studie ist aber auf die Schweiz übertragbar», sagt Allianz-Mediensprecher Harry Meier. Fast 50 Prozent der erfassten Traktorunfälle geschahen bei Einmündungen. Ausserorts solle man stets wachsam sein und auf riskante Überholmanöver verzichten.daf

Mehr zum Thema