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Monika Hauser – Hinhören und mitkämpfen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Barbara Schwaller-Aebischer

Monika Hauser hat 2008 den alternativen Nobelpreis «Right Livelihood Award» und zahlreiche andere Preise erhalten. Als 17-Jährige muss die junge Frau mitansehen, wie ein Mann bei der Ernte durch eine Maschine verletzt wird, und niemand ihm helfen kann.

Da weiss Monika Hauser, dass sie Ärztin werden will. Frauenärztin wird sie schlussendlich, weil sie ein besonderes Gespür für die Leiden der Frauen hat. Schon die Grossmutter hatte sie aus allen Grosskindern jeweils als Zuhörerin für «ihre Geschichte» ausgesucht.

Unsensible Ärzte

Während ihrer Ausbildung fällt ihr immer wieder auf, wie unsensibel die Ärzte mit den Frauen umgehen. Die Tatsache, dass Ursachen für Krankheiten auch im Seelenleben zu suchen sind, wird weder eingesehen, noch will man sich von einer jungen Frau etwas sagen lassen.

Einsatz in Bosnien

1992 liest Monika Hauser einen Artikel über Frauen, die während des Bosnien-Krieges systematisch vergewaltigt werden. Sie weiss sofort, dass sie ihre Aufgabe gefunden hat. Sie will helfen, aber nicht nur mit Material und ärztlichen Diensten. Sie will, dass die traumatisierten Frauen auch psychologische Unterstützung erhalten und ihnen Wege aufgezeigt werden, um aus der Negativspirale von Gewalt, Demütigungen und Hoffnungslosigkeit wieder herauszukommen.

Ihr Tatendrang und vor allem ihr klares Konzept überzeugen. Sie findet Frauen, die sie unterstützen, und Frauen, die mithelfen. Monika Hauser gründet die Organisation medica mondiale. Bald arbeiten in fast allen Kriegs- und Krisengebieten Frauen nach den Prinzipien dieses Konzeptes, welches darauf abzielt, dass die Frauen nie mehr die Kontrolle darüber verlieren, was mit ihnen passiert. (www.medicamondiale.org)

Auch bei uns

Monika Hauser ist eine Frau jener Generation, die genau weiss, dass sie ohne den Kampf der Frauenrechtlerinnen nie so frei und selbstbewusst leben könnte. Frauen und Kinder sind gerade in einer Gesellschaft, die von Gewalt beherrscht wird, immer in einer schwachen Position. Aber auch bei uns gibt es Frauen, die bedroht werden. Fast alle kennen jemanden oder eine Geschichte in der näheren Umgebung, wo «es» passiert ist.

Genauer hinschauen

Dieses Buch zeigt auf, wie unwissend wir sind, sobald es um missbräuchliches Machtgefälle geht, wie wenig wir wissen über Frauenhandel und Sexindustrie. Das Buch zeigt aber auch, dass es sich lohnt anzufangen, genauer hinzuschauen, hinzuhören und gegen Missstände anzukämpfen. Respektlosigkeit beginnt bei der Sprache. Es ist ein kleiner, aber notwendiger erster Schritt, sich zu wehren, wenn mit der Würde und Persönlichkeit von Menschen insbesondere von Frauen abschätzig umgegangen wird.

Louis, Chantal: «Monika Hauser – Nicht aufhören anzufangen. Eine Ärztin im Einsatz für kriegstraumatisierte Frauen», Verlag Rüffer & Rub.

Barbara Schwaller-Aebischer ist Leiterin der Bibliothek Tafers.

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